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Material: Hölzer & Möbelbau

Furnier

Dünnes Holzblatt auf einem Trägerholz, dessen Stärke und Herstellungsart das Alter eines Möbels verraten.

Furnier ist ein dünnes Blatt aus Holz, das auf einen Korpus aus Blindholz geleimt wird. So lassen sich kostbare oder unruhig gewachsene Hölzer wie Wurzelnuss oder Pyramidenmahagoni nutzen, die massiv nicht stabil wären. Bis ins 19. Jahrhundert wurde Furnier von Hand gesägt und war entsprechend dick, oft deutlich mehr als einen Millimeter. Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts setzten sich Messer- und Schälmaschinen durch, die wesentlich dünnere und gleichmäßigere Blätter lieferten.

An Kanten, Schlüssellöchern und Ausbrüchen lässt sich die Furnierstärke ablesen. Alte Furniere wurden mit Glutinleim aus Knochen oder Haut verleimt, der sich mit Wärme und Feuchtigkeit lösen lässt; moderne Kunstharzleime sind hart und spröde. Typische Alterungsspuren sind Blasen, Risse, lose Kanten und kleine Fehlstellen. Gestürzte Furniere zeigen gespiegelte Muster. Dekorfolien und gedruckte Holzbilder besitzen keine Poren. Die Rückseite von Türen zeigt oft ein schlichteres Gegenfurnier, das das Verziehen verhindert.

Furnier ist kein Zeichen minderer Qualität: Die bedeutendsten Möbel des Barock und des Biedermeier sind furniert. Für den Wert zählen Holzbild, Zustand und Originalität. Großflächige Neufurnierung, Kunststofffurniere und Folien mindern das Interesse stark, fachgerecht ergänzte Fehlstellen nur wenig. Bei Biedermeier-Möbeln sind ergänzte Furnierstücke an Ecken und Kanten üblich.

So prüfen Sie es

  • sichtbare Stärke an Kanten und Schlüssellöchern
  • Glutinleim bei alten Möbeln
  • Blasen, Risse und lose Kanten
  • gestürzte, gespiegelte Muster
  • keine Poren bei Folie und Druck

Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.

Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.