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Antiquitäten Wien

Epoche

Brutalismus

Stilrichtung, um 1950–1980

Architektur und Design des rohen Sichtbetons und schwerer Volumen – in Wien an der Wotrubakirche, im Design in Metallobjekten der 1960er-Jahre.

Der Begriff geht auf Le Corbusiers „béton brut“, rohen Beton, an der Unité d'habitation in Marseille (1947–1952) zurück. Alison und Peter Smithson sprachen 1953 vom New Brutalism, Reyner Banham verbreitete ihn 1955 und 1966 in Texten. Zwischen 1955 und 1980 entstanden weltweit Kirchen, Universitäten, Rathäuser und Wohnanlagen aus Sichtbeton. In Österreich bauten Fritz Wotruba, Ernst Fürst und andere in dieser Haltung.

Kennzeichen sind sichtbarer, unverputzter Beton mit Abdrücken der Schalbretter, massive, kantige Baukörper, auskragende Elemente, Wiederholung von Modulen und eine Betonung der Konstruktion. Im Design entsprechen dem schwere Möbel und Objekte aus Bronze, Stahl, Kupfer und Messing mit gehämmerten, geschweißten oder gegossenen Oberflächen. Wandskulpturen von Curtis Jeré und Möbel von Paul Evans, Leuchten mit Gussmetallschirmen und Schmuck aus rauem Metall gehören dazu. Bauten zeigen oft vorgefertigte Fassadenelemente und sichtbare Leitungen. Treppenhäuser und Decken bleiben unverkleidet.

Die Kirche zur Heiligsten Dreifaltigkeit in Mauer, nach einem Modell Fritz Wotrubas 1974 bis 1976 aus 152 Betonblöcken errichtet, ist das bekannteste Beispiel in Wien. Das Juridicum der Universität an der Schottenbastei entstand ab 1968 als Stahl-Beton-Konstruktion. Im Handel sind brutalistische Leuchten, Wandobjekte, Möbel und Schmuck der 1960er- und 1970er-Jahre gefragt. Der Wohnpark Alt-Erlaa von Harry Glück, ab 1973 in Liesing errichtet, verbindet Terrassenbauweise mit Beton.

Brutalistische Metallobjekte werden heute oft nachgeahmt; Originale tragen Signaturen oder Herstellermarken, etwa „C. Jeré“, und zeigen Patina sowie Alterung an Schweißnähten. Paul-Evans-Möbel haben signierte Platten und Konstruktionsmerkmale seiner Werkstatt in New Hope. Neue Produktionen verwenden Lacke statt chemischer Patina. Kupfer- und Bronzeschmuck der Zeit ist häufig handgeschmiedet und gestempelt; Massenware zeigt Gussgrate.

Woran man es erkennt

  • unverputzter Sichtbeton
  • Abdrücke der Schalbretter
  • massive, kantige Baukörper
  • Wiederholung von Modulen
  • geschweißte und gegossene Metalloberflächen
  • Wandskulpturen aus Metall
  • schwere Möbel aus Bronze und Stahl
  • Schmuck aus rauem Metall

Künstler

  • Le Corbusier
  • Alison Smithson
  • Peter Smithson
  • Fritz Wotruba
  • Ernst Fürst
  • Paul Evans
  • Curtis Jeré

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