Künstler: Architektur der Wiener Moderne
Adolf Loos
Architekt, Raumgestalter, Publizist, 1870–1933, Brünn – Kalksburg
Brünner Architekt und Gegner des Ornaments; Haus am Michaelerplatz, American Bar und Wohnhäuser mit verschränkten Raumhöhen.
Adolf Loos, Sohn eines Brünner Steinmetzen, studierte an der Technischen Hochschule Dresden, verbrachte 1893–1896 in den Vereinigten Staaten und ließ sich danach in Wien nieder. In Zeitungsaufsätzen und dem 1910 gehaltenen Vortrag „Ornament und Verbrechen“ griff er die dekorative Richtung der Secession und der Wiener Werkstätte an. 1920–1922 leitete er das Siedlungsamt der Gemeinde Wien, 1924–1928 lebte er überwiegend in Paris. Er starb 1933 in Kalksburg und liegt am Zentralfriedhof begraben.
Das Café Museum (1899), die American Bar im Kärntner Durchgang (1908), das Haus am Michaelerplatz (1909–1911) und der Herrenmodesalon Knize am Graben (1910–1913) zeigen sein Material: Marmor, Mahagoni, Messing, Spiegel. In Wohnhäusern wie Haus Steiner (1910), Haus Scheu (1912/13) und Haus Moller (1927/28) entwickelte er den Raumplan mit unterschiedlich hohen Ebenen. Möbel ließ er bei Tischlern wie Friedrich Otto Schmidt ausführen; für das Café Museum lieferte Jacob & Josef Kohn den Sessel. Für J. & L. Lobmeyr entwarf er ein Trinkservice, das die Firma bis heute herstellt.
Loos versah Möbel und Leuchten nicht mit Marken. Zuschreibungen beruhen auf der Herkunft aus einer Loos-Einrichtung, auf Plänen und Fotos des Loos-Archivs der Albertina und auf Firmenpapieren der Ausführenden. Viele Typen, die er verwendete – englische Clubfauteuils, Chippendale-Sessel, Messingwandleuchten –, gab es unabhängig von ihm im Handel. Beim Lobmeyr-Service unterscheiden Ätzmarke, Glasqualität und Gebrauchsspuren alte von neuen Stücken.
Epochen & Stile
Adolf Loos verkaufen: in allen 23 Bezirken
Gold markiert sind Bezirke mit belegtem Bezug.
Innere Stadt
Café Museum (1899), American Bar im Kärntner Durchgang (1908), Haus am Michaelerplatz (1909–1911), Herrenmodesalon Knize am Graben 13 (1910–1913).
Hietzing
Haus Steiner (1910), Haus Scheu (1912/13), Haus Strasser (1918/19), Haus Rufer (1922) und Häuser der Werkbundsiedlung (1932).
Währing
Haus Moller in der Starkfriedgasse 19 (1927/28).
Hernals
Siedlung Heuberg (ab 1921) aus seiner Zeit als Chefarchitekt des Siedlungsamts.
Simmering
Liegt auf dem Zentralfriedhof unter einem Grabstein nach eigenem Entwurf.
Brigittenau
Plante einen Bauteil des Otto-Haas-Hofs.
Ebenfalls: Architektur der Wiener Moderne
- Leopold Bauer1872–1938
- Ludwig Baumann1853–1936
- Karl Ehn1884–1959
- Paul Engelmann1891–1965
- Max Fabiani1865–1962
- Josef Frank1885–1967
- Hubert Gessner1871–1943
- Hugo Gorge1883–1934
- Oswald Haerdtl1899–1959
- Max Hegele1873–1945
- Clemens Holzmeister1886–1983
- Emil Hoppe1876–1957
- Marcel Kammerer1878–1959
- Ernst Lichtblau1883–1963
- Walter Loos1905–1974
- Oskar Marmorek1863–1909
- Robert Oerley1876–1945
- Friedrich Ohmann1858–1927
- Joseph Maria Olbrich1867–1908
- Rudolf Perco1884–1942
- Jože Plečnik1872–1957
- Ernst Plischke1903–1992
- Otto Schönthal1878–1961
- Margarete Schütte-Lihotzky1897–2000
Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.
Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.
Lieber schriftlich? Zum Anfrageformular