Künstler: Design 20. Jh.
Erich Boltenstern
Architekt, Hochschullehrer, 1896–1991, Wien – Wien
Architekt des Ringturms und des Restaurants am Kahlenberg; leitete nach 1945 den Wiederaufbau der Staatsoper mit.
Erich Boltenstern studierte nach dem Ersten Weltkrieg 1919–1922 Architektur in Wien, arbeitete in Barcelona und Berlin bei Hans Poelzig, ab 1925 im Büro von Siegfried Theiss und Hans Jaksch und 1927/28 bei Julius Schulte in Linz. 1929–1934 assistierte er Oskar Strnad an der Kunstgewerbeschule, danach Clemens Holzmeister an der Akademie. 1938–1945 galt er als „jüdisch versippt“ und wurde benachteiligt. 1952–1968 war er Professor an der Technischen Hochschule. Er starb 1991 in Wien.
Boltenstern baute die Feuerhallen in Graz (1931/32) und Villach (1952/53), um 1935 das Restaurant am Kahlenberg und in den 1950er Jahren den Ringturm am Schottenring für die Wiener Städtische, das erste Hochhaus der Wiener Nachkriegszeit. Er leitete den Wiederaufbau der Staatsoper und des Palais der Böhmischen Hofkanzlei mit, baute das Hotel Europa am Neuen Markt (1956). Sein Sohn Sven Boltenstern wurde Goldschmied.
Einrichtungsgegenstände aus Boltenstern-Bauten, etwa Leuchten, Sessel und Beschläge aus Oper, Hotel Europa oder Ringturm, sind über Inventare und Fotos der Bauzeit zu sichern. Öffentliches Eigentum braucht einen Nachweis über Abgabe oder Versteigerung. Die moderate Moderne der 1950er Jahre war verbreitet; ähnliche Stücke anderer Architekten sind nur über die Herkunft abzugrenzen.
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