Antike Möbel im 4. Bezirk, 1040 Wien
Biedermeier und Makartstil: Antike Möbel von der Wieden
Auf der Wieden arbeitete ab 1804 die Möbelfabrik Danhauser, Hans Makart hatte sein Atelier in der Gußhausstraße – beides prägt, was in den Wohnungen steht.
Die Gründerzeitwohnungen an Argentinierstraße, Prinz-Eugen-Straße und Schwindgasse mit 100 bis über 200 Quadratmetern nahmen ganze Salons des Historismus auf: Kredenzen mit gedrechselten Säulen, schwere Ausziehtische, Herrenschreibtische und Bücherkästen. Dienstbotenzimmer und Dachbodenabteile dienen häufig als Lager für Sessel, Spiegel und Teile zerlegter Kästen. Die niedrigen Vorstadthäuser in Mühlgasse und Paulanergasse entstanden um 1820 bis 1840; dort begegnen Biedermeier-Schubladkästen, Nähtische und Sitzgarnituren in Kirsch- und Nussholz.
Joseph Ulrich Danhauser gründete 1804 auf der Wieden eine Möbelfabrik, an die heute die Danhausergasse erinnert. Sein Sohn Josef Danhauser, als Maler des Biedermeier bekannt, führte den Betrieb nach dem Tod des Vaters weiter; Entwurfszeichnungen der Firma liegen im MAK. Hans Makart, der in der Gußhausstraße arbeitete, machte die Ausstattung von Wohnräumen mit Antiquitäten, Waffen und Teppichen zur bürgerlichen Mode. Die ersten Arbeiten der Wiener Werkstätte entstanden ab Mai 1903 in der Heumühlgasse; Biedermeier-Interieurs zum Vergleich bietet das Wien Museum am Karlsplatz.
Möbel im Stil Danhausers sind häufig, durch Entwurfszeichnungen belegbare Stücke selten. Für die Einordnung genügen zunächst Fotos von Furnierbild, Schubladenverbindungen und Beschlägen. Aus den großen Altbauwohnungen holen wir Kredenzen meist zerlegt ab; enge Dienstbotenstiegen messen wir bei der kostenlosen Besichtigung aus. Liegt die Wohnung nahe der Kettenbrückengasse, legen wir die Abholung nicht auf einen Samstag, wenn der Flohmarkt die Zufahrt erschwert.
Was in Wieden häufig auftaucht
- Möbel des Historismus und Makartstils – Salons der Gründerzeitwohnungen um Argentinierstraße und Schwindgasse
- Biedermeier-Möbel – Vorstadthäuser der Zeit um 1820–1840 in Mühlgasse und Paulanergasse
- Möbel aus dem Umkreis der Danhauser’schen Fabrik – Produktionsstandort auf der Wieden ab 1804
Mit Bezug zu Wieden
Künstler, Werkstätten und Stile dieser Sparte, die im 4. Bezirk gelebt, gearbeitet oder gebaut haben.
Josef Danhauser
Maler des Biedermeier, Sohn des Möbelfabrikanten Joseph Ulrich Danhauser, führte den Betrieb auf der Wieden nach dem Tod des Vaters weiter.
Otto Wagner
Entwarf die Stadtbahnpavillons am Karlsplatz (1898/99).
Koloman Moser
Kam 1868 in Wien zur Welt und wuchs im Theresianum auf, wo sein Vater tätig war.
Emil Hoppe
Wohn- und Geschäftshaus Wiedner Hauptstraße 128 (1912).
Oswald Haerdtl
Historisches Museum der Stadt Wien, heute Wien Museum, am Karlsplatz (1954–1959).
Clemens Holzmeister
Funkhaus der RAVAG in der Argentinierstraße 30a (1935–1939).
Joseph Danhauser'sche Möbelfabrik
Möbelfabrik auf der Wieden ab 1804; an sie erinnert die Danhausergasse.
Wiener Werkstätte
Arbeitsbeginn im Mai 1903 in einer Wohnung in der Heumühlgasse.
Wiener Barock
Karlskirche (1716–1737) nach Plänen Fischer von Erlachs; Palais Schönburg von Hildebrandt.
Klassizismus
Hauptgebäude der Technischen Universität am Karlsplatz (1816–1818).
Biedermeier
Wien Museum am Karlsplatz mit Biedermeier-Interieurs und Malerei.
Gründerzeit
Gründerzeitliche Blockrandbebauung mit Zinshäusern.
Makartstil
Ehemaliges Atelier Hans Makarts in der Gußhausstraße.
Gotik
Wien Museum am Karlsplatz mit Originalskulpturen vom Stephansdom.
Nachkriegsmoderne
Wien Museum am Karlsplatz, Bau von Oswald Haerdtl (1954–1959).
Neogotik
Elisabethkirche am St.-Elisabeth-Platz aus den 1860er-Jahren.
Objektgruppen
- Biedermeier-Sekretär
- Biedermeier-Sitzgarnitur
- Biedermeier-Kanapee
- Biedermeier-Rundtisch
- Schubladkasten
- Wäschekasten
- Bauernkasten
- Tabernakelsekretär
- Schreibkommode
- Barocke Kommode
- Vitrine
- Kredenz
- Psyche
- Konsoltisch mit Pfeilerspiegel
- Récamière
- Thonet-Sessel
- Kaffeehaus-Sessel
- Bugholz-Schaukelstuhl
- Jugendstil-Fauteuil
- Spieltisch
- Nähtisch
- Bücherkasten
- Truhe
- Herrenschreibtisch
- Gründerzeit-Speisezimmer
- Art-déco-Schlafzimmer
Alle Künstler, Marken, Epochen und Materialien
Gold markiert: mit belegtem Bezug zum 4. Bezirk.
Künstler
60
- Josef Danhauser1805–1845
- Michael Thonet1796–1871
- August Thonet1829–1910
- Gustav Siegel1880–1970
- Otto Wagner1841–1918
- Adolf Loos1870–1933
- Joseph Maria Olbrich1867–1908
- Josef Hoffmann1870–1956
- Koloman Moser1868–1918
- Otto Prutscher1880–1949
- Dagobert Peche1887–1923
- Marcel Kammerer1878–1959
- Joseph Urban1872–1933
- Theophil Hansen1813–1891
- Heinrich von Ferstel1828–1883
- Carl von Hasenauer1833–1894
- August Sicard von Sicardsburg1813–1868
- Eduard van der Nüll1812–1868
- Hugo Gorge1883–1934
- Carl Witzmann1883–1952
- Robert Oerley1876–1945
- Leopold Bauer1872–1938
- Hubert Gessner1871–1943
- Emil Hoppe1876–1957
- Otto Schönthal1878–1961
- Jože Plečnik1872–1957
- Max Fabiani1865–1962
- Ernst Lichtblau1883–1963
- Josef Frank1885–1967
- Oskar Strnad1879–1935
- Oswald Haerdtl1899–1959
- Walter Loos1905–1974
- Clemens Holzmeister1886–1983
- Fritzi Löw1892–1975
- Franz Schuster1892–1972
- Felix Augenfeld1893–1984
- Franz Singer1896–1954
- Paul Theodore Frankl1886–1958
- Wolfgang Hoffmann1900–1969
- Friedrich Kiesler1890–1965
- Ernst Plischke1903–1992
- Margarete Schütte-Lihotzky1897–2000
- Erich Boltenstern1896–1991
- Paul Engelmann1891–1965
- Michael Haberlandt1860–1940
- Zaha Hadid1950–2016
- Hans Hollein1934–2014
- Josef Kornhäusel1782–1860
- Domenico Martinelli1650–1718
- Louis Montoyerum 1749–1811
- Richard Neutra1892–1970
- Jean Nouvelgeb. 1945
- Nikolaus Pacassi1716–1790
- Anna-Lülja Praun1906–2004
- Roland Rainer1910–2004
- Gerrit Rietveld1888–1964
- Karl Schwanzer1918–1975
- Franz Sobek20. Jahrhundert
- Johannes Spalt1920–2010
- Oskar Wlach1881–1963
Manufakturen & Marken
33
- Gebrüder Thonetseit 1849 (Werkstatt), Firmenname seit 1853
- Jacob & Josef Kohnab den 1860er-Jahren bis 1914, danach Kohn-Mundus
- Mundus1907–1922, danach Thonet-Mundus
- D. G. Fischel Söhneab den 1870er-Jahren bis Zwischenkriegszeit
- TONFabrik seit 1861, Firmenname TON seit 1953
- Portois & Fixab 1881 bis ins 20. Jahrhundert
- Friedrich Otto Schmidtzweite Hälfte 19. Jahrhundert bis 20. Jahrhundert
- Bernhard Ludwigzweite Hälfte 19. Jahrhundert bis 20. Jahrhundert
- Joseph Danhauser'sche Möbelfabrik1804–1838
- Carl Leistlererste Hälfte 19. Jahrhundert bis 1850er-Jahre
- Sandor Jarayspätes 19. Jahrhundert bis Zwischenkriegszeit
- Wittmannseit 1896
- Prag-Rudniker Korbwarenfabrikationum 1900 bis Zwischenkriegszeit
- Haus & Gartenseit 1925
- Wiener Werkstätte1903–1932
- Deutsche Werkstätten Hellerauseit 1898
- Artekseit 1935
- Askoseit 1918
- Carl Hansen & Sønseit 1908
- Cassinaseit 1927
- Dorotheumseit 1707
- Établissements Galléum 1873–1936
- FontanaArteseit 1932
- Fritz Hansenseit 1872
- Herman Millerseit 1923 unter diesem Namen
- Kartellseit 1949
- Wiener Klavierbauer des Biedermeierum 1780–1850
- Knollseit 1938
- Memphis Milano1981–1988
- Svenskt Tennseit 1924
- Tectaseit 1972
- Vitraseit 1950
- Wiener Werkbundgegründet 1912
Epochen & Stile
53
- Renaissanceum 1420–1600 (nördlich der Alpen ab etwa 1500)
- Frühbarockum 1600–1680
- Hochbarockum 1680–1730
- Wiener Barockum 1683–1740
- Spätbarockum 1730–1770
- Rokokoum 1730–1770
- Zopfstilum 1760–1790
- Josephinischer Stilum 1780–1800
- Louis-seizeum 1760–1792
- Klassizismusum 1770–1840
- Empireum 1804–1830
- Wiener Empireum 1804–1820
- Biedermeier1815–1848
- Zweites Rokokoum 1830–1870
- Historismusum 1840–1914
- Neorenaissanceum 1860–1895
- Neobarockum 1870–1914
- Gründerzeitum 1850–1914 (Gründerjahre 1867–1873)
- Ringstraßenstilum 1860–1890
- Makartstilum 1870–1890
- Jugendstilum 1895–1914
- Geometrischer Jugendstilum 1900–1915
- Art découm 1920–1940
- Heimatstilum 1905–1960
- Volkskunst17.–20. Jahrhundert
- Alpenländischer Stil17.–19. Jahrhundert
- Wiener Wohnkultur der Zwischenkriegszeitum 1919–1938
- Art nouveauum 1890–1910
- Arts and Craftsum 1860–1910
- Bauhaus1919–1933
- Brutalismusum 1950–1980
- Chinoiserieum 1680–1790, Wiederbelebung im 19. Jahrhundert
- De Stijl1917–1931
- Directoireum 1790–1804
- Floraler Jugendstilum 1895–1905
- Fünfzigerjahre-Designum 1948–1962
- Gotikum 1230–1500
- Kubismusum 1907–1925
- Manierismusum 1520–1620
- Memphis1980–1988
- Mid-Century Modernum 1945–1970
- Ming-Dynastie1368–1644
- Nachkriegsmoderneum 1945–1970
- Neogotikum 1840–1900
- Orientalismusum 1830–1914
- Postmoderneum 1970–1995
- Qing-Dynastie1644–1911
- Romantikum 1790–1850
- Skandinavisches Designum 1930–1975
- Space Ageum 1957–1975
- Spätgotikum 1430–1530
- Stil der Wiener Werkstätte1903–1932
- Wiener Moderneum 1890–1918
Materialien, Techniken & Punzen
45
- Kirschholz
- Nussholz
- Wurzelnuss
- Mahagoni
- Pyramidenmahagoni
- Esche
- Ahorn
- Eiche
- Obstholz
- Fichte und Weichholz
- Karelische Birke
- Palisander
- Ebenholz
- Furnier
- Massivholz
- Intarsie
- Marketerie
- Boulle-Technik
- Schellackpolitur
- Ebonisierung
- Polimentvergoldung
- Bugholz
- Wiener Geflecht
- Schwalbenschwanzverbindung
- Handgeschmiedete Nägel
- Blattgold
- Feuervergoldung
- Formsperrholz
- Glasfaserverstärkter Kunststoff
- Kreidegrund
- Lack
- Leder
- Lindenholz
- Marmor
- Ölvergoldung
- Ormolu
- Patina
- Pietra dura
- Rattan
- Resopal
- Rosenholz
- Schildpatt
- Stahlrohr
- Teakholz
- Thuja
Fragen zu Antike Möbel
Was passiert mit Möbeln ohne Marktwert?
Sie bleiben auf Wunsch in der Wohnung oder werden im Zuge der Räumung entsorgt, die unsere Wiener Schwesterseite übernimmt. Für Restbestände aus Verlassenschaften sind wir im EDM als Abfallsammler nach § 24a AWG 2002 registriert.
Woran erkenne ich ein echtes Biedermeiermöbel?
Soll ich ein Möbel vor dem Verkauf restaurieren lassen?
Nein. Eine Restaurierung ist aufwendig und kann die originale Oberfläche zerstören, die für Sammler wichtig ist. Bewertet wird das Möbel im vorhandenen Zustand.
Kaufen Sie auch große Gründerzeitmöbel?
Ja, wenn Qualität und Zustand stimmen, etwa bei Möbeln bekannter Wiener Firmen oder fein geschnitzten Stücken. Große Kredenzen und Bibliotheken haben einen kleineren Markt, werden aber geprüft.
Antike Möbel in den Nachbarbezirken
Weitere Sparten in Wieden
- Alte Meister
- Gemälde des 19. Jahrhunderts
- Klassische Moderne
- Zeitgenössische Kunst
- Gemälde & Ölbilder
- Grafik, Zeichnungen & Aquarelle
- Fotografie
- Skulpturen & Plastiken
- Wiener Bronzen
- Jugendstil & Wiener Werkstätte
- Design des 20. Jahrhunderts
- Glas & Kristall
- Porzellan
- Keramik, Majolika & Fayence
- Silber & Tafelsilber
- Gold & Altgold
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- Taschenuhren
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- Grammophone, Radios, Kameras & Technik
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- Schreibgeräte, Feuerzeuge & Raucherbedarf
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- Klassische Fahrzeuge
- Altwaren & Hausrat mit Sammlerwert
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