Gold, Schmuck & Uhren
Schmuck & Juwelen verkaufen in Wien
Schmuck wird zuerst als Schmuck bewertet: nach Epoche, Hersteller, Steinen und Verarbeitung. Erst wenn ein Stück keinen Objektwert hat, zählt das Edelmetall.
Wiener Schmuckbestände reichen oft über fünf Generationen. In einer einzigen Schatulle liegen eine Biedermeierbrosche in Cannetille-Technik, ein Granatcollier aus Böhmen, ein Art-déco-Ring mit Altschliff-Diamanten und eine Goldkette aus den 1970er-Jahren. Jedes dieser Stücke verlangt eine andere Bewertung. Für antiken und signierten Schmuck sind Entwurf, Handwerk und Erhaltung maßgeblich, für einfachen Goldschmuck der Tageswert des Metalls. Den Ankauf von Gold und Silber zum Tageswert ermöglicht der Punzierungsschein nach § 17 Punzierungsgesetz 2000, den die Betreiberin JM Räumungen e.U. besitzt.
Die Stadt war über Jahrhunderte ein Zentrum der Juwelierskunst. Am Kohlmarkt, am Graben und am Neuen Markt arbeiteten die Hof- und Kammerjuweliere der Monarchie, darunter A. E. Köchert, das die Diamantsterne für Kaiserin Elisabeth fertigte, und Rozet & Fischmeister. Um 1900 entwarfen Josef Hoffmann, Koloman Moser und Carl Otto Czeschka für die Wiener Werkstätte Schmuck aus Silber mit Halbedelsteinen, der heute zu den gesuchtesten Arbeiten der Wiener Moderne zählt. Etuis mit Firmenaufdruck geben bei solchen Stücken oft den ersten Hinweis.
Steine werden einzeln betrachtet, unabhängig von der Fassung, in der sie sitzen. Bei Diamanten zählen Gewicht in Karat, Farbe, Reinheit und Schliff; ein alter Kissenschliff wird anders beurteilt als ein moderner Brillant. Bei Saphiren, Rubinen und Smaragden spielen Herkunft und Behandlung eine Rolle, die nur ein gemmologisches Labor sicher feststellt. Perlen unterscheiden sich in Natur- und Zuchtperlen. Glas, Doubletten und synthetische Steine sind nicht wertlos, wenn das Stück als Ganzes einer Epoche angehört, verändern aber die Rechnung.
Den Anfang macht eine Ersteinschätzung anhand von Fotos: Vorderseite, Rückseite, Punzen und Etui genügen. Danach folgt eine kostenlose Besichtigung in einem der 23 Wiener Bezirke, bei der wir Steine mit Lupe und Messgerät prüfen und Edelmetall in Ihrer Anwesenheit wiegen. Sie erhalten ein Angebot je Stück oder für den gesamten Bestand, die Zahlung erfolgt nach Ihrer Wahl bar oder auf Ihr Konto. Schmuck aus Verlassenschaften bewerten wir auf Wunsch so, dass die Aufstellung für Gerichtskommissär und Miterben nachvollziehbar ist.
Objektgruppen
27 Gruppen, jede mit eigener Seite: Was es ist, woran der Wert hängt, wie man Originale erkennt.
Biedermeierschmuck
Leichter Goldschmuck aus der Zeit zwischen 1815 und 1848, mit Filigran, Halbperlen und Farbsteinen.
Böhmischer Granatschmuck
Schmuck mit dicht gesetzten Pyropen aus dem Böhmischen Mittelgebirge, geschliffen in Turnau.
Historistischer Schmuck
Schmuck der Ringstraßenzeit nach Vorbildern aus Renaissance, Antike und Barock.
Jugendstilschmuck
Schmuck um 1900 mit Email, Halbedelsteinen und Formen aus Pflanzen- und Tierwelt.
Schmuckarbeiten der Wiener Werkstätte
Silber- und Goldschmuck nach Entwürfen von Hoffmann, Moser, Czeschka, Prutscher und Peche.
Art-déco-Schmuck
Geometrischer Schmuck der 1920er- und 1930er-Jahre in Platin und Weißgold mit Diamanten und Farbsteinen.
Retro-Schmuck der 1940er-Jahre
Voluminöser Goldschmuck der Kriegs- und Nachkriegsjahre in Rot- und Gelbgold.
Autorenschmuck der Nachkriegszeit
Goldschmiede- und Künstlerschmuck der 1950er- bis 1980er-Jahre mit Strukturoberflächen und Unikatcharakter.
Brillantringe und Solitäre
Ringe mit einzelnem Diamanten oder Diamantbesatz, vom Altschliff bis zum modernen Brillanten.
Farbsteinschmuck
Ringe, Colliers und Ohrschmuck mit Saphir, Rubin, Smaragd und anderen Edelsteinen.
Perlenketten und Perlschmuck
Ketten, Ohrstecker und Broschen mit Natur- oder Zuchtperlen.
Broschen und Anstecknadeln
Broschen, Hutnadeln und Revers-Anstecker vom Biedermeier bis in die 1970er-Jahre.
Colliers und Anhänger
Halsschmuck vom Diamant-Rivière über Medaillons bis zum langen Sautoir.
Armbänder und Armreifen
Gliederarmbänder, Scharnierreifen, Tennisarmbänder und Bettelarmbänder aus Gold, Silber und Platin.
Ohrgehänge und Ohrclips
Ohrschmuck in Form von Gehängen, Steckern, Schrauben und Clips aus zwei Jahrhunderten.
Manschettenknöpfe und Krawattennadeln
Herrenschmuck aus Gold, Platin und Silber, von der Frackgarnitur bis zum Siegelanhänger.
Trachtenschmuck aus dem Alpenraum
Kropfketten, Charivari, Miederschmuck und Filigranschließen aus Österreich und Bayern.
Trauer- und Haarschmuck
Schwarzer Trauerschmuck aus Gagat und Email, Haararbeiten und Eisenschmuck des 19. Jahrhunderts.
Kameen und Intaglien
Erhaben oder vertieft geschnittene Bilder in Muschel, Stein, Lava und Glas.
Mikromosaik und Pietra dura
Römisches Glasmosaik und Florentiner Steinintarsien als Broschen, Armbänder und Anhänger.
Emailschmuck
Schmuck mit Feuer-, Zellen-, Grubenschmelz- und Maleremail vom Historismus bis Frey Wille.
Signierter Modeschmuck
Bijouterie und Costume Jewelry von Modehäusern und bekannten Herstellern.
Silberschmuck mit Signatur
Künstler- und Designerschmuck aus Silber von Georg Jensen, Fahrner und skandinavischen Werkstätten.
Parüren und Schmuckgarnituren
Aufeinander abgestimmte Schmucksätze aus Collier, Brosche, Ohrgehängen und Armband im Etui.
Diademe, Haarkämme und Aigretten
Kopfschmuck vom Diamantdiadem über Haarsterne bis zum Zierkamm.
Bernsteinschmuck
Ketten, Broschen und Anhänger aus baltischem Bernstein, Pressbernstein und Imitationen.
Lose Diamanten und Edelsteine
Ungefasste Diamanten und Farbsteine, auch ausgebrochen aus alten Schmuckstücken.
Wovon der Wert abhängt
Epoche und Stil
Biedermeier, Historismus, Jugendstil und Art déco haben eigene Sammlermärkte. Ein Stück, das seine Zeit deutlich zeigt, ist mehr wert als eine spätere Nachahmung.
Hersteller und Signatur
Signaturen von Juwelieren wie A. E. Köchert, Cartier oder der Wiener Werkstätte heben den Wert. Etuis mit Firmenaufdruck stützen die Zuordnung.
Steine
Bei Diamanten zählen Karat, Farbe, Reinheit und Schliff, bei Farbsteinen zusätzlich Herkunft und Behandlung. Ein Laborbericht erleichtert die Bewertung.
Verarbeitung
Handgearbeitete Fassungen, feine Gravur und sauberes Email zeigen Werkstattqualität. Gegossene Serienware wird anders beurteilt.
Zustand
Fehlende Steine, abgeplatztes Email, Reparaturen mit Zinnlot und abgetragene Schienen mindern den Wert. Nicht selbst reparieren lassen, bevor das Stück begutachtet ist.
Originalität
Umgearbeitete Broschen, ausgetauschte Steine und ergänzte Teile verändern die Einstufung. Originale Verschlüsse und Fassungen sind ein Pluspunkt.
Material
Feingehalt und Gewicht bilden die Untergrenze, unter die ein Angebot für Edelmetallschmuck nicht fällt.
Originale erkennen
Die Rückseite verrät mehr als die Schauseite. Handgefertigter Schmuck des 19. Jahrhunderts zeigt geschlossene Kastenfassungen, oft mit Folie unterlegt, und feine Werkzeugspuren; spätere Stücke haben offene Fassungen, damit Licht durch den Stein fällt. Diamanten in Silber auf Gold gefasst stammen meist aus der Zeit vor 1900, Platinfassungen mit Millegriffes-Rand aus dem frühen 20. Jahrhundert. Broschen mit einfachem C-Haken sind älter als solche mit Sicherheitsverschluss, Ohrschrauben älter als Clips.
Signaturen stehen klein auf Verschluss, Rückseite oder Nadel. Die Wiener Werkstätte schlug das WW-Monogramm, die Rosenmarke und das Zeichen des Entwerfers und des ausführenden Kunsthandwerkers ein. Pariser Juweliere signierten mit Namen und Werknummer, dazu französische Punzen wie den Adlerkopf für 18-karätiges Gold. Beim Granatschmuck zeigt der tiefrote Pyrop im Rosenschliff die böhmische Herkunft, beim Bernstein entscheidet die Prüfung über Naturbernstein, Pressbernstein oder Kunststoff. Ein Zertifikat ersetzt die Prüfung nicht, ergänzt sie aber.
Schmuck mit Elfenbein unterliegt seit 19. Jänner 2022 den Handelsbeschränkungen der Verordnung (EU) 2021/2280; wir kaufen ihn nur an, wenn die gesetzlichen Ausnahmen und Nachweise vorliegen. Für Korallen, Schildpatt und andere Materialien geschützter Arten gelten das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) und die Verordnung (EG) Nr. 338/97; auch hier sind Herkunftsnachweise nötig.
Schmuck & Juwelen in Ihrem Bezirk
Für jeden Bezirk eine eigene Seite mit den Künstlern, Werkstätten und Beständen, die dort eine Rolle spielen.
Künstler, Marken, Epochen und Materialien
Künstler
14
- Josef Hoffmann1870–1956
- Koloman Moser1868–1918
- Carl Otto Czeschka1878–1960
- Otto Prutscher1880–1949
- Dagobert Peche1887–1923
- Eduard Josef Wimmer-Wisgrill1882–1961
- Franz Karl Delavilla1884–1967
- Georg Adam Scheid1838–1921
- Joseph Maria Olbrich1867–1908
- Alfons Mucha1860–1939
- Ernst Fuchs1930–2015
- Alexander Calder1898–1976
- Lucie Rie1902–1995
- Hans Hollein1934–2014
Manufakturen & Marken
29
- A. E. Köchertseit 1814
- Rozet & Fischmeisterk. u. k. Hof-Juwelier, besteht bis heute
- Heldweinseit dem frühen 20. Jahrhundert
- Schullinbesteht bis heute
- Frey Willeseit 1951
- Hemmerleseit 1893
- Theodor Fahrnerbis 1979
- Wiener Werkstätte1903–1932
- Georg Jensen Sølvsmedieseit 1904
- Tiffany & Co.seit 1837
- Cartierseit 1847
- Van Cleef & Arpelsseit 1906
- Bulgariseit 1884
- Boucheronseit 1858
- Chaumetseit 1780
- Fabergé1842–1918
- Buccellatiseit 1919
- Chopardseit 1860
- Piagetseit 1874
- Chanelseit 1910
- Christian Diorseit 1946
- Trifariseit 1910
- Miriam Haskellseit 1924
- Swarovskiseit 1895
- Hermèsseit 1837
- Yves Saint Laurentseit 1961
- Cristal LaliqueGlas seit etwa 1908
- Dorotheumseit 1707
- Godet19. und frühes 20. Jahrhundert
Epochen & Stile
13
- Klassizismusum 1770–1840
- Empireum 1804–1830
- Biedermeier1815–1848
- Historismusum 1840–1914
- Art nouveauum 1890–1910
- Jugendstilum 1895–1914
- Stil der Wiener Werkstätte1903–1932
- Art découm 1920–1940
- Nachkriegsmoderneum 1945–1970
- Brutalismusum 1950–1980
- Postmoderneum 1970–1995
- Volkskunst17.–20. Jahrhundert
- Belle Époqueum 1880–1914
Materialien, Techniken & Punzen
56
- Gold 585
- Gold 750
- Platin
- Weißgold
- Rotgold
- Sterlingsilber
- Diamant
- Altschliff
- Rosenschliff
- Brillantschliff
- Saphir
- Rubin
- Smaragd
- Opal
- Türkis
- Böhmischer Granat
- Naturperle
- Zuchtperle
- Bernstein
- Koralle
- Elfenbein
- Schildpatt
- Markasit
- Strass
- Tombak
- Berliner Eisen
- Haarschmuck
- Mikromosaik
- Pietra dura
- Plique-à-jour
- Guilloché-Email
- Cloisonné
- Lapislazuli
- Onyx
- Achat
- Galalith
- WW-Monogramm
- Amethyst
- Bakelit
- CCM-Punze
- Champlevé
- Doublé
- Dukatengold
- Englische Hallmarks
- Gold 333
- Gold 375
- Gold 916
- Jade
- Karat
- Meistermarke
- Minerva-Punze
- Niello
- Palladium
- Perlmutt
- Vermeil
Fragen zu Schmuck & Juwelen
Woran erkenne ich, ob ein altes Schmuckstück mehr wert ist als sein Gold?
Hinweise sind Signaturen, Punzen eines bekannten Juweliers, ein Originaletui, Handarbeit an Fassungen und Gravur sowie ein klarer Stil des 19. oder frühen 20. Jahrhunderts. Senden Sie uns Fotos von Vorder- und Rückseite; wir sagen Ihnen, welche Stücke als Schmuck und welche als Altgold zählen.
Brauche ich für Diamanten ein Zertifikat?
Nein. Wir prüfen Steine bei der Besichtigung mit Lupe und Messgerät. Ein vorhandener Laborbericht von GIA, HRD oder IGI erleichtert die Einstufung größerer Steine.
Kaufen Sie auch beschädigten Schmuck?
Ja. Fehlende Steine, gerissene Ketten und abgeplatztes Email mindern den Wert, machen ein Stück aber nicht wertlos. Lassen Sie antiken Schmuck vor dem Verkauf nicht reparieren, weil unpassende Reparaturen den Sammlerwert senken.
Was ist böhmischer Granatschmuck wert?
Das hängt vom Material der Fassung, der Größe und Dichte der Steine und vom Alter ab. Stücke des 19. Jahrhunderts in Gold oder mit großen Steinen sind gefragter als vergoldeter Tombak späterer Serien; wir prüfen auch, ob tatsächlich Pyrope verarbeitet wurden; rotes Glas kommt vor.
Wie erkenne ich echten Schmuck der Wiener Werkstätte?
Echte Stücke tragen das WW-Monogramm, oft die Rosenmarke sowie Zeichen von Entwerfer und Ausführendem und österreichische Silberpunzen. Weil Nachahmungen mit gefälschten Marken im Umlauf sind, prüfen wir Verarbeitung, Material und Vergleichsstücke aus den Archiven.
Kaufen Sie Modeschmuck?
Können Sie Schmuck aus einer Verlassenschaft vor Ort bewerten?
Ja. Wir kommen in alle 23 Bezirke, sichten den gesamten Bestand und trennen Schmuck mit Objektwert von Materialgold. Sie erhalten eine Aufstellung je Position.
Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.
Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.
Lieber schriftlich? Zum Anfrageformular