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Antiquitäten Wien

Wiener Bronzen im 4. Bezirk, 1040 Wien

Wiener Bronzen auf der Wieden: Fernkorns Gießerei und Makarts Erbe

In der Gußhausstraße goss Anton Dominik Fernkorn ab 1861 Bronze, Viktor Tilgner hatte sein Atelier in der heutigen Prinz-Eugen-Straße – Bildhauertradition im 4. Bezirk.

Gründerzeitwohnungen an Schwindgasse, Argentinierstraße und Prinz-Eugen-Straße messen oft weit über 100 Quadratmeter; ihre Salons boten Platz für Sammlerschränke und Konsolen. Seit Makart in der Gußhausstraße sein Atelier mit Antiquitäten, Waffen und Teppichen zu Raumbildern verdichtete, galt dieses Wohnen im Bürgertum als modisch, und Figurenlampen, Kartenschalen und orientalische Szenen gehörten dazu. Im einstigen Dienstbotenzimmer oder im Abteil unter dem Dach warten Bronzen heute oft in Kisten zwischen Lustern und Bilderrahmen.

Anton Dominik Fernkorn richtete ab 1861 in der ehemaligen Kanonengießerei in der Gußhausstraße eine Kunsterzgießerei ein. Viktor Tilgner, Schöpfer des Mozart-Denkmals im Burggarten, wohnte in der Wohllebengasse; modelliert hat er an der damaligen Heugasse, jetzt Prinz-Eugen-Straße. Im Wien Museum am Karlsplatz lassen sich in den Biedermeier-Räumen Ausstattung und Zierbronzen der Zeit vergleichen. Monumentalguss, Bildhaueratelier und Museumssammlung liegen damit auf der Wieden in Gehweite voneinander.

Samstags liegen beim Flohmarkt an der Kettenbrückengasse kaltbemalte Vögel neben Nachgüssen aus jüngerer Produktion. Gerade deshalb lohnen bei Erbstücken Fotos der Unterseite, der Bemalungsschichten und von Marken wie „Geschützt“ oder „Austria“. Große Figurenlampen aus Salons der Gründerzeit zerlegen wir vor dem Transport, wenn das Stiegenhaus eng ist. Bei der Besichtigung achten wir außerdem auf Elfenbeinteile, für die seit 2022 strenge Nachweispflichten der EU gelten.

Was in Wieden häufig auftaucht

  • Figurenlampen mit Bronzefiguren – Salons der großen Gründerzeitwohnungen
  • Orientalische Szenen und Teppichhändler – Makarts Dekorationsmode im Bürgertum des Bezirks
  • Kaltbemalte Vogelgruppen – Kisten in Dienstbotenzimmern und Dachbodenabteilen

Alle Künstler, Marken, Epochen und Materialien

Gold markiert: mit belegtem Bezug zum 4. Bezirk.

Künstler

22

Manufakturen & Marken

6

Epochen & Stile

10

Materialien, Techniken & Punzen

10

Fragen zu Wiener Bronzen

Sind Figuren mit Elfenbeingesicht verkäuflich?

Nur, wenn die gesetzlichen Ausnahmen und Nachweise für Elfenbein vorliegen. Häufig bestehen solche Teile aus Bein oder Kunststoff, was bei der Besichtigung geklärt wird.

Woran erkenne ich eine echte Wiener Bronze?

An Gewicht, scharfer Ziselierung, mehrschichtiger Kaltbemalung und an der Unterseite mit Gewinden, Muttern und eingeschlagenen Marken. Nachgüsse sind leichter, glatter lackiert und weicher in den Details. Ein Foto der Unterseite hilft bei der Einschätzung.

Meine Figur hat keine Marke – ist sie trotzdem echt?

Das ist gut möglich, denn viele Wiener Bronzen sind ungemarkt, weil Werkstätten für Händler arbeiteten oder kleine Stücke keinen Platz boten. Entscheidend sind Guss, Ziselierung und Bemalung.

Soll ich die Figur reinigen oder nachmalen lassen?

Nein. Abrieb der originalen Bemalung mindert weniger als eine Übermalung. Staub lässt sich vorsichtig mit einem weichen Pinsel entfernen, Wasser und Reinigungsmittel lösen die Kaltbemalung.

Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.

Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.