Antiquitäten WienAnkauf von Kunst und Nachlässen
Antiquitäten Wien

Epoche

Klassizismus

Epoche, um 1770–1840

Rückkehr zu antiken Formen: Säulenportikus, Tempelfassade und Mahagoni – in Wien von Kornhäusel, Nobile und Montoyer gebaut.

Der Klassizismus entstand aus der Begeisterung für die Antike, ausgelöst durch die Ausgrabungen in Pompeji und durch Winckelmann. In Wien wirkten Louis Montoyer, Peter Nobile und Joseph Kornhäusel; Heinrich Friedrich Füger leitete als Direktor die Akademie. Die Napoleonischen Kriege und der Wiener Kongress 1814/15 prägten die Zeit. Der Stil überdauerte in Österreich bis in die 1840er-Jahre und floss in das Biedermeier ein.

Bauten zeigen Säulenportiken, Dreiecksgiebel und glatte Wandflächen. Möbel: klare Kastenformen, Mahagoni und Kirsche, vergoldete Bronzeappliken, Säulen und Pilaster am Korpus. Ornamente: Lorbeerkränze, Palmetten, Greifen, Lyren, Akanthus in strenger Form. Malerei bevorzugt Historien, mythologische Themen und Porträts mit klarer Zeichnung und gedämpftem Kolorit. Wiener Porzellan der Sorgenthal-Zeit ab 1784 entwickelte Reliefgold und dicht bemalte Fonds. Silber erhält Urnen- und Amphorenformen. Böhmisches Glas erhält Walzenformen mit Steinelschliff und Goldrändern; Pendulen zeigen antike Figuren neben dem Zifferblatt.

Peter Nobile schuf den Theseustempel im Volksgarten (1819–1823) und das Äußere Burgtor, Montoyer das Palais Rasumofsky auf der Landstraße. Kornhäusel baute den Stadttempel in der Seitenstettengasse und das Theater in der Josefstadt. Antonio Canovas Grabmal für Erzherzogin Marie Christine steht in der Augustinerkirche. Das Gebäude der Technischen Universität am Karlsplatz entstand 1816 bis 1818. Im Handel sind Porträts, Wiener Porzellan, Silber und Mahagonimöbel gesucht.

Klassizistische Formen wiederholten sich im Neoklassizismus um 1910 und im Art déco. Originale Bronzeappliken sind feuervergoldet, mit warmem Goldton und Ziselierung; spätere Stücke sind galvanisch vergoldet. Mahagonifurnier der Zeit ist handgesägt und deutlich dicker als modernes Messerfurnier. Bei Porträts helfen Leinwand, Keilrahmen und Signaturform. Wiener Porzellan trägt ab 1783 eingepresste Jahresziffern neben dem Bindenschild.

Woran man es erkennt

  • Säulenportikus und Dreiecksgiebel
  • Mahagoni und Kirsche
  • feuervergoldete Bronzeappliken
  • Lorbeerkranz, Palmette, Lyra und Greif
  • Säulen und Pilaster am Möbelkorpus
  • Reliefgold auf Wiener Porzellan
  • Urnen- und Amphorenform in Silber
  • klare Zeichnung, gedämpftes Kolorit

Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.

Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.