Material: Hölzer & Möbelbau
Nussholz
Holz des Walnussbaums, warm braun und lebhaft gezeichnet, das wichtigste Furnierholz Wiener Möbel vom Barock bis zum Biedermeier.
Nussholz stammt vom Echten Walnussbaum, Juglans regia, der in Mitteleuropa seit der Antike kultiviert wird. Das Holz ist mittelschwer, gut zu bearbeiten und zeigt eine warme, graubraune bis dunkelbraune Farbe mit lebhafter Maserung. In Wien war Nuss das wichtigste Furnierholz für Kommoden, Schreibschränke und Sitzmöbel des Wiener Barock, später für Kästen, Sekretäre und Sessel des Biedermeier. Im Historismus kam es massiv für geschnitzte Speisezimmer zum Einsatz.
Nussholz hat zerstreut liegende Poren, die als feine Striche erscheinen, und dunkle Farbadern. An Kanten, Schubladenvorderstücken und Schlüssellöchern zeigt sich der Aufbau, meist Furnier auf einem Blindholz aus Fichte, seltener massives Holz. Mit dem Alter dunkelt Nuss nach, an lichtgeschützten Stellen bleibt es heller. Kleine runde Löcher mit frischem Bohrmehl deuten auf aktiven Holzwurmbefall, alte Löcher ohne Mehl auf früheren.
Biedermeier-Möbel in Nuss mit originaler Oberfläche, guten Proportionen und vollständigen Beschlägen sind gefragt, Massenware des späten 19. Jahrhunderts weniger. Gebeiztes Buchen- oder Birkenholz imitiert Nuss häufig; an Schnittkanten zeigt sich dann helles Holz unter der Beize, und die typischen dunklen Adern fehlen.
So prüfen Sie es
- warme, graubraune Farbe mit dunklen Adern
- feine, zerstreute Poren
- nachgedunkelte Oberfläche, helle Stellen unter Beschlägen
- Furnier auf Fichtenblindholz
- gebeizte Imitation an hellen Kanten erkennbar
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