Epoche
Historismus
Epoche, um 1840–1914
Zeitalter der Neo-Stile: Architektur und Kunsthandwerk wiederholten Gotik, Renaissance und Barock – getragen von Industrie, Museen und Kunstgewerbeschulen.
Historismus bezeichnet die Haltung des 19. Jahrhunderts, Bauten und Objekte in Stilen der Vergangenheit zu gestalten, je nach Bauaufgabe: Gotik für Kirchen, Renaissance für Bildung, Barock für Theater. In Wien gründete Rudolf von Eitelberger 1863 das k.k. Österreichische Museum für Kunst und Industrie, das heutige MAK, 1867 folgte die Kunstgewerbeschule. Weltausstellungen, zuletzt jene in Wien 1873, machten das Kunsthandwerk zum Gegenstand nationaler Konkurrenz.
Kennzeichen ist die Mischung historischer Formen mit neuen Techniken: Galvanoplastik, Zinkguss, Gusseisen, Pressglas, Maschinenfurnier, Chromolithografie. Möbel werden in Stilensembles gefertigt – altdeutsches Speisezimmer, Rokokosalon, Renaissance-Herrenzimmer. Glas und Silber erreichen technische Präzision, etwa im Kristallschliff und in Emailmalerei. Gemälde bevorzugen Historien, Porträts und Orientmotive. Keramik greift Majolika, Fayence und Renaissance-Steinzeug auf. Typisch sind dunkle Farben, schwere Stoffe und Fülle. Leuchter, Pendulen und Tafelaufsätze vereinen mehrere Stile an einem Stück, Kristallluster tragen Gas- und später elektrische Brenner.
Das Heeresgeschichtliche Museum im Arsenal, 1850 bis 1856 von Theophil Hansen und Ludwig Förster errichtet, verbindet byzantinische und maurische Motive. J. & L. Lobmeyr, Joh. Backhausen & Söhne, A. E. Köchert, Jarosinski & Vaugoin und Portois & Fix belieferten Hof und Großbürgertum. Das MAK bewahrt die Vorbildsammlungen jener Jahre. Im Handel ist der Historismus die breiteste Gruppe bei Möbeln, Silber, Glas und Gemälden aus Wiener Wohnungen.
Historistische Stücke sind gegenüber ihren Vorbildern häufig größer, schwerer und gleichmäßiger gearbeitet. Maschinenspuren an Rückseiten, Schrauben, Drahtstifte und dünne Messerfurniere zeigen die Fertigung nach 1850. Wiener Silber trägt nach dem Punzierungsgesetz von 1866 neu geregelte Feingehaltspunzen, Herstellermarken geben Firma und Zeit. Bei Gemälden helfen Leinwandstempel von Malmittelhändlern und Etiketten auf dem Keilrahmen.
Woran man es erkennt
- Wiederholung historischer Stile nach Bauaufgabe
- Stilensembles für einzelne Räume
- Galvanoplastik und Zinkguss
- Maschinenfurnier und Fräsornament
- dunkle Farben und schwere Stoffe
- Kristallschliff und Emailmalerei
- Historienbilder und Porträts
- Firmen- und Feingehaltspunzen
Künstler
Historismus verkaufen: in allen 23 Bezirken
Gold markiert sind Bezirke mit belegtem Bezug.
Sparten
- Antike Möbel26 Objektgruppen
- Gemälde des 19. Jahrhunderts22 Objektgruppen
- Silber & Tafelsilber26 Objektgruppen
- Glas & Kristall28 Objektgruppen
- Porzellan28 Objektgruppen
- Keramik, Majolika & Fayence25 Objektgruppen
- Lampen, Luster & Leuchter25 Objektgruppen
- Pendel-, Stand- & Tischuhren25 Objektgruppen
- Wiener Bronzen22 Objektgruppen
- Schmuck & Juwelen27 Objektgruppen
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Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.
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