Material: Email, Steine & Schmuck
Mikromosaik
Mosaik aus winzigen gezogenen Glasstäbchen, ab dem späten 18. Jahrhundert in Rom für Broschen, Dosen und Tischplatten gefertigt.
Mikromosaiken bestehen aus winzigen Glasstäbchen, den smalti filati, die in eine Kittschicht gesetzt werden. Ein Quadratzentimeter kann hunderte Stäbchen enthalten. Die Technik entwickelte sich ab den 1770er-Jahren in Rom im Umfeld der Vatikanischen Mosaikwerkstatt. Im 19. Jahrhundert kauften Reisende auf der Grand Tour Broschen, Anhänger, Dosendeckel, Briefbeschwerer und Tischplatten mit römischen Ruinen, Tieren, Blumen und Genreszenen. Die Arbeiten wurden in Gold, Silber oder Schiefer gefasst.
Die Lupe löst das Bild in winzige, farbige Punkte und Striche mit feinen Fugen auf. Die Oberfläche ist plan geschliffen und kann Wachs in den Fugen enthalten. Gemalte oder gedruckte Imitationen zeigen keine Stäbchenstruktur. Fehlende Stäbchen hinterlassen kleine Löcher. Ein Riss im Glasgrund oder im Kitt führt zu Verschiebungen. Gute Arbeiten verwenden feinste Farbabstufungen und enge Fugen. Die Fassung verrät oft das Entstehungsjahrzehnt.
Römische Mikromosaiken des 19. Jahrhunderts in Goldfassung und Tischplatten sind gesucht. Für die Bewertung zählen Feinheit, Motiv, Fassung und Zustand. Fehlende Stäbchen und Risse mindern den Wert, lassen sich aber restaurieren. Spätere italienische Souvenirware mit groben Stäbchen hat geringeren Wert.
So prüfen Sie es
- winzige Glasstäbchen unter der Lupe
- plan geschliffene Oberfläche
- Ruinen, Tiere und Blumen als Motive
- Fassung in Gold, Silber oder Schiefer
- kleine Löcher bei fehlenden Stäbchen
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