Epoche
Jugendstil
Stilrichtung, um 1895–1914
Bruch mit dem Historismus, benannt nach der Münchner Zeitschrift „Jugend“ – in Wien von Otto Wagners Stadtbahn bis zur Kirche am Steinhof gebaut.
Der Begriff geht auf die 1896 in München gegründete Zeitschrift „Jugend“ zurück. Ziel war ein neuer Stil ohne historische Vorbilder und die Einheit von Kunst und Leben bis zum Alltagsgegenstand. In Wien gaben die Gründung der Secession 1897 und Otto Wagners Schrift „Moderne Architektur“ von 1896 den Anstoß. Die Kunstgewerbeschule unter Felician von Myrbach und Lehrern wie Hoffmann und Moser bildete die neue Generation aus.
Der Wiener Jugendstil beginnt floral, mit Pflanzenranken, Sonnenblumen und Frauenköpfen, und wird nach 1900 zunehmend geometrisch. Typisch sind Quadrat, Kreis, Schachbrett und Gitter, Schwarz-Weiß-Kontraste, Gold und Mosaik. Möbel aus Eiche, Mahagoni oder weiß lackiertem Holz mit Messingbeschlägen, Bugholzmöbel von Thonet und Kohn nach Entwürfen von Wagner und Hoffmann. Glas von Loetz und Lobmeyr, Keramik der Wiener Keramik, Silber mit glatten Flächen und Halbedelsteinen, Plakate mit flächiger Typografie. Wiener Bronzen erhalten flächige Stilisierung.
Otto Wagner baute das Majolikahaus an der Linken Wienzeile, den Hofpavillon in Hietzing, die Postsparkasse und die Kirche am Steinhof. Die Strudlhofstiege am Alsergrund, die Karl-Lueger-Gedächtniskirche am Zentralfriedhof und das Wehr in Nußdorf gehören ebenso dazu. Im Wiener Handel ist der Jugendstil eines der wichtigsten Sammelgebiete; Möbel, Glas, Keramik, Silber, Schmuck, Grafik und Plakate werden einzeln nach Entwerfer und Ausführung bewertet.
Viele Jugendstilentwürfe wurden seriell gefertigt und später nachproduziert. Originale Bugholzmöbel tragen Brandstempel und Papieretiketten der Hersteller; Nachbauten nach 1950 haben andere Leime und Schrauben. Glas von Loetz ist meist unsigniert und wird über Dekornummern und Musterbücher bestimmt. Silber trägt Wiener Feingehaltspunzen und Werkstattmarken. Plakate der Zeit sind Steindrucke mit Druckereivermerk am unteren Rand.
Woran man es erkennt
- florale Ranken und Sonnenblumen
- zunehmende Geometrie nach 1900
- Quadrat, Kreis und Schachbrett
- Gold und Mosaik
- Bugholzmöbel nach Architektenentwurf
- irisierendes Glas
- Plakate mit flächiger Typografie
- Einheit von Architektur und Ausstattung
Jugendstil verkaufen: in allen 23 Bezirken
Gold markiert sind Bezirke mit belegtem Bezug.
Mariahilf
Majolikahaus und Medaillonhaus an der Linken Wienzeile von Otto Wagner.
Innere Stadt
Postsparkasse von Otto Wagner, Ankerhaus am Graben, Zacherlhaus von Jože Plečnik.
Hietzing
Hofpavillon Hietzing der Stadtbahn von Otto Wagner.
Penzing
Kirche am Steinhof (1904–1907) und die beiden Wagner-Villen in der Hüttelbergstraße.
Alsergrund
Strudlhofstiege von Johann Theodor Jaeger (1910).
Simmering
Karl-Lueger-Gedächtniskirche am Zentralfriedhof von Max Hegele.
Döbling
Wehr- und Schleusenanlage Nußdorf mit Schemerlbrücke nach Plänen Otto Wagners.
Sparten
- Jugendstil & Wiener Werkstätte20 Objektgruppen
- Antike Möbel26 Objektgruppen
- Glas & Kristall28 Objektgruppen
- Keramik, Majolika & Fayence25 Objektgruppen
- Silber & Tafelsilber26 Objektgruppen
- Schmuck & Juwelen27 Objektgruppen
- Grafik, Zeichnungen & Aquarelle25 Objektgruppen
- Lampen, Luster & Leuchter25 Objektgruppen
- Wiener Bronzen22 Objektgruppen
- Design des 20. Jahrhunderts20 Objektgruppen
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Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.
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