Epoche
Art déco
Stilrichtung, um 1920–1940
Stil der Zwischenkriegszeit nach der Pariser Ausstellung 1925: Zickzack, Sonnenstrahl, Makassar-Ebenholz – in Wien bei Goldscheider und Hagenauer.
Der Name leitet sich von der Pariser „Exposition internationale des Arts décoratifs et industriels modernes“ von 1925 ab und wurde erst in den 1960er-Jahren geläufig. Der Stil verband Anregungen aus Wiener Werkstätte, Kubismus, russischem Ballett, ägyptischer Kunst nach der Öffnung des Tutanchamun-Grabes 1922 und Maschinenästhetik. Zentren waren Paris und New York; in Wien prägten Goldscheider, die Werkstätte Hagenauer und Bakalowits den Stil im Kunsthandwerk.
Kennzeichen sind geometrisch stilisierte Formen, Stufen, Zickzack, Sonnenstrahlen, Fächer und stromlinienhafte Tiere. Möbel aus Makassar-Ebenholz, Palisander und Wurzelholz mit Elfenbein- oder Perlmutteinlagen, Lack von Jean Dunand, Rochenleder (Galuchat). Glas von René Lalique ist gepresst und opalisierend. Chryselephantin-Figuren aus Bronze und Elfenbein von Ferdinand Preiss und Demétre Chiparus zeigen Tänzerinnen. Goldscheider-Keramik nach Josef Lorenzl bildet schlanke Tänzerinnen, Hagenauer stilisierte Figuren aus Messing und Holz. Silber und Uhren nehmen Stufen- und Fächerformen auf, Armbanduhren werden rechteckig.
In Wien zeigen das Amalienbad am Reumannplatz in Favoriten mit seinen Fliesen und Glasmalereien und das Hochhaus in der Herrengasse Art-déco-Elemente. Goldscheider produzierte in Wien Keramik und Bronzen für den internationalen Markt, Hagenauer in der Werkstätte in Wien. Im Handel sind Keramikfiguren, Bronzen, Schmuck, Glas, Lampen, Uhren und Möbel des Art déco stark nachgefragt. Bakalowits fertigte Kristallluster mit Stufenformen für Kinos, Hotels und Wohnungen.
Chryselephantin-Figuren wurden in großer Zahl nachgegossen, oft mit Kunstharz statt Elfenbein; Originale haben ziselierte Bronze und Marmor- oder Onyxsockel mit Gießermarke. Elfenbeinteile unterliegen den EU-Beschränkungen und brauchen Nachweise. Goldscheider-Keramik trägt Prägemarken, Modellnummern und Signaturen der Modelleure; Hagenauer ist mit „wHw“ oder „Hagenauer Wien“ gestempelt. Lalique-Glas trägt geätzte, gravierte oder gepresste Signaturen, nach 1945 ohne den Vornamen René.
Woran man es erkennt
- Zickzack, Stufen und Sonnenstrahlen
- geometrisch stilisierte Figuren und Tiere
- Makassar-Ebenholz und Palisander
- Lack und Rochenleder
- gepresstes, opalisierendes Glas
- Chryselephantin-Figuren auf Onyxsockel
- schlanke Tänzerinnen in Keramik
- Chrom und Bakelit
Künstler
- René Lalique
- Jean Dunand
- Ferdinand Preiss
- Demétre Chiparus
- Josef Lorenzl
- Tamara de Lempicka
- Erté
- Louis Icart
- Émile-Jacques Ruhlmann
- Franz Hagenauer
Manufakturen & Werkstätten
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Sparten
- Design des 20. Jahrhunderts20 Objektgruppen
- Skulpturen & Plastiken23 Objektgruppen
- Keramik, Majolika & Fayence25 Objektgruppen
- Schmuck & Juwelen27 Objektgruppen
- Glas & Kristall28 Objektgruppen
- Lampen, Luster & Leuchter25 Objektgruppen
- Antike Möbel26 Objektgruppen
- Wiener Bronzen22 Objektgruppen
- Armbanduhren21 Objektgruppen
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