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Ikonen & sakrale Kunst verkaufen in Wien

Antiquitäten Wien kauft Ikonen der Ostkirche und sakrale Kunst des Westens – von der Hausikone mit Silberoklad bis zur gefassten Barockfigur, jeweils nach Prüfung der Herkunft.

Wien war über Jahrhunderte eine Stadt beider Kirchen. Griechische Kaufleute siedelten sich im 18. Jahrhundert rund um den Fleischmarkt an und errichteten dort die Kirchen zur Heiligen Dreifaltigkeit und zum heiligen Georg; serbische, rumänische und bulgarische Gemeinden folgten, und zwischen 1893 und 1899 entstand in der Jauresgasse die russisch-orthodoxe Kathedrale zum heiligen Nikolaus. Emigranten nach 1917, Soldaten nach 1945 und Reisende brachten Ikonen in Wiener Haushalte. So hängen heute in Wohnungen der Leopoldstadt ebenso Hausikonen wie in Villen in Hietzing.

Die westliche sakrale Kunst hat in Wien eine noch breitere Basis. Barocke Altar- und Andachtsbilder von Johann Michael Rottmayr, Paul Troger, Franz Anton Maulbertsch oder Martin Johann Schmidt, gefasste Heiligenfiguren, Kruzifixe und liturgisches Silber gelangten über Klöster, Adelskapellen und bürgerliche Hausaltäre in Privatbesitz. Die Klosteraufhebungen unter Joseph II. ab 1782 brachten große Mengen Kirchengut auf den Markt. Im 19. Jahrhundert kamen neugotische Ausstattungen hinzu, im 20. Jahrhundert die Arbeiten von Künstlern wie Leopold Forstner, Rudolf Szyszkowitz und Valentin Oman.

Den Wert einer Ikone bestimmen Alter, Malschule, Qualität der Malerei, Erhaltung und ein etwaiger Silberbeschlag. Nachgedunkelter Firnis, Übermalungen und Abplatzungen des Kreidegrunds sind häufig und lassen sich nur durch Restauratoren beurteilen. Bei westlichen Figuren entscheidet die originale Fassung: Eine abgelaugte oder neu bemalte Figur verliert einen großen Teil ihres Werts. Liturgisches Gerät aus Silber wird nach Meister, Punzen und Ausführung bewertet und liegt damit deutlich über dem reinen Metallwert. Gedruckte Ikonen unter Messingbeschlag sind dagegen häufig und haben nur bescheidenen Wert.

Sakrale Objekte stammen häufig aus Kirchen, Kapellen und Klöstern; deshalb prüfen wir bei jedem Stück die Herkunft, bevor ein Angebot entsteht. Erbunterlagen, Kaufbelege, Schenkungsbestätigungen oder Fotos aus Familienbesitz helfen dabei. Für die Ersteinschätzung genügen Fotos von Vorder- und Rückseite, von Inschriften, Punzen und Beschädigungen, per WhatsApp oder über das Formular. Danach kommen wir kostenlos zur Besichtigung in jeden der 23 Bezirke, bezahlen bar oder per Überweisung und holen auf Wunsch ab.

Objektgruppen

22 Gruppen, jede mit eigener Seite: Was es ist, woran der Wert hängt, wie man Originale erkennt.

Wovon der Wert abhängt

  • Alter und Malschule

    Ikonen des 17. und 18. Jahrhunderts und Arbeiten aus bekannten Ikonenmaler-Zentren sind deutlich gesuchter als Serienware des späten 19. Jahrhunderts.

  • Originale Fassung

    Bei Holzfiguren zählt die erhaltene, originale Bemalung und Vergoldung. Ablaugen und Neufassung mindern den Wert erheblich.

  • Silber und Punzen

    Oklads, Kelche und Monstranzen werden nach Feingehalt, Meister und Ausführung bewertet. Moskauer und Petersburger Punzen sind gut datierbar.

  • Erhaltung

    Abplatzungen, Übermalungen, Wurmfraß und Risse mindern den Wert. Fachgerechte, dokumentierte Restaurierungen sind kein Nachteil.

  • Provenienz

    Belegte Herkunft aus Privatbesitz ist Voraussetzung für den Ankauf von Kirchengut und Judaica und steigert die Nachfrage.

  • Ikonografie

    Seltene Themen, vielfigurige Festtagsikonen und Ikonen mit Inschriften sind gefragter als häufige Einzelheilige.

Originale erkennen

Das Alter einer russischen Ikone verrät sich meist an der Rückseite. Ältere Tafeln aus Linden- oder Kiefernholz haben eingesetzte Querleisten, die Schponki, und auf der Vorderseite eine vertiefte Bildfläche, den Kowtscheg; im 19. Jahrhundert wurden Tafeln häufiger flach gearbeitet. Der Malgrund aus Kreide und Leim, Levkas genannt, liegt auf einer Leinwandschicht. Ab dem späten 19. Jahrhundert entstanden in großer Zahl gedruckte Ikonen auf Blech oder Papier, die unter einem Messingoklad oft wie gemalte wirken.

Silberoklads tragen Punzen mit dem Feingehalt in Solotnik, meist 84 für 875/1000, dazu Stadtmarke, Meisterzeichen und häufig eine Jahreszahl; ab den späten 1890er-Jahren erscheint der Frauenkopf mit Kokoschnik. Westliche Holzfiguren zeigen bei originaler Fassung Krakelee, Kreidegrund und glänzende Polimentvergoldung auf rotem Bolus; gotische Figuren sind an der Rückseite oft ausgehöhlt. Wiener Kirchensilber trägt Stadtmarke, Jahreszahl und Meistermarke, Grödner Serienfiguren des 19. Jahrhunderts häufig einen Werkstattstempel am Sockel.

Kirchengut und Kulturgut mit unklarer Herkunft prüfen wir vor jedem Ankauf auf ihre Provenienz. Objekte aus Kirchen, Kapellen, Klöstern und Friedhöfen übernehmen wir nur, wenn der rechtmäßige Erwerb belegt ist, etwa durch eine Bestätigung der Pfarre oder Diözese, Erbunterlagen oder ältere Kaufbelege. Judaica werden besonders sorgfältig auf einen möglichen NS-verfolgungsbedingten Entzug geprüft. Reliquien sind nach kirchlichem Recht vom Verkauf ausgeschlossen. Teile aus Elfenbein, etwa Corpora, unterliegen der VO (EU) 2021/2280 und sind nur mit Bescheinigung handelbar.

Künstler, Marken, Epochen und Materialien

Künstler

35

Epochen & Stile

12

Materialien, Techniken & Punzen

14

Fragen zu Ikonen & sakrale Kunst

Wie alt ist meine Ikone?

Von vorn lässt sich das selten sagen, weil Ikonen über Jahrhunderte in gleichen Formen gemalt wurden. Aussagekräftiger sind Rückseite, Holz, Querleisten, Kreidegrund und Inschriften. Schicken Sie uns deshalb immer auch ein Foto der Rückseite.

Ist eine Ikone mit Silberoklad mehr wert?

Oft ja, aber nicht immer aus demselben Grund. Bei gedruckten Ikonen trägt der Oklad häufig den größeren Teil des Werts, bei gemalten Ikonen ergänzen sich Malerei und Silber. Oklad und Ikone sollten in jedem Fall zusammenbleiben.

Kaufen Sie Objekte aus Kirchen oder Kapellen?

Nur wenn der rechtmäßige Erwerb belegt ist, etwa durch eine Bestätigung der Pfarre, Erbunterlagen oder alte Kaufbelege. Ohne solche Nachweise übernehmen wir kein Kirchengut. Wir sehen uns die Unterlagen gern vorab an.

Darf ich eine nachgedunkelte Ikone reinigen?

Bitte nicht. Der dunkle Firnis aus Leinöl liegt direkt auf der Malschicht, und Lösungsmittel oder Wasser zerstören sie. Abnahme und Festigung sind Aufgaben für Restauratoren; für die Bewertung reicht der jetzige Zustand.

Haben gedruckte Ikonen einen Wert?

Einen bescheidenen, der vor allem vom Beschlag abhängt. Druckikonen mit Silber- oder Emailoklad sind gefragt, Druckikonen mit Messingrahmen deutlich weniger. Auf Fotos lässt sich der Unterschied meist erkennen.

Wie gehen Sie mit Judaica um?

Mit besonderer Sorgfalt bei der Herkunft. Viele jüdische Familien in Wien wurden ab 1938 beraubt; deshalb fragen wir nach Erwerbsgeschichte und Familienunterlagen und prüfen öffentlich zugängliche Verlustdatenbanken. Gut dokumentierte Stücke übernehmen wir gern.

Können geweihte Gegenstände wie Kelche verkauft werden?

Kelche, Monstranzen und andere liturgische Geräte aus Privatbesitz können verkauft werden, wenn ihre Herkunft geklärt ist. Ausgenommen sind Reliquien, deren Verkauf das Kirchenrecht untersagt. Bei Klosterarbeiten mit Reliquienpartikeln besprechen wir den Umgang im Einzelfall.

Kaufen Sie auch neu gemalte Ikonen?

Zeitgenössische Ikonen aus Griechenland, Russland oder Rumänien haben meist einen kleinen Markt. Wir sehen sie uns an, vor allem wenn sie signiert sind oder in einem größeren Bestand mitkommen.

Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.

Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.