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Epoche

Belle Époque

Epoche, um 1880–1914

Rückblickend benannte Friedenszeit vor dem Ersten Weltkrieg; Weltausstellungen, Varieté, Mode und das farbige Plakat von Chéret, Toulouse-Lautrec und Mucha.

Belle Époque nannte man nach dem Ersten Weltkrieg rückblickend die Jahre zwischen etwa 1880 und 1914, die in Frankreich und weiten Teilen Europas von Frieden, Wirtschaftswachstum und technischem Fortschritt geprägt waren. Die Pariser Weltausstellungen von 1889 mit dem Eiffelturm und 1900, zu der die erste Métrolinie eröffnete, zeigten Elektrizität, Automobile und Kinematografie. Cafés-concerts, Varietés und Cabarets wie das 1889 eröffnete Moulin Rouge prägten das Nachtleben.

Kennzeichnendes Medium ist das farbige Plakat. Jules Chéret entwickelte ab den 1860er-Jahren großformatige Farblithografien mit schwebenden Frauenfiguren. Henri de Toulouse-Lautrec gestaltete 1891 sein erstes Plakat für das Moulin Rouge mit La Goulue, Théophile-Alexandre Steinlen 1896 das Plakat für das Cabaret Chat Noir, Alfons Mucha ab 1894/95 Plakate für Sarah Bernhardt. Leonetto Cappiello führte nach 1900 das auf eine einzige Figur reduzierte Werbeplakat ein.

In Wien fällt die Zeit mit dem späten Ringstraßenbau, der Operette und der Wiener Moderne zusammen. Mode, Schmuck, Fächer, Parfumflakons, Menükarten und Ansichtskarten der Jahrhundertwende gehören ebenso zum Sammelgebiet wie Plakate.

Originalplakate sind Farblithografien und häufig auf Leinwand kaschiert; Drucke vor der Schrift, sogenannte Avant-la-lettre-Abzüge, sind seltener. Die Reihe „Les Maîtres de l'Affiche“ (1895–1900) brachte verkleinerte Plakatdrucke heraus, die von Originalplakaten zu unterscheiden sind. Spätere Offsetnachdrucke zeigen unter der Lupe ein Raster statt des lithografischen Korns; Format, Papier und Druckvermerk geben weitere Hinweise.

Woran man es erkennt

  • farbige Plakatlithografie
  • Varieté, Cabaret und Café-concert
  • Weltausstellungen 1889 und 1900
  • schwebende Frauenfiguren und Ornament
  • Mode und Accessoires der Jahrhundertwende

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