Empire im 1. Bezirk, 1010 Wien
Empire in der Inneren Stadt: die Wiege des Königs von Rom
In der Weltlichen Schatzkammer der Hofburg steht die Wiege, die Napoleons Sohn 1811 als Geschenk der Stadt Paris erhielt – ein Schlüsselstück des Empire in Wien.
Napoleon heiratete 1810 Erzherzogin Marie Louise; im Jahr darauf kam ihr Sohn zur Welt, der den Titel König von Rom erhielt. Seine Wiege aus vergoldetem Silber, ein Geschenk der Stadt Paris, kam nach dem Sturz Napoleons nach Wien und steht heute in der Weltlichen Schatzkammer der Hofburg. Wenige Schritte entfernt zeigt die Silberkammer höfisches Tafelgerät dieser Jahrzehnte. Nach 1815 lebte der Stil in vereinfachter Form weiter, auch in den Bürgerhäusern um Freyung und Josefsplatz, aus deren Verlassenschaften Möbel und Uhren der Zeit stammen.
Empire im Handel heißt Mahagonimöbel mit feuervergoldeten Bronzebeschlägen, Pendulen und Kaminuhren mit Figuren, Leuchter, Tafelsilber und Porzellan mit Goldrand und antikisierenden Motiven wie Adlern, Sphingen und Siegeskränzen. Feuervergoldung zeigt einen tiefen, warmen Ton und Abrieb an den Kanten; spätere galvanische Vergoldung wirkt dünn und gleichmäßig. Pariser Uhren tragen oft Signaturen auf Zifferblatt und Werk. Für Bestecke und Tafelaufsätze bietet die Silberkammer der Hofburg verlässliche Vergleiche.
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