Antiquitäten WienAnkauf von Kunst und Nachlässen
Antiquitäten Wien

Glas & Kristall im 1. Bezirk, 1010 Wien

Glas und Kristall aus der Inneren Stadt: Lobmeyr, Kothgasser, Loos

Seit 1895 verkauft J. & L. Lobmeyr in der Kärntner Straße 26 – viele Familien im 1. Bezirk kauften Trinkservice und Luster direkt im Stammhaus.

In den Speisezimmern der Ringstraßenwohnungen standen Gläsergarnituren für zwölf Personen und mehr, dazu Karaffen, Dekanter und Schalen in Vitrinen, die passend zu den Raumhöhen angeschafft wurden. Bei Verlassenschaften steht oft die komplette Einrichtung eines Stils an – ein Biedermeier-Salon mit Ranftbechern und Freundschaftsgläsern ebenso wie ein Speisezimmer des Historismus mit Pokalen und Emailgläsern. Weil viele Familien direkt im Stammhaus von J. & L. Lobmeyr kauften, liegen Rechnungen, Etuis und Originalkartons mitunter noch bei.

Ludwig Lobmeyr entwarf Anfang der 1880er-Jahre die elektrischen Luster der Redoutensäle in der Hofburg; ab 1917 leitete Stefan Rath das Haus in der Kärntner Straße 26, das ein kleines Firmenmuseum führt. Anton Kothgassers bemalte Ranftbecher verkaufte Leopold Schadlbauer im Haus „Zur Goldenen Lampe“ am Stephansplatz. Adolf Loos, der Café Museum und American Bar ausstattete, entwarf um 1930 für Lobmeyr ein Trinkservice, und Leopold Forstner schuf die Glasfenster der Postsparkasse. Das MAK am Stubenring bewahrt die Vergleichsstücke.

Zählen Sie vor dem Termin, wie viele Gläser jeder Form vorhanden sind: Eine Garnitur wird nach Vollständigkeit bewertet, ein fehlender Likörbecher fällt weniger ins Gewicht als zwölf Weingläser mit Randchips. Fotos gegen helles Licht zeigen Trübungen, die Spülmaschinen hinterlassen. Schliff, Gravur und Marken prüfen wir beim kostenlosen Termin in Ihrer Wohnung, danach folgt ein Angebot. Verpackt wird jedes Glas einzeln, die Kartons tragen wir aus den Stiegenhäusern um Freyung und Schottenviertel selbst hinunter.

Was in Innere Stadt häufig auftaucht

  • Trinkservice und Luster von J. & L. Lobmeyr – Stammhaus in der Kärntner Straße, Käufe direkt im Geschäft
  • Ranftbecher mit Transparentmalerei – Biedermeier-Salons; Kothgassers Gläser wurden am Stephansplatz verkauft
  • Gläser nach Entwürfen von Adolf Loos und Oswald Haerdtl – Architekten mit Kaffeehaus- und Geschäftsbauten im Bezirk
  • Karaffen, Dekanter und Bleikristall-Schalen – Vitrinen großbürgerlicher Speisezimmer

Mit Bezug zu Innere Stadt

Künstler, Werkstätten und Stile dieser Sparte, die im 1. Bezirk gelebt, gearbeitet oder gebaut haben.

Alle Künstler, Marken, Epochen und Materialien

Gold markiert: mit belegtem Bezug zum 1. Bezirk.

Künstler

28

Manufakturen & Marken

45

Epochen & Stile

30

Materialien, Techniken & Punzen

28

Fragen zu Glas & Kristall

Ist altes Bleikristall noch gefragt?

Einfaches Bleikristall der Nachkriegszeit ist sehr häufig und wird nach Menge, Schliff und Zustand bewertet. Gesucht sind Stücke bekannter Hersteller, aufwendige Handschliffe und farbiges Überfangglas. Große Bestände werden gemeinsam angesehen.

Wie erkenne ich ein Lobmeyr-Glas?

Viele Lobmeyr-Gläser tragen am Boden eine kleine geätzte Marke. Ältere Gläser und Lusterbehang sind oft ungemarkt und werden nach Form, Glasmasse und Schliff zugeordnet. Das dünne Musselinglas ist für Lobmeyr typisch.

Meine Loetz-Vase ist nicht signiert – ist sie trotzdem echt?

Die meisten Loetz-Vasen sind unsigniert, signiert wurden vor allem Stücke für den Export. Form, Dekor und Irisierung lassen sich mit Musterbüchern vergleichen. Eine Signatur allein beweist dagegen wenig, da Fälschungen häufig signiert sind.

Ist Uranglas gefährlich?

Uranglas enthält geringe Mengen Uranoxid und gibt eine sehr schwache Strahlung ab. Es wurde lange als Gebrauchsglas verwendet und wird heute gesammelt. Unter UV-Licht leuchtet es grün.

Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.

Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.