Material: Email, Steine & Schmuck
Bernstein
Fossiles Baumharz, vor allem von der Ostseeküste, verarbeitet zu Schmuck, Dosen, Pfeifenspitzen und Kunstkammerobjekten.
Bernstein ist fossiles Harz, das sich über Jahrmillionen aus Nadelbaumharz gebildet hat. Die wichtigste Lagerstätte liegt an der Ostseeküste um Königsberg, das heutige Kaliningrad. Danziger und Königsberger Werkstätten fertigten im 16. bis 18. Jahrhundert Kabinette, Schatullen und Hausaltäre aus Bernstein. Im 19. und 20. Jahrhundert entstanden Ketten, Broschen, Zigarren- und Zigarettenspitzen und Pfeifenmundstücke. Pressbernstein aus Abfallstücken, Ambroid genannt, verbreitete sich ab dem späten 19. Jahrhundert.
Bernstein ist leicht, fühlt sich warm an und schwimmt in gesättigter Salzlösung, während Glas und die meisten Kunststoffe sinken. Unter UV-Licht fluoresziert er bläulich-weiß bis grünlich. Einschlüsse von Insekten oder Pflanzenteilen kommen vor, werden aber häufig gefälscht. Pressbernstein zeigt unter der Lupe Fließstrukturen und Körnergrenzen. Kopal ist jünger und weicher und wird klebrig, wenn ein Tropfen Aceton aufgebracht wird. Laien sollten auf die Heißnadelprobe verzichten, weil sie das Stück beschädigt.
Naturbernstein in großen Stücken, alte Ketten in honiggelben oder undurchsichtig cremefarbenen Tönen und Kunstkammerobjekte sind gesucht. Pressbernstein und Kunststoff sind deutlich weniger wert. Bernstein mit Insekteneinschluss wird häufig gefälscht, weshalb eine genaue Prüfung nötig ist. Der Wert alter Ketten richtet sich nach Gewicht, Farbe und Form der Perlen.
So prüfen Sie es
- geringes Gewicht, warme Haptik
- schwimmt in Salzlösung
- bläuliche Fluoreszenz unter UV
- Fließstrukturen bei Pressbernstein
- klebrige Reaktion bei Kopal
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