Lampen, Luster & Leuchter im 1. Bezirk, 1010 Wien
Luster aus der Inneren Stadt: Lobmeyr, Ringstraße, Wiener Moderne
Das Geschäft von J. & L. Lobmeyr an der Kärntner Straße besteht seit 1895; Kristalluster aus dieser Quelle hängen oft seit Generationen in Beletage-Wohnungen.
Räume mit über vier Metern Höhe verlangen große Luster: In den Ringstraßenpalais und Beletage-Wohnungen um Freyung, Schottenviertel und Stubenviertel hängen Kristalluster mit Behang aus geschliffenen Prismen, Maria-Theresien-Luster mit glasummantelten Armen und vergoldete Bronzeappliken an den Wandpfeilern. Kleinere Wohnungen in barocken Bürgerhäusern am Judenplatz und im Griechenviertel bewahren eher Tischleuchter aus Silber und Messing, Petroleumlampen und Deckenschalen. Mitunter blieb ein ganzes Speisezimmer samt passendem Luster und Wandarmen erhalten.
Ludwig Lobmeyr lieferte Anfang der 1880er-Jahre elektrische Luster für die Redoutensäle der Hofburg, Stefan Rath übernahm 1917 die Leitung der Firma. Josef Hoffmann ließ 1907 das Kabarett Fledermaus durch die Wiener Werkstätte ausstatten, Adolf Loos richtete Café Museum und American Bar ein. Woka im Palais Breuner in der Singerstraße fertigt Leuchten nach Entwürfen der Wiener Moderne neu. Die Nachkriegszeit vertreten Oswald Haerdtls Café Prückel und Erich Boltensterns Wiederaufbau der Staatsoper.
Weil Woka und Lobmeyr historische Modelle bis heute herstellen, entscheiden Fassung, Verschraubung, Kabel und Glasschliff über das Alter eines Lusters. Fotografieren Sie Krone, Arme und einzelne Prismen aus der Nähe. Einen Luster aus vier Metern Höhe nehmen wir mit Gerüst oder Leiter ab, zerlegen den Behang und verpacken ihn einzeln; die Ladezone in der Fußgängerzone reservieren wir vorab. Die Besichtigung bleibt kostenlos.
Was in Innere Stadt häufig auftaucht
- Kristalluster von J. & L. Lobmeyr – Stammhaus in der Kärntner Straße, viele Familien kauften direkt im Geschäft
- Maria-Theresien-Luster und Bronzeappliken – Beletage-Wohnungen der Ringstraßenpalais
- Leuchten der Wiener Werkstätte – Verkaufslokal am Graben ab 1907, Kundschaft im Großbürgertum
- Leuchten der 1950er-Jahre – Umfeld von Café Prückel, Espresso „Arabia“ und Ringturm
Mit Bezug zu Innere Stadt
Künstler, Werkstätten und Stile dieser Sparte, die im 1. Bezirk gelebt, gearbeitet oder gebaut haben.
Ludwig Lobmeyr
Geschäft von J. & L. Lobmeyr in der Kärntner Straße 26 und elektrische Luster der Redoutensäle in der Hofburg (Anfang der 1880er Jahre).
Stefan Rath
Leitung von J. & L. Lobmeyr in der Kärntner Straße 26 ab 1917.
Theophil Hansen
Parlament (1874–1883), Musikverein (1867–1870), Akademie am Schillerplatz (1872–1877), Börse am Schottenring (1874–1877), Palais Epstein und Palais Ephrussi, Fassade der griechisch-orthodoxen Kirche am Fleischmarkt.
Josef Hoffmann
Kabarett Fledermaus an der Kärntner Straße (1907), Gesamtausstattung durch die Wiener Werkstätte.
Koloman Moser
Fries der Kranzträgerinnen am Secessionsgebäude.
Otto Wagner
Postsparkasse am Georg-Coch-Platz (1904–1906 und 1910–1912) und Ankerhaus am Graben 10 (1894/95).
Adolf Loos
Café Museum (1899), American Bar im Kärntner Durchgang (1908), Haus am Michaelerplatz (1909–1911), Herrenmodesalon Knize am Graben 13 (1910–1913).
Oswald Haerdtl
Café Prückel am Stubenring 24 (Neugestaltung 1954), Espresso „Arabia“ am Kohlmarkt 5 (1950) und Stephansplatz 9 (1957), Geschäft Altmann & Kühne mit Hoffmann (1932).
Erich Boltenstern
Ringturm am Schottenring (1950er Jahre), Wiederaufbau der Staatsoper und Hotel Europa am Neuen Markt (1956).
Gustav Gurschner
Reiterdenkmal für das Dragonerregiment Nr. 14 in der Augustinerkirche.
Zaha Hadid
Leitete ab 2000 eine Meisterklasse an der Universität für angewandte Kunst.
Carl von Hasenauer
Kunsthistorisches und Naturhistorisches Museum (1871–1891), Burgtheater (1874–1888) und Beginn der Neuen Burg.
Fellner & Helmer
Etablissement Ronacher in der Seilerstätte (1888).
Louis Montoyer
Zeremoniensaal der Hofburg (1804–1807) und Erweiterung des Palais Albert von Sachsen-Teschen, der heutigen Albertina, ab 1801.
Eduard van der Nüll
Innenausstattung der Hofoper (1861–1869).
Oskar Wlach
Einrichtungshaus Haus & Garten in der Bösendorferstraße, ab 1925 mit Josef Frank.
J. & L. Lobmeyr
Geschäft mit kleinem Firmenmuseum in der Kärntner Straße 26, seit 1895.
Woka
Geschäft im Palais Breuner in der Singerstraße.
Wiener Werkstätte
Verkaufslokal am Graben ab 1907.
Hochbarock
Pestsäule am Graben (1693 geweiht) und Jesuitenkirche mit Pozzos Scheinkuppel; Rubens-Bestand im Kunsthistorischen Museum.
Rokoko
Bellottos Wiener Veduten im Kunsthistorischen Museum.
Klassizismus
Theseustempel im Volksgarten, Äußeres Burgtor, Stadttempel in der Seitenstettengasse, Canova-Grabmal in der Augustinerkirche.
Empire
Wiege des Königs von Rom (1811) in der Weltlichen Schatzkammer der Hofburg.
Wiener Empire
Danhauser-Entwurfszeichnungen im MAK; Prunkräume der Albertina mit Ausstattung der 1820er-Jahre.
Biedermeier
MAK am Stubenring mit Schausammlung zu Empire und Biedermeier.
Zweites Rokoko
Stadtpalais Liechtenstein in der Bankgasse mit Ausstattung 1837–1847; Kaiserappartements der Hofburg.
Historismus
MAK am Stubenring, 1863 als Museum für Kunst und Industrie gegründet; Parlament von Theophil Hansen.
Neorenaissance
Staatsoper, MAK-Gebäude, Hauptgebäude der Universität, Kunst- und Naturhistorisches Museum, Palais Ephrussi.
Neobarock
Neue Burg am Heldenplatz, Michaelertrakt der Hofburg, ehemaliges Kriegsministerium am Stubenring, Ronacher.
Floraler Jugendstil
Engel-Apotheke in der Bognergasse mit Mosaikfassade nach Oskar Laske.
Jugendstil
Postsparkasse von Otto Wagner, Ankerhaus am Graben, Zacherlhaus von Jože Plečnik.
Geometrischer Jugendstil
Postsparkasse von Otto Wagner mit Aluminiumdetails; MAK mit Möbeln und Metallarbeiten.
Art déco
Hochhaus Herrengasse von Siegfried Theiss und Hans Jaksch (1931/32).
Wiener Wohnkultur der Zwischenkriegszeit
Einrichtungshaus Haus & Garten in der Bösendorferstraße.
Nachkriegsmoderne
Ringturm am Schottenring von Erich Boltenstern (1953–1955).
Fünfzigerjahre-Design
Café Prückel am Stubenring mit Einrichtung der 1950er-Jahre.
Space Age
Ehemaliges Kerzengeschäft Retti am Kohlmarkt von Hans Hollein (1965).
Memphis
Universität für angewandte Kunst, an der Matteo Thun Produktgestaltung und Keramik lehrte.
Postmoderne
Haas-Haus am Stephansplatz (1985–1990) und Juwelier Schullin am Graben (1974) von Hans Hollein.
Brutalismus
Juridicum an der Schottenbastei, ab 1968 errichtet.
Ringstraßenstil
Ringstraße mit Staatsoper, Parlament, Rathaus, Universität, Burgtheater, Hofmuseen, Börse, Palais Ephrussi und Epstein.
Objektgruppen
- Kristalluster
- Maria-Theresien-Luster
- Messingluster der Gründerzeit
- Petroleum- und Gaslampen
- Öl-, Argand- und Moderateurlampen
- Tischleuchter und Kandelaber
- Wandappliken
- Jugendstilleuchten
- Leuchten der Wiener Moderne
- Glasschirme und Lampenglocken
- Glaslampen aus Nancy
- Bleiglaslampen im Tiffany-Stil
- Art-déco-Leuchten
- Bauhaus- und Arbeitsleuchten
- Wiener Leuchten der 1950er- bis 1970er-Jahre
- Italienisches Leuchtendesign
- Skandinavische Leuchten
- Muranoglas-Luster
- Stehleuchten
- Altarleuchter und Ewig-Licht-Ampeln
- Laternen und Außenleuchten
- Figurenleuchten
- Lusterbehang und Ersatzteile
- Ampeln und Deckenschalen
- Kunststoffleuchten des Space Age
Alle Künstler, Marken, Epochen und Materialien
Gold markiert: mit belegtem Bezug zum 1. Bezirk.
Künstler
26
- Ludwig Lobmeyr1829–1917
- Stefan Rath1876–1960
- Marianne Rath1904–1985
- Theophil Hansen1813–1891
- Josef Hoffmann1870–1956
- Koloman Moser1868–1918
- Otto Wagner1841–1918
- Adolf Loos1870–1933
- Josef Frank1885–1967
- Oswald Haerdtl1899–1959
- Carl Witzmann1883–1952
- Dagobert Peche1887–1923
- Otto Prutscher1880–1949
- Carl Auböck1900–1957 (Carl Auböck II), 1924–1993 (Carl Auböck III)
- Erich Boltenstern1896–1991
- Karl Schwanzer1918–1975
- Gustav Gurschner1873–1970
- Peter Tereszczuk1875–1963
- Peter Behrens1868–1940
- Zaha Hadid1950–2016
- Carl von Hasenauer1833–1894
- Fellner & HelmerFerdinand Fellner 1847–1916, Hermann Helmer 1849–1919
- Louis Montoyerum 1749–1811
- Eduard van der Nüll1812–1868
- Carl Auer von Welsbach1858–1929
- Oskar Wlach1881–1963
Manufakturen & Marken
27
- J. & L. Lobmeyrseit 1823
- E. Bakalowits & Söhne19. Jahrhundert bis 20. Jahrhundert
- J. T. Kalmarseit 1881
- Rupert Nikoll1950er- bis 1970er-Jahre
- Emil Stejnarab den späten 1950er-Jahren
- Wokaseit 1977
- Johann Lötz Witwe1851–1947
- Établissements Galléum 1873–1936
- Cristallerie Daumseit 1878
- Cristallerie Schneider1913 bis um 1981
- Tiffany Studios1885–1932
- Kaiser IdellLeuchtenserie ab 1933
- Tecnolumenseit 1979
- Louis Poulsenseit 1874
- Artemideseit 1960
- Flosseit 1962
- FontanaArteseit 1932
- Veniniseit 1921
- Barovier & TosoFamilie Barovier seit dem Mittelalter, Firmenname seit 1942
- Baccaratseit 1764
- Peill & Putzler20. Jahrhundert
- Swarovskiseit 1895
- Wiener Werkstätte1903–1932
- Werkstätte Hagenauer1898–1987
- Werkstätte Carl Auböckseit 1912
- Artekseit 1935
- Memphis Milano1981–1988
Epochen & Stile
32
- Hochbarockum 1680–1730
- Rokokoum 1730–1770
- Louis-seizeum 1760–1792
- Klassizismusum 1770–1840
- Empireum 1804–1830
- Wiener Empireum 1804–1820
- Biedermeier1815–1848
- Zweites Rokokoum 1830–1870
- Historismusum 1840–1914
- Neorenaissanceum 1860–1895
- Neobarockum 1870–1914
- Gründerzeitum 1850–1914 (Gründerjahre 1867–1873)
- Floraler Jugendstilum 1895–1905
- Jugendstilum 1895–1914
- Geometrischer Jugendstilum 1900–1915
- Art nouveauum 1890–1910
- Art découm 1920–1940
- Bauhaus1919–1933
- Wiener Wohnkultur der Zwischenkriegszeitum 1919–1938
- Nachkriegsmoderneum 1945–1970
- Fünfzigerjahre-Designum 1948–1962
- Mid-Century Modernum 1945–1970
- Skandinavisches Designum 1930–1975
- Space Ageum 1957–1975
- Memphis1980–1988
- Postmoderneum 1970–1995
- Alpenländischer Stil17.–19. Jahrhundert
- Brutalismusum 1950–1980
- Lichtkunstab um 1920, verstärkt ab 1960
- Ringstraßenstilum 1860–1890
- Streamlineum 1930–1950
- Zopfstilum 1760–1790
Fragen zu Lampen, Luster & Leuchter
Woran erkenne ich einen Lobmeyr-Luster?
Lobmeyr-Luster tragen selten eine Marke. Hinweise sind die Qualität des Kristalls, die Konstruktion, typische Modelle wie die sternförmigen Luster und Vergleichsstücke aus Katalogen. Wir prüfen das bei der Besichtigung.
Ist ein Luster ohne Behangteile noch etwas wert?
Ja, aber weniger. Fehlende Teile lassen sich teilweise ergänzen, originale Behänge sind jedoch schwer zu finden. Bewahren Sie lose Teile auf, auch einzelne Prismen.
Muss ich die Elektrik erneuern lassen?
Nein. Alte Kabel und Fassungen mindern den Wert kaum, weil Käufer Leuchten ohnehin neu verkabeln lassen. Wir nehmen keine Funktionsprüfung am Stromnetz vor.
Kaufen Sie Leuchten der 1950er- bis 1970er-Jahre?
Ja. Leuchten von Kalmar, Nikoll und Stejnar sowie italienische und skandinavische Designleuchten dieser Zeit sind gesucht. Auch ungezeichnete Messingleuchten bewerten wir nach Entwurf und Qualität.
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- Grammophone, Radios, Kameras & Technik
- Zinn, Kupfer, Messing & Eisenkunst
- Dosen, Miniaturen & Objets de vertu
- Schreibgeräte, Feuerzeuge & Raucherbedarf
- Vintage-Mode, Handtaschen & Accessoires
- Klassische Fahrzeuge
- Altwaren & Hausrat mit Sammlerwert
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Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.
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