Kunst
Wiener Bronzen verkaufen in Wien
Kaltbemalte Figuren, Tiere und Gebrauchsgegenstände aus Wiener Bronzewerkstätten zwischen 1860 und 1930, dazu Bronzen des Empire, des Jugendstils und des Art déco.
Wiener Bronzen sind kleine, meist kaltbemalte Figuren und Gebrauchsgegenstände aus Bronze, die zwischen etwa 1860 und den 1930er-Jahren in Wiener Werkstätten entstanden. Angekauft werden Tierfiguren, Vögel, Hunde, Katzen und Insekten, orientalische Szenen, Figuren aus dem Wilden Westen, Miniaturen, Tintenzeuge, Zündholzhalter, Aschenschalen, Tischglocken, Lampen und erotische Klappfiguren. Dazu kommen feuervergoldete Bronzen des Empire, Bronzen des Jugendstils und Damenfiguren des Art déco aus Wiener Ateliers sowie stilisierte Messingfiguren der Werkstätte Hagenauer. Einzelstücke werden ebenso geprüft wie Sammlungen mit Hunderten Figuren.
Wiener Bronzen sind ein internationales Sammelgebiet mit Käufern in England, den USA und Österreich; schon im 19. Jahrhundert gingen sie in großer Zahl in den Export. Gesucht sind fein ziselierte Figuren mit gut erhaltener Kaltbemalung, seltene Motive, Gruppen mit mehreren Figuren und Stücke mit Werkstattmarke. Vögel und Hunde gehören zu den beliebtesten Motiven, orientalische Szenen mit Teppichhändlern zu den gesuchtesten. Übermalte Figuren und asiatische Nachgüsse, die seit Jahrzehnten in großer Zahl angeboten werden, haben dagegen geringen Wert.
Die Wiener Bronzewarenproduktion war arbeitsteilig organisiert: Modelleure entwarfen, Gießer fertigten Sandgüsse, Ziseleure arbeiteten die Details nach, Malerinnen trugen die Kaltbemalung in mehreren Schichten auf, oft in Heimarbeit. Viele Betriebe lagen in den Vorstädten, besonders in Neubau. Franz Xaver Bergman führte ab 1894 die Werkstatt seines Vaters und machte sie zur bekanntesten Marke, Carl Kauba belieferte vor allem den amerikanischen Markt mit Figuren aus dem Wilden Westen. Die Werkstätte Hagenauer, 1898 von Carl Hagenauer gegründet, begann ebenfalls mit Wiener Bronzen.
Für eine erste Einschätzung fotografieren Sie die Figur von mehreren Seiten und die Unterseite mit Marken, Stempeln, Gewinden und Muttern; ein Maßstab im Bild hilft, denn viele Wiener Bronzen sind nur wenige Zentimeter groß. Bitte reinigen Sie die Bemalung nicht. Bei der kostenlosen Besichtigung in jedem der 23 Bezirke prüfen wir Guss, Ziselierung, Bemalung und Marken mit der Lupe und unterscheiden Originale von Nachgüssen. Danach erhalten Sie ein Angebot; bezahlt wird bar oder per Überweisung, ganze Sammlungen holen wir auf Wunsch ab.
Objektgruppen
22 Gruppen, jede mit eigener Seite: Was es ist, woran der Wert hängt, wie man Originale erkennt.
Kaltbemalte Vogelfiguren
Papageien, Eulen, Spatzen, Fasane und Vogelgruppen in naturgetreuer Kaltbemalung.
Hunde- und Katzenfiguren
Dackel, Möpse, Terrier, Bernhardiner und spielende Katzen in Wiener Kaltbemalung.
Wildtiere und Jagdtiere
Füchse, Hirsche, Bären, Hasen und Raubkatzen als Einzelfiguren und Jagdszenen.
Insekten und Käfer
Maikäfer, Hirschkäfer, Fliegen, Bienen und Schmetterlinge in naturgetreuer Miniatur.
Orientalische Bronzefiguren
Araber auf Kamelen und Pferden, Wasserträger, Musikanten und Schlangenbeschwörer in kräftiger Kaltbemalung.
Teppichhändler und Basarszenen
Händler mit ausgebreiteten Teppichen, Verkaufsstände und Basarszenen mit aufwendig bemalten Mustern.
Westernfiguren
Reiter, Krieger, Häuptlinge und Cowboys aus der Werkstatt Carl Kauba und ihrem Umfeld.
Miniaturbronzen
Winzige Tiere, Figuren und Alltagsgegenstände, oft nur wenige Zentimeter groß.
Humoristische Tierfiguren
Vermenschlichte Tiere als Musikanten, Schüler, Raucher oder Spieler, typisch für die Wiener Bronze um 1900.
Erotische Klappfiguren
Figuren mit aufklappbaren Mänteln, Schirmen oder Gehäusen, die eine Aktfigur verbergen, oft mit der Signatur „Namgreb“.
Tintenzeuge und Schreibtischbronzen
Tintenfässer, Federhalter, Briefbeschwerer, Löscher und Briefständer mit Figuren aus Wiener Bronze.
Zündholzhalter und Aschenschalen
Rauchzubehör mit Figuren: Zündholzständer, Reibflächen, Zigarrenabschneider und Aschenschalen.
Tischglocken in Figurenform
Glocken zum Rufen des Personals in Form von Damen, Tieren und Figuren, mit Klöppel oder Druckmechanik.
Wiener Bronzelampen
Tischlampen und Leuchter mit kaltbemalten Figuren, orientalischen Szenen und Tieren.
Ablageschalen mit Figuren
Schalen, Vide-poches und Kartenschalen mit aufgesetzten Tieren und Figuren.
Pferde- und Reiterbronzen
Pferde, Jockeys, Reiter und Gespanne in Kaltbemalung oder Patina.
Tänzerinnen und Damenfiguren
Damen der Belle Époque, Tänzerinnen und Art-déco-Figuren von Bruno Zach, Josef Lorenzl und Wiener Werkstätten.
Figuren mit Bein- und Elfenbeinteilen
Bronzefiguren mit Gesichtern und Händen aus Bein oder Elfenbein von Peter Tereszczuk, Carl Kauba und anderen.
Jugendstil-Bronzen
Lampen, Schalen, Vasen und Figuren des Wiener Jugendstils von Gustav Gurschner und Zeitgenossen.
Feuervergoldete Empire-Bronzen
Leuchter, Tafelaufsätze, Figuren und Beschläge aus feuervergoldeter Bronze zwischen 1800 und 1830.
Verkleinerte Denkmalbronzen
Reduktionen Wiener Denkmäler und Statuen als Kleinbronzen für Wohnungen und Ehrengeschenke.
Stilisierte Messingfiguren
Figuren, Tiere und Köpfe aus poliertem Messing und Holz der Werkstätte Hagenauer zwischen 1920 und 1960.
Wovon der Wert abhängt
Kaltbemalung
Originale, mehrschichtige Bemalung mit feinen Details ist der wichtigste Wertfaktor. Übermalte oder neu bemalte Figuren verlieren deutlich.
Guss und Ziselierung
Scharf ziselierte Federn, Fell und Gesichter zeigen einen guten Werkstattguss. Weiche, verschwommene Details deuten auf Nachgüsse.
Motiv und Seltenheit
Seltene Tiere, Gruppen mit mehreren Figuren und orientalische Szenen sind gesuchter als einzelne Vögel oder Hunde. Figuren mit Mechanik oder Funktion stehen hoch.
Werkstattmarke
Das B in der Vase für Bergman, die Signatur Kaubas oder die Marke wHw erhöhen den Wert. Viele echte Stücke sind jedoch ungemarkt.
Größe
Große Figuren und Miniaturen unter drei Zentimetern sind seltener als mittlere Formate. Beide werden von Spezialsammlern gesucht.
Erhaltung
Abgebrochene Beine, Schwänze und Fühler, verbogene Teile und fehlende Elemente mindern. Abrieb der Bemalung an exponierten Stellen ist üblich.
Herkunft
Sammlungen mit alten Rechnungen oder Händleretiketten belegen Alter und Echtheit. Eine lange Herkunft aus Wiener Familienbesitz spricht gegen moderne Nachgüsse.
Originale erkennen
Originale Wiener Bronzen sind aus Bronze oder Messing im Sandguss gefertigt, ziseliert und in mehreren Farbschichten kalt bemalt, also ohne Einbrennen. Die Unterseite zeigt oft Gewinde, Muttern oder Nieten, mit denen Teile verbunden sind, dazu Marken wie das B in einer Vase für Bergman, „Geschützt“ für den Musterschutz oder „Austria“ für den Export, nach 1891 häufig „Made in Austria“. Die Bemalung ist bei alten Stücken an Kanten und Höhen abgerieben, darunter erscheint die goldbraune Bronze. Alte Figuren sind für ihre Größe schwer und scharf gearbeitet.
Seit den 1970er-Jahren sind Nachgüsse aus Asien und Osteuropa in großer Zahl im Umlauf. Sie wirken auf Fotos überzeugend, sind aber meist leichter, haben weichere Details, einen gleichmäßigen, glänzenden Lack statt geschichteter Kaltbemalung und oft eingegossene statt eingeschlagene Marken. Verwechslungen entstehen auch mit Zinkguss, der grausilbrig unter der Farbe erscheint, und mit Kunststofffiguren. Häufig wurde abgeriebene Originalbemalung übermalt, was unter der Lupe an verlaufenen Rändern und frischem Glanz erkennbar ist.
Wiener Bronzen mit Applikationen aus Elfenbein, etwa Gesichtern und Händen bei Figuren von Carl Kauba oder Peter Tereszczuk, unterliegen seit 19. Jänner 2022 den EU-Handelsbeschränkungen nach der Verordnung (EU) 2021/2280. Sie werden nur angekauft, wenn die gesetzlichen Ausnahmen und Nachweise vorliegen; Teile aus Bein sind davon nicht betroffen.
Wiener Bronzen in Ihrem Bezirk
Für jeden Bezirk eine eigene Seite mit den Künstlern, Werkstätten und Beständen, die dort eine Rolle spielen.
Künstler, Marken, Epochen und Materialien
Künstler
22
- Franz Bergman1861–1936
- Carl Kauba1865–1922
- Peter Tereszczuk1875–1963
- Gustav Gurschner1873–1970
- Bruno Zach1891–1945
- Josef Lorenzl1892–1950
- Ferdinand Preiss1882–1943
- Demétre Chiparus1886–1947
- Carl Hagenauer1872–1928
- Karl Hagenauer1898–1956
- Franz Hagenauer1906–1986
- Carl Auböck1900–1957 (Carl Auböck II), 1924–1993 (Carl Auböck III)
- Franz Barwig1868–1931
- Stefan Dakon1904–1997
- Johann Baptist Hagenauer1732–1810
- Franz Anton Zauner1746–1822
- Anton Dominik Fernkorn1813–1878
- Viktor Tilgner1844–1896
- Caspar von Zumbusch1830–1915
- Edmund Hellmer1850–1935
- Arthur Strasser1854–1927
- Josef Müllner1879–1968
Manufakturen & Marken
6
- Werkstätte Franz Bergmanzweite Hälfte 19. Jahrhundert bis 1930er-Jahre
- Werkstatt Carl Kaubaum 1890 bis 1920er-Jahre
- Wiener Bronzewaren-Herstellerum 1860 bis 1930er-Jahre
- Werkstätte Hagenauer1898–1987
- Werkstätte Carl Auböckseit 1912
- Argentor-Werkeum 1900 bis Zwischenkriegszeit
Epochen & Stile
10
- Empireum 1804–1830
- Wiener Empireum 1804–1820
- Biedermeier1815–1848
- Historismusum 1840–1914
- Naturalismusum 1870–1900
- Orientalismusum 1830–1914
- Japonismusum 1860–1920
- Jugendstilum 1895–1914
- Floraler Jugendstilum 1895–1905
- Art découm 1920–1940
Materialien, Techniken & Punzen
10
Fragen zu Wiener Bronzen
Woran erkenne ich eine echte Wiener Bronze?
An Gewicht, scharfer Ziselierung, mehrschichtiger Kaltbemalung und an der Unterseite mit Gewinden, Muttern und eingeschlagenen Marken. Nachgüsse sind leichter, glatter lackiert und weicher in den Details. Ein Foto der Unterseite hilft bei der Einschätzung.
Meine Figur hat keine Marke – ist sie trotzdem echt?
Das ist gut möglich, denn viele Wiener Bronzen sind ungemarkt, weil Werkstätten für Händler arbeiteten oder kleine Stücke keinen Platz boten. Entscheidend sind Guss, Ziselierung und Bemalung.
Soll ich die Figur reinigen oder nachmalen lassen?
Nein. Abrieb der originalen Bemalung mindert weniger als eine Übermalung. Staub lässt sich vorsichtig mit einem weichen Pinsel entfernen, Wasser und Reinigungsmittel lösen die Kaltbemalung.
Was bedeutet die Signatur „Namgreb“?
„Namgreb“ ist die rückwärts gelesene Form von Bergman. Die Werkstatt verwendete sie vor allem für erotische Klappfiguren, bei denen sich ein Mantel oder Gehäuse öffnen lässt.
Kaufen Sie auch beschädigte Wiener Bronzen?
Ja, sofern Motiv und Ausführung stimmen. Abgebrochene Teile sollten aufbewahrt werden, da sie fachgerecht wieder befestigt werden können. Fehlende Teile mindern je nach Motiv unterschiedlich stark.
Ich habe eine ganze Vitrine voller kleiner Tiere – lohnt sich eine Besichtigung?
Ja. Sammlungen enthalten oft seltene Miniaturen und Gruppen, die einzeln kaum auffallen. Bei der Besichtigung wird jedes Stück geprüft, das Angebot kann die Sammlung oder einzelne Figuren umfassen.
Sind Figuren mit Elfenbeingesicht verkäuflich?
Nur, wenn die gesetzlichen Ausnahmen und Nachweise für Elfenbein vorliegen. Häufig bestehen solche Teile aus Bein oder Kunststoff, was bei der Besichtigung geklärt wird.
Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.
Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.
Lieber schriftlich? Zum Anfrageformular