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Antiquitäten Wien

Epoche

Nachkriegsmoderne

Epoche, um 1945–1970

Wiederaufbau und Neuanfang nach 1945: Ringturm, Stadthalle, Wien Museum und 20er Haus in der Architektur, Lassnig und Weiler in der Malerei.

Nach Kriegsende 1945 lagen Teile Wiens in Trümmern, die Stadt war bis 1955 in vier Besatzungszonen geteilt. Der Stephansdom wurde 1952, Staatsoper und Burgtheater 1955 wiedereröffnet; im selben Jahr trat der Staatsvertrag in Kraft. Die Gemeinde baute neue Wohnsiedlungen und öffentliche Gebäude. Künstler suchten nach der NS-Zeit Anschluss an die internationale Moderne; Art Club, Galerie nächst St. Stephan und die Akademie wurden zu Zentren.

Architektur und Design der Nachkriegsmoderne zeigen Rasterfassaden, Flugdächer, Glaswände und schlanke Stützen. Möbel werden leicht, mit konischen Beinen, Sperrholz, Resopal und Messingdetails. Die Stadt Wien förderte ab 1952 mit der Aktion „Soziale Wohnkultur“ preiswerte Möbel für kleine Wohnungen. Malerei: Abstraktion und Informel neben figurativen und phantastischen Positionen. Keramik, Glas und Textilien nehmen organische Formen und abstrakte Muster auf. Kirchen wie die Konzilsgedächtniskirche in Lainz von Josef Lackner nutzten Sichtbeton und Glas.

Erich Boltenstern baute den Ringturm am Schottenring, Roland Rainer die Stadthalle in Rudolfsheim-Fünfhaus, Oswald Haerdtl das Historische Museum der Stadt Wien am Karlsplatz. Karl Schwanzers Weltausstellungspavillon von Brüssel 1958 wurde als 20er Haus im Schweizergarten wiederaufgebaut, heute Belvedere 21. Das Matzleinsdorfer Hochhaus, die Per-Albin-Hansson-Siedlung, das Gänsehäufel und der Donauturm gehören zu dieser Zeit. Im Handel sind Möbel, Leuchten, Keramik und Malerei der Nachkriegsjahre stark gefragt.

SW-Möbel lassen sich über die Kataloge der Aktion und Etiketten der ausführenden Tischlereien zuordnen; Nachbauten haben moderne Spanplatten. Messingleuchten von Kalmar und anderen Wiener Firmen sind mit Typenschildern versehen. Bei Gemälden helfen Galerieetiketten, Ausstellungsnummern und Rückseitenbeschriftungen. Spätere Retro-Möbel ab den 1990er-Jahren verwenden andere Kunststoffe und Beschläge. Teakfurnier und Messingfüße sprechen für die Jahre um 1960.

Woran man es erkennt

  • Rasterfassaden und Flugdächer
  • konische Möbelbeine
  • Sperrholz, Resopal und Messing
  • Aktion Soziale Wohnkultur ab 1952
  • organische Formen in Keramik und Glas
  • abstrakte Stoffmuster
  • Abstraktion neben Phantastik
  • Galerieetiketten der 1950er-Jahre

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