Material: Edelmetalle
Rotgold
Goldlegierung mit hohem Kupferanteil und rötlichem Ton, verbreitet in Schmuck und Uhren des 19. Jahrhunderts und in russischem Gold.
Rotgold erhält seine Farbe durch einen hohen Kupferanteil bei geringem Silberzusatz. Der Feingehalt sagt über die Farbe nichts aus: Rotgold gibt es als 333, 585 und 750. Im 19. Jahrhundert war rötliches Gold in Mitteleuropa verbreitet, etwa bei Ringen, Uhrketten und Taschenuhrgehäusen; in Russland prägte es den Schmuck bis weit ins 20. Jahrhundert, oft als 56 Zolotnik, also 583 Tausendteile. Die Handelsnamen Roségold und Rosegold bezeichnen hellere Abstufungen.
Die Stempel entsprechen denen von Gelbgold. Kupferreiche Legierungen dunkeln mit der Zeit nach und bilden in Vertiefungen eine bräunliche Patina. Auf dem Probierstein ergibt Rotgold einen rötlichen Strich, den die passende Säure nicht löst. Rot wirkende Stücke ohne Stempel können vergoldetes Kupfer oder Tombak sein; an abgenutzten Stellen erscheint dann das Grundmetall, und das Gewicht fällt geringer aus. Ein Magnet zieht weder Rotgold noch Kupfer an.
Die Bewertung richtet sich nach Feingehalt und Gewicht. Taschenuhren mit Rotgoldgehäuse und russischer Schmuck mit Zolotnik-Angaben finden zusätzlich Sammler. Rotgold-Doublé und rötlich vergoldeter Modeschmuck tragen oft Gehaltsangaben, die sich nur auf die dünne Auflage beziehen. Die Farbe allein erlaubt keinen Rückschluss auf den Goldgehalt, erst Stempel und Prüfung klären ihn.
So prüfen Sie es
- rötlicher bis kupferfarbener Ton
- Stempel wie bei Gelbgold
- russisch „56“ für 583/1000
- bräunliche Patina in Vertiefungen
- Strichprobe zur Abgrenzung von Tombak
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