Antike Möbel im 18. Bezirk, 1180 Wien
Biedermeier aus Pötzleinsdorf, Villenmöbel aus dem Cottage
Das Geymüllerschlössel bewahrt Biedermeiermöbel zum Vergleich, das Cottageviertel Villen seit den 1870er-Jahren: Währing ist ein Bezirk gewachsener Einrichtungen.
Den Sommer verbrachten wohlhabende Familien der Stadt einst in Pötzleinsdorf und Gersthof; aus ihren Häusern stammen Biedermeier-Sitzgarnituren, Sekretäre und leichtes Sommerhausmobiliar. Im Cottageviertel, ab 1873 nach englischem Vorbild angelegt, reihen sich Villen von Späthistorismus bis Zwischenkriegszeit aneinander, viele mit Souterrain, Dachboden und Gartenhaus. Hinzu kommen große Altbauwohnungen bei Gentzgasse und Kutschkermarkt; Speisezimmer, Bücherkästen und Herrenzimmer blieben dort über Jahrzehnte bei denselben Familien.
Das Geymüllerschlössel, 1808 für Johann Heinrich von Geymüller, einen Bankier, als Sommersitz entstanden, zeigt als Außenstelle des MAK Biedermeiermöbel und Alt-Wiener Uhren; für Gehäuseformen und Furniere ist es eine wichtige Vergleichssammlung. Heinrich von Ferstel regte 1872 die Gründung des Wiener Cottage-Vereins an. 1927/28 setzte Adolf Loos im Haus Moller seinen Raumplan mit versetzten Ebenen um, Franz Singer entwarf 1932 das Gartenhaus für Hans und Anny Moller auf demselben Grundstück.
Viele Cottage-Villen wurden nach 1938 ihren jüdischen Eigentümern entzogen, Rückstellungsverfahren betrafen auch die Einrichtungen. Möbel, deren Geschichte diese Jahre berührt, prüfen wir auf ihre Herkunft, bevor wir ein Angebot legen. In Villen mit Souterrain und Gartenhaus sehen wir bei der kostenlosen Besichtigung alle Räume durch. Für Sekretäre und Kommoden genügen vorab Fotos mit Maßangaben; den Transport über Gartenstiegen erledigen wir mit Tragegurten zu zweit.
Was in Währing häufig auftaucht
- Biedermeier-Möbel und Sommerhausmobiliar – Sommerfrischen in Pötzleinsdorf und Gersthof
- Villenmobiliar des Späthistorismus und Jugendstils – Cottageviertel seit den 1870er-Jahren
- Bücherkästen und Herrenzimmer – Akademikerhaushalte um Gentzgasse und Kutschkermarkt
- Gartenmöbel – Villengärten im Cottage
Mit Bezug zu Währing
Künstler, Werkstätten und Stile dieser Sparte, die im 18. Bezirk gelebt, gearbeitet oder gebaut haben.
Adolf Loos
Haus Moller in der Starkfriedgasse 19 (1927/28).
Heinrich von Ferstel
Cottageviertel, gefördert vom 1872 mitbegründeten Wiener Cottage-Verein.
Franz Singer
Gartenhaus für Hans und Anny Moller in der Starkfriedgasse 19 (1932).
Franz Sobek
Seine Sammlung Alt-Wiener Uhren wird im Geymüllerschlössel in Pötzleinsdorf gezeigt.
Biedermeier
Geymüllerschlössel in Pötzleinsdorf mit Biedermeiermöbeln und Wiener Uhren, Teil des MAK.
Gründerzeit
Cottageviertel, ab 1873 als Villensiedlung angelegt.
Wiener Wohnkultur der Zwischenkriegszeit
Haus Moller in der Starkfriedgasse von Adolf Loos.
Neogotik
Weinhauser Pfarrkirche in der Gentzgasse von Friedrich von Schmidt.
Objektgruppen
- Biedermeier-Sekretär
- Biedermeier-Sitzgarnitur
- Biedermeier-Kanapee
- Biedermeier-Rundtisch
- Schubladkasten
- Wäschekasten
- Bauernkasten
- Tabernakelsekretär
- Schreibkommode
- Barocke Kommode
- Vitrine
- Kredenz
- Psyche
- Konsoltisch mit Pfeilerspiegel
- Récamière
- Thonet-Sessel
- Kaffeehaus-Sessel
- Bugholz-Schaukelstuhl
- Jugendstil-Fauteuil
- Spieltisch
- Nähtisch
- Bücherkasten
- Truhe
- Herrenschreibtisch
- Gründerzeit-Speisezimmer
- Art-déco-Schlafzimmer
Alle Künstler, Marken, Epochen und Materialien
Gold markiert: mit belegtem Bezug zum 18. Bezirk.
Künstler
60
- Josef Danhauser1805–1845
- Michael Thonet1796–1871
- August Thonet1829–1910
- Gustav Siegel1880–1970
- Otto Wagner1841–1918
- Adolf Loos1870–1933
- Joseph Maria Olbrich1867–1908
- Josef Hoffmann1870–1956
- Koloman Moser1868–1918
- Otto Prutscher1880–1949
- Dagobert Peche1887–1923
- Marcel Kammerer1878–1959
- Joseph Urban1872–1933
- Theophil Hansen1813–1891
- Heinrich von Ferstel1828–1883
- Carl von Hasenauer1833–1894
- August Sicard von Sicardsburg1813–1868
- Eduard van der Nüll1812–1868
- Hugo Gorge1883–1934
- Carl Witzmann1883–1952
- Robert Oerley1876–1945
- Leopold Bauer1872–1938
- Hubert Gessner1871–1943
- Emil Hoppe1876–1957
- Otto Schönthal1878–1961
- Jože Plečnik1872–1957
- Max Fabiani1865–1962
- Ernst Lichtblau1883–1963
- Josef Frank1885–1967
- Oskar Strnad1879–1935
- Oswald Haerdtl1899–1959
- Walter Loos1905–1974
- Clemens Holzmeister1886–1983
- Fritzi Löw1892–1975
- Franz Schuster1892–1972
- Felix Augenfeld1893–1984
- Franz Singer1896–1954
- Paul Theodore Frankl1886–1958
- Wolfgang Hoffmann1900–1969
- Friedrich Kiesler1890–1965
- Ernst Plischke1903–1992
- Margarete Schütte-Lihotzky1897–2000
- Erich Boltenstern1896–1991
- Paul Engelmann1891–1965
- Michael Haberlandt1860–1940
- Zaha Hadid1950–2016
- Hans Hollein1934–2014
- Josef Kornhäusel1782–1860
- Domenico Martinelli1650–1718
- Louis Montoyerum 1749–1811
- Richard Neutra1892–1970
- Jean Nouvelgeb. 1945
- Nikolaus Pacassi1716–1790
- Anna-Lülja Praun1906–2004
- Roland Rainer1910–2004
- Gerrit Rietveld1888–1964
- Karl Schwanzer1918–1975
- Franz Sobek20. Jahrhundert
- Johannes Spalt1920–2010
- Oskar Wlach1881–1963
Manufakturen & Marken
33
- Gebrüder Thonetseit 1849 (Werkstatt), Firmenname seit 1853
- Jacob & Josef Kohnab den 1860er-Jahren bis 1914, danach Kohn-Mundus
- Mundus1907–1922, danach Thonet-Mundus
- D. G. Fischel Söhneab den 1870er-Jahren bis Zwischenkriegszeit
- TONFabrik seit 1861, Firmenname TON seit 1953
- Portois & Fixab 1881 bis ins 20. Jahrhundert
- Friedrich Otto Schmidtzweite Hälfte 19. Jahrhundert bis 20. Jahrhundert
- Bernhard Ludwigzweite Hälfte 19. Jahrhundert bis 20. Jahrhundert
- Joseph Danhauser'sche Möbelfabrik1804–1838
- Carl Leistlererste Hälfte 19. Jahrhundert bis 1850er-Jahre
- Sandor Jarayspätes 19. Jahrhundert bis Zwischenkriegszeit
- Wittmannseit 1896
- Prag-Rudniker Korbwarenfabrikationum 1900 bis Zwischenkriegszeit
- Haus & Gartenseit 1925
- Wiener Werkstätte1903–1932
- Deutsche Werkstätten Hellerauseit 1898
- Artekseit 1935
- Askoseit 1918
- Carl Hansen & Sønseit 1908
- Cassinaseit 1927
- Dorotheumseit 1707
- Établissements Galléum 1873–1936
- FontanaArteseit 1932
- Fritz Hansenseit 1872
- Herman Millerseit 1923 unter diesem Namen
- Kartellseit 1949
- Wiener Klavierbauer des Biedermeierum 1780–1850
- Knollseit 1938
- Memphis Milano1981–1988
- Svenskt Tennseit 1924
- Tectaseit 1972
- Vitraseit 1950
- Wiener Werkbundgegründet 1912
Epochen & Stile
53
- Renaissanceum 1420–1600 (nördlich der Alpen ab etwa 1500)
- Frühbarockum 1600–1680
- Hochbarockum 1680–1730
- Wiener Barockum 1683–1740
- Spätbarockum 1730–1770
- Rokokoum 1730–1770
- Zopfstilum 1760–1790
- Josephinischer Stilum 1780–1800
- Louis-seizeum 1760–1792
- Klassizismusum 1770–1840
- Empireum 1804–1830
- Wiener Empireum 1804–1820
- Biedermeier1815–1848
- Zweites Rokokoum 1830–1870
- Historismusum 1840–1914
- Neorenaissanceum 1860–1895
- Neobarockum 1870–1914
- Gründerzeitum 1850–1914 (Gründerjahre 1867–1873)
- Ringstraßenstilum 1860–1890
- Makartstilum 1870–1890
- Jugendstilum 1895–1914
- Geometrischer Jugendstilum 1900–1915
- Art découm 1920–1940
- Heimatstilum 1905–1960
- Volkskunst17.–20. Jahrhundert
- Alpenländischer Stil17.–19. Jahrhundert
- Wiener Wohnkultur der Zwischenkriegszeitum 1919–1938
- Art nouveauum 1890–1910
- Arts and Craftsum 1860–1910
- Bauhaus1919–1933
- Brutalismusum 1950–1980
- Chinoiserieum 1680–1790, Wiederbelebung im 19. Jahrhundert
- De Stijl1917–1931
- Directoireum 1790–1804
- Floraler Jugendstilum 1895–1905
- Fünfzigerjahre-Designum 1948–1962
- Gotikum 1230–1500
- Kubismusum 1907–1925
- Manierismusum 1520–1620
- Memphis1980–1988
- Mid-Century Modernum 1945–1970
- Ming-Dynastie1368–1644
- Nachkriegsmoderneum 1945–1970
- Neogotikum 1840–1900
- Orientalismusum 1830–1914
- Postmoderneum 1970–1995
- Qing-Dynastie1644–1911
- Romantikum 1790–1850
- Skandinavisches Designum 1930–1975
- Space Ageum 1957–1975
- Spätgotikum 1430–1530
- Stil der Wiener Werkstätte1903–1932
- Wiener Moderneum 1890–1918
Materialien, Techniken & Punzen
45
- Kirschholz
- Nussholz
- Wurzelnuss
- Mahagoni
- Pyramidenmahagoni
- Esche
- Ahorn
- Eiche
- Obstholz
- Fichte und Weichholz
- Karelische Birke
- Palisander
- Ebenholz
- Furnier
- Massivholz
- Intarsie
- Marketerie
- Boulle-Technik
- Schellackpolitur
- Ebonisierung
- Polimentvergoldung
- Bugholz
- Wiener Geflecht
- Schwalbenschwanzverbindung
- Handgeschmiedete Nägel
- Blattgold
- Feuervergoldung
- Formsperrholz
- Glasfaserverstärkter Kunststoff
- Kreidegrund
- Lack
- Leder
- Lindenholz
- Marmor
- Ölvergoldung
- Ormolu
- Patina
- Pietra dura
- Rattan
- Resopal
- Rosenholz
- Schildpatt
- Stahlrohr
- Teakholz
- Thuja
Fragen zu Antike Möbel
Woran erkenne ich ein echtes Biedermeiermöbel?
An der Konstruktion mit handgeschnittenen Zinken, dünnem Furnier auf Weichholz, Schellackpolitur und schlichten, ausgewogenen Proportionen. Stilmöbel des 20. Jahrhunderts sind oft massiv, maschinell gezinkt und modern lackiert. Fotos der Schubladen und der Rückwand helfen bei der Einschätzung.
Soll ich ein Möbel vor dem Verkauf restaurieren lassen?
Nein. Eine Restaurierung ist aufwendig und kann die originale Oberfläche zerstören, die für Sammler wichtig ist. Bewertet wird das Möbel im vorhandenen Zustand.
Kaufen Sie auch große Gründerzeitmöbel?
Ja, wenn Qualität und Zustand stimmen, etwa bei Möbeln bekannter Wiener Firmen oder fein geschnitzten Stücken. Große Kredenzen und Bibliotheken haben einen kleineren Markt, werden aber geprüft.
Was ist ein Tabernakelsekretär?
Ein dreiteiliges Schreibmöbel des 18. Jahrhunderts: unten eine Kommode, in der Mitte eine Schreibklappe, oben ein Aufsatz mit Türen und einem mittleren Schränkchen, dem Tabernakel. Er war im süddeutschen und österreichischen Raum verbreitet und ist oft mit Nussmaser furniert.
Antike Möbel in den Nachbarbezirken
Weitere Sparten in Währing
- Alte Meister
- Gemälde des 19. Jahrhunderts
- Klassische Moderne
- Zeitgenössische Kunst
- Gemälde & Ölbilder
- Grafik, Zeichnungen & Aquarelle
- Fotografie
- Skulpturen & Plastiken
- Wiener Bronzen
- Jugendstil & Wiener Werkstätte
- Design des 20. Jahrhunderts
- Glas & Kristall
- Porzellan
- Keramik, Majolika & Fayence
- Silber & Tafelsilber
- Gold & Altgold
- Schmuck & Juwelen
- Armbanduhren
- Taschenuhren
- Pendel-, Stand- & Tischuhren
- Teppiche
- Textilien, Stickerei & Spitze
- Lampen, Luster & Leuchter
- Bücher & Antiquariat
- Autographen, Handschriften & Dokumente
- Ansichtskarten & Ephemera
- Münzen & Medaillen
- Banknoten & Papiergeld
- Briefmarken
- Militaria, Orden & Uniformen
- Historische Blankwaffen & Rüstungen
- Spielzeug, Puppen & Modellbahnen
- Asiatika
- Ikonen & sakrale Kunst
- Volkskunst & Krippen
- Tribal Art & außereuropäische Kunst
- Wissenschaftliche Instrumente & Globen
- Musikinstrumente
- Grammophone, Radios, Kameras & Technik
- Zinn, Kupfer, Messing & Eisenkunst
- Dosen, Miniaturen & Objets de vertu
- Schreibgeräte, Feuerzeuge & Raucherbedarf
- Vintage-Mode, Handtaschen & Accessoires
- Klassische Fahrzeuge
- Altwaren & Hausrat mit Sammlerwert
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Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.
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