Sammelgebiete
Briefmarken verkaufen in Wien
Eine Briefmarkensammlung wird nach Seltenheit, Erhaltung und Geschlossenheit bewertet. Oft steckt der Wert in wenigen Marken oder Belegen.
Am 1. Juni 1850 erschienen die ersten Briefmarken Österreichs, mit dem Doppeladler und Werten in Kreuzer, für Lombardei-Venetien in Centesimi. Seither hat das Land eine Philatelie hervorgebracht, die weltweit gesammelt wird: die Zeitungsmarken mit dem Merkurkopf, die Jubiläumsausgabe von 1908 nach Entwürfen von Koloman Moser, die Ausgaben für Bosnien und die Herzegowina, die Post in der Levante, die WIPA-Marke von 1933 und die Renner-Blocks von 1946. Wien war außerdem Sitz großer Briefmarkenhändler, Auktionshäuser und Sammlervereine.
Die Betreiberin von Antiquitäten Wien, JM Räumungen e.U., ist Mitglied im Landesgremium Kunst-, Antiquitäten- und Briefmarkenhandel der Wirtschaftskammer Wien. In Wiener Nachlässen finden sich Briefmarken in allen Formen: lose in Kuverts und Zigarrenkisten, in Einsteckbüchern, in Vordruckalben, auf Briefen und Postkarten, als Bogen und Abo-Lieferungen der Post. Viele Sammlungen der Nachkriegszeit enthalten vor allem häufige Marken, deren Wert gering ist. Daneben tauchen klassische Marken, seltene Stempel und Briefe auf, die einzeln bewertet werden müssen.
Für die Bewertung zählen Seltenheit, Erhaltung, Zähnung, Gummi, Stempel und Echtheit. Eine ungebrauchte Marke mit Originalgummi und vollständiger Zähnung wird anders bewertet als eine gestempelte mit fehlendem Zahn. Bei klassischen Marken entscheiden Papier, Druck, Typen und Ränder. Briefe und Belege können mehr wert sein als die Marken darauf, weil Stempel, Destination und Porto Postgeschichte dokumentieren. Bitte lösen Sie deshalb keine Marken von Briefen und Karten und ordnen Sie Sammlungen nicht um.
Für eine erste Einschätzung genügen Fotos der Alben, einiger Seiten und auffälliger Briefe sowie eine Angabe zum Umfang. Danach sichten wir Sammlungen kostenlos in allen 23 Wiener Bezirken, prüfen klassische und seltene Marken mit Lupe und Zähnungsschlüssel und bestimmen sie nach dem Austria-Netto-Katalog und anderen Standardwerken. Sie erhalten ein Angebot für einzelne Stücke oder die gesamte Sammlung, gezahlt wird in bar oder per Überweisung. Bei großen Nachlässen nehmen wir uns die Zeit, jede Schachtel zu öffnen.
Objektgruppen
20 Gruppen, jede mit eigener Seite: Was es ist, woran der Wert hängt, wie man Originale erkennt.
Erste Ausgabe Österreich 1850
Die ersten österreichischen Briefmarken mit Doppeladler, in Kreuzer und für Lombardei-Venetien in Centesimi.
Zeitungsmarken mit Merkurkopf
Die Zeitungsmarken der Jahre 1851 bis 1858 mit dem Kopf des Götterboten Merkur, darunter berühmte Seltenheiten.
Markenausgaben der Monarchie 1858 bis 1916
Die Freimarken Österreichs mit Kaiserporträt und Wappen von der Ausgabe 1858 bis zu den letzten Ausgaben unter Franz…
Regierungsjubiläumsausgabe 1908
Die Freimarkenserie zum 60-jährigen Regierungsjubiläum Franz Josephs, entworfen von Koloman Moser und gestochen von…
Marken von Bosnien und der Herzegowina
Die Briefmarken der österreichisch-ungarischen Verwaltung in Bosnien und der Herzegowina von 1879 bis 1918.
Lombardei-Venetien und Österreichische Post in der Levante
Die Marken der italienischen Provinzen der Monarchie und der österreichischen Postämter im Osmanischen Reich.
Feldpostmarken und Besetzungsausgaben 1914 bis 1918
Marken der k. u. k. Feldpost, Militärpost und der Verwaltungen in den besetzten Gebieten des Ersten Weltkriegs.
Deutschösterreich und Erste Republik
Die Ausgaben von 1918 bis 1938, von den Aufdrucken Deutschösterreich über die Inflationsmarken bis zu den…
WIPA 1933
Die Sondermarke und der Block zur Wiener Internationalen Postwertzeichen-Ausstellung von 1933.
Zweite Republik ab 1945
Die österreichischen Ausgaben nach 1945, von den ersten Nachkriegsmarken über die Renner-Blocks bis zu den Jahrgängen…
Künstlermarken der Reihe Moderne Kunst
Sondermarken nach Werken zeitgenössischer österreichischer Künstler, von Hundertwasser bis Kumpf.
Ganzsachen und Rohrpost
Postkarten, Kuverts und Kartenbriefe mit eingedrucktem Wertzeichen sowie Belege der Wiener Rohrpost.
Vorphilatelistische Briefe
Briefe aus der Zeit vor 1850, ohne Briefmarke, mit Ortsstempeln, Portovermerken und Siegeln.
Stempel, Bahnpost und Schiffspost
Sammlungen von Ortsstempeln, Bahnpost- und Schiffspoststempeln und Sonderstempeln aus der Monarchie und der Republik.
Flug- und Zeppelinpost
Belege von Erstflügen, Flugpostlinien, Zeppelinfahrten, Ballon- und Raketenpost.
Stempelmarken und Fiskalmarken
Gebührenmarken für Urkunden, Verträge, Spielkarten und Ämter, von 1854 bis in die Zweite Republik.
Abarten, Probedrucke und Plattenfehler
Marken mit Druck-, Zähnungs- und Farbfehlern, Probedrucke, Phasendrucke und Musterstücke.
Motivsammlungen
Thematische Sammlungen zu Musik, Kunst, Eisenbahn, Sport, Blumen, Tieren, Raumfahrt und anderen Motiven.
Europa und Übersee
Sammlungen und Einzelstücke aus Deutschland, der Schweiz, Liechtenstein, dem Vatikan, den Nachfolgestaaten und Übersee.
Sammlungen in Alben und Einsteckbüchern
Vordruckalben, Einsteckbücher, Händlerbestände und Kartons mit losen Marken aus Wiener Nachlässen.
Wovon der Wert abhängt
Seltenheit
Auflage, Verwendungszeit und Erhaltungsquote bestimmen die Seltenheit. Viele Nachkriegsmarken sind in großen Mengen vorhanden.
Erhaltung
Vollständige Zähnung, frische Farbe, zentrierter Druck und fehlende Mängel wie Dünnstellen oder Risse sind entscheidend.
Gummi und Falz
Postfrische Marken mit unberührtem Originalgummi sind mehr wert als Marken mit Falzspuren oder ohne Gummi.
Stempel
Klare, zeitgerechte Stempel steigern den Wert, seltene Orts-, Bahn- und Schiffsstempel besonders.
Belege
Briefe, Karten und Ganzsachen mit seltener Frankatur, Destination oder Beförderungsart können ein Vielfaches der losen Marken wert sein.
Echtheit
Bei gesuchten Marken gibt es Fälschungen, nachgummierte Stücke und falsche Stempel. Prüfattest oder Signatur anerkannter Prüfer erhöhen die Sicherheit.
Geschlossenheit
Lückenlose Sammlungen eines Gebiets und Spezialsammlungen nach Typen, Platten oder Stempeln sind mehr wert als gemischte Alben.
Originale erkennen
Die Erhaltung prüft man mit Lupe und Gegenlicht. Dünnstellen erscheinen als hellere Flecken, Risse als feine Linien, fehlende oder verkürzte Zähne am Rand. Die Rückseite zeigt den Gummizustand: postfrisch mit unberührtem Originalgummi, mit Falz oder Falzrest, oder ganz ohne Gummi. Nachgummierte Marken haben oft einen gleichmäßig glänzenden Gummi, der über die Zähne läuft. Klassische Marken der ersten Ausgabe 1850 unterscheidet man nach Handpapier und Maschinenpapier sowie nach Typen, die feine Unterschiede im Markenbild zeigen.
Stempel verraten Ort, Datum und Beförderung. Österreichische Marken der Monarchie wurden in Tausenden Postämtern entwertet, darunter in Galizien, Böhmen, Dalmatien und der Levante; seltene Ortsstempel sind bei Spezialsammlern gefragt. Gefälligkeitsstempel, also auf Wunsch angebrachte Entwertungen ohne Postbeförderung, und Gefälligkeitsbriefe werden geringer bewertet. Prüfzeichen anerkannter Prüfer stehen klein auf der Rückseite, Atteste nennen Marke, Erhaltung und Echtheit. Bei Marken der Zweiten Republik entscheiden vor allem postfrische Erhaltung und Vollständigkeit der Sätze.
Briefmarken in Ihrem Bezirk
Für jeden Bezirk eine eigene Seite mit den Künstlern, Werkstätten und Beständen, die dort eine Rolle spielen.
Künstler, Marken, Epochen und Materialien
Künstler
4
- Koloman Moser1868–1918
- Friedensreich Hundertwasser1928–2000
- Karl Korabgeb. 1937
- Gottfried Kumpf1930–2022
Manufakturen & Marken
1
- Österreichische Staatsdruckereiseit 1804
Epochen & Stile
6
- Historismusum 1840–1914
- Jugendstilum 1895–1914
- Geometrischer Jugendstilum 1900–1915
- Art découm 1920–1940
- Nachkriegsmoderneum 1945–1970
- Phantastischer Realismusum 1946–1980
Fragen zu Briefmarken
Ist meine Briefmarkensammlung etwas wert?
Das hängt vom Inhalt ab. Viele Sammlungen der Nachkriegszeit bestehen aus häufigen Marken mit geringem Wert, einzelne klassische Marken, seltene Stempel und Briefe können aber erheblich sein. Wir sichten die Sammlung vollständig, bevor wir bewerten.
Soll ich Marken von Briefen ablösen?
Nein. Briefe und Karten können mehr wert sein als die abgelösten Marken, weil Stempel, Porto und Destination Postgeschichte belegen. Lassen Sie die Belege, wie sie sind.
Was bedeutet postfrisch?
Postfrisch ist eine ungebrauchte Marke mit vollständigem, unberührtem Originalgummi ohne Falzspur. Diese Erhaltung ist bei Marken der Zweiten Republik oft Voraussetzung für einen Sammlerwert.
Kaufen Sie auch Abo-Lieferungen der Post?
Ja. Postfrische Jahrgänge der Zweiten Republik werden meist knapp unter oder nahe dem Nennwert gehandelt, weil sie in großen Mengen vorhanden sind. Ältere Jahrgänge und vollständige Reihen bewerten wir einzeln.
Welche österreichischen Marken sind besonders gesucht?
Gesucht sind unter anderem die erste Ausgabe 1850 in guter Erhaltung, die Zeitungsmarken mit Merkurkopf, die hohen Werte der Jubiläumsausgabe 1908, die WIPA-Marke von 1933, die Renner-Blocks von 1946 und Flugpostmarken der frühen 1950er-Jahre.
Wie sollte ich eine Sammlung bis zur Besichtigung aufbewahren?
Trocken, kühl und flach liegend, nicht im feuchten Keller oder auf einem heißen Dachboden. Alben nicht aufeinanderpressen, lose Marken nicht in Plastikbeutel stecken.
Kaufen Sie Sammlungen aus anderen Ländern?
Ja. Deutschland, Schweiz, Liechtenstein, Vatikan, die Nachfolgestaaten der Monarchie und Übersee werden ebenso gesammelt. Wir bewerten jedes Gebiet nach seinem eigenen Markt.
Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.
Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.
Lieber schriftlich? Zum Anfrageformular