Antiquitäten WienAnkauf von Kunst und Nachlässen
Antiquitäten Wien

Epoche

Volkskunst

Stilrichtung, 17.–20. Jahrhundert

Handwerk des ländlichen Lebens: bemalte Möbel, Krippen, Hinterglasbilder und Votivtafeln – gesammelt im Volkskundemuseum in der Josefstadt.

Volkskunst bezeichnet Gegenstände, die außerhalb von Hof und Akademie für den eigenen Gebrauch, für Feste und Frömmigkeit entstanden. Das Sammeln begann im späten 19. Jahrhundert; 1894 gründeten Michael Haberlandt und Wilhelm Hein in Wien den Verein für Volkskunde, dessen Museum seit 1917 im Palais Schönborn in der Laudongasse untergebracht ist. Viele Objekte stammen aus dem 18. und 19. Jahrhundert, als ländlicher Wohlstand und Wallfahrtswesen eine breite Produktion ermöglichten.

Typische Gattungen sind bemalte Kästen und Truhen mit Blumen, Heiligen und Jahreszahlen, Hinterglasbilder aus Sandl im Mühlviertel und Buchers in Böhmen, Votivtafeln aus Wallfahrtskirchen, geschnitzte Krippen aus Tirol und dem Salzkammergut, Wachsstöcke, Lebzeltmodel, Schützenscheiben, Trachtenschmuck, Spitze und Blaudruck. Die Malerei ist flächig, mit kräftigem Rot, Grün und Blau. Inschriften nennen Stifter, Anlass und Jahr. Formen werden über Generationen weitergegeben, stilistische Moden kommen verspätet an. Krippen aus Ebensee und Tirol versetzen das Geschehen in heimische Landschaft.

Das Volkskundemuseum Wien in der Josefstadt bewahrt eine der großen Sammlungen Mitteleuropas mit Möbeln, Stuben, Keramik, Krippen und religiöser Volkskunst. Im Wiener Handel erscheinen Hinterglasbilder, Krippen und Krippenfiguren, Votivbilder, bemalte Möbel, Gmundner Keramik, Schmuck und Textilien, häufig aus Verlassenschaften mit Landbesitz. Wallfahrtsandenken aus Mariazell, Maria Taferl und anderen Gnadenorten – Medaillen, Wachsvotive, Andachtsbilder – sind eigene Sammelgebiete. Auch bemalte Ostereier werden gesammelt.

Bemalte Bauernmöbel werden häufig überarbeitet oder neu bemalt; originale Bemalung zeigt Abrieb an Griffstellen, Craquelé und Farbschichten auf Kreidegrund, neue Fassungen sind gleichmäßig und mit Acryl gemalt. Hinterglasbilder der Zeit haben mundgeblasenes Glas mit Blasen und Schlieren. Votivtafeln aus Kirchen prüfen wir auf Herkunft, bevor ein Angebot entsteht. Krippenfiguren werden auf Zusammengehörigkeit geprüft.

Woran man es erkennt

  • bemalte Kästen und Truhen
  • Inschriften mit Stifter und Jahreszahl
  • Hinterglasbilder auf mundgeblasenem Glas
  • Votivtafeln
  • geschnitzte Krippenfiguren
  • Lebzeltmodel und Wachsstöcke
  • flächige Malerei in Rot, Grün und Blau
  • Trachtenschmuck und Blaudruck

Manufakturen & Werkstätten

Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.

Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.