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Jugendstil & Wiener Werkstätte im 4. Bezirk, 1040 Wien

Wiener Werkstätte auf der Wieden: Heumühlgasse und Karlsplatz

Ihre ersten Monate, ab Mai 1903, verbrachte die Wiener Werkstätte in einer Wohnung der Heumühlgasse. Große Altbauwohnungen an der Argentinierstraße bewahren Luster, Silber und Glas dieser Jahre.

An Argentinierstraße, Prinz-Eugen-Straße und Schwindgasse stehen Palais und Zinshäuser der Gründerzeit mit Wohnungen zwischen hundert und weit über zweihundert Quadratmetern, oft mit Dienstbotenzimmer, Parkett und Stuckdecken. Gerade diese Nebenräume und die Dachbodenabteile dienten Generationen als Lager: Kisten mit Porzellan, abgenommene Luster aus Messing, Bilderrahmen, ein Teeservice, das nach 1950 aus der Mode kam. Wo Familien seit Generationen im Bezirk wohnen, ist der Bestand an Leuchten und Metallarbeiten der Wiener Moderne meist vollständiger als in Wohnungen mit wechselnder Mieterschaft.

Den Umzug in die Neustiftgasse trat die junge Werkstätte im Herbst 1903 aus einer Wohnung in der Heumühlgasse an, am Rand des Freihausviertels. Koloman Mosers Vater arbeitete am Theresianum, dort verbrachte der spätere Mitbegründer seine Kindheit. Otto Wagner setzte 1898/99 die Stadtbahnpavillons am Karlsplatz mit Marmorplatten, grünem Eisenwerk und Sonnenblumendekor – Ornamentformen, die an Gittern, Lampen und Beschlägen der Zeit wiederkehren. Das Wien Museum am Karlsplatz zeigt Kunsthandwerk und Malerei der Wiener Moderne.

Bevor Kisten aus dem Dienstbotenzimmer zum Flohmarkt an der Kettenbrückengasse wandern, sehen wir sie kostenlos durch. Luster montieren wir nicht selbst ab; lassen Sie die Leuchte von einem Elektriker abnehmen oder fotografieren Sie sie hängend mit Baldachin. Silber prüfen wir auf Feingehaltspunzen und Meisterzeichen, Glas auf Schliff und Bodenmarke. Wohnen Botschaftsangehörige in einer Wohnung zur Untermiete, klären wir vorab, welche Stücke dem Eigentümer gehören.

Was in Wieden häufig auftaucht

  • Luster und Wandleuchten der Wiener Moderne – Altbauräume mit Stuck, oft in Dienstbotenzimmern eingelagert
  • Silberservice und Bestecke mit Wiener Punzen – Speisezimmer der großen Wohnungen an Argentinierstraße und Prinz-Eugen-Straße
  • Ver Sacrum und Ausstellungskataloge – Fachbibliotheken von Architekten und Absolventen der Technischen Universität

Alle Künstler, Marken, Epochen und Materialien

Gold markiert: mit belegtem Bezug zum 4. Bezirk.

Künstler

64

Manufakturen & Marken

52

Epochen & Stile

11

Materialien, Techniken & Punzen

26

Fragen zu Jugendstil & Wiener Werkstätte

Kaufen Sie auch Arbeiten von Schülerinnen der Kunstgewerbeschule?

Ja. Keramik, Stoffe, Emailarbeiten und Zeichnungen aus den Klassen von Hoffmann, Powolny oder Cizek sind gesucht, besonders mit Signatur oder Klassenvermerk.

Ich habe eine komplette Jugendstileinrichtung – wie gehen Sie vor?

Zuerst werden Fotos der Möbel, Marken und Beschläge gesichtet, danach folgt eine Besichtigung vor Ort. Einrichtungen werden möglichst geschlossen bewertet, weil die Zusammengehörigkeit den Wert stützt. Die Abholung wird gemeinsam geplant.

Mein Objekt hat eine WW-Marke – ist es damit echt?

Nicht zwingend. Marken der Wiener Werkstätte wurden häufig gefälscht und nachträglich eingeschlagen. Entscheidend sind Material, Verarbeitung, Proportionen und der Vergleich mit dokumentierten Modellen im Archiv.

Was ist Gitterwerk?

Gitterwerk sind Körbe, Vasen, Jardinieren und Tafelaufsätze aus durchbrochenem Eisenblech mit quadratischem Lochmuster, meist weiß lackiert, seltener aus Silber. Josef Hoffmann und Koloman Moser entwarfen sie ab etwa 1904 für die Wiener Werkstätte.

Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.

Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.