Material: Email, Steine & Schmuck
Pietra dura
Florentiner Steinmosaik aus passgenau geschnittenen Halbedelsteinen, gefördert seit 1588 durch die Hofwerkstatt der Medici.
Pietra dura, auch Commesso oder Florentiner Mosaik genannt, ist ein Bildmosaik aus dünnen, exakt zugeschnittenen Plättchen aus Halbedelsteinen und farbigem Marmor. Die Steine werden so ausgewählt, dass ihre natürliche Zeichnung Schatten und Farbübergänge wiedergibt. Ferdinando I. de' Medici gründete 1588 in Florenz die Hofwerkstatt, die heutige Opificio delle Pietre Dure. Tischplatten, Kabinettschränke, Wandbilder und im 19. Jahrhundert Broschen und Souvenirplatten für Reisende entstanden in dieser Technik.
Pietra dura zeigt fugenlos aneinandergesetzte Steinstücke ohne sichtbare Kittlinien, die Oberfläche ist plan geschliffen und kühl. Typische Motive sind Blumen, Vögel, Früchte und Landschaften auf schwarzem Grund. Scagliola, eine Technik aus gefärbtem Stuck, imitiert Pietra dura, fühlt sich wärmer und weicher an und lässt sich mit dem Messer ritzen. Gemalte Imitationen zeigen Pinselstriche. An der Rückseite von Broschen ist die Steinplatte oft mit Schiefer hinterlegt.
Florentiner Arbeiten des 17. und 18. Jahrhunderts sind museal, Broschen und Plaketten des 19. Jahrhunderts mit Goldfassung gesucht. Für die Bewertung zählen Feinheit der Fugen, Wahl der Steine und Zustand. Risse und ausgebrochene Steinchen mindern den Wert. Moderne Arbeiten aus Indien in ähnlicher Technik sind häufig.
So prüfen Sie es
- fugenlos zusammengesetzte Steinstücke
- plan geschliffene, kühle Oberfläche
- Blumen und Vögel auf schwarzem Grund
- Scagliola ist weicher und wärmer
- Schiefer als Rückseite bei Broschen
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