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Ikonen & sakrale Kunst im 8. Bezirk, 1080 Wien

Sakrale Kunst aus der Josefstadt: Maria Treu und Volkskunde

Maulbertschs erste große Wiener Fresken in Maria Treu und das Volkskundemuseum mit Hinterglasbildern und Krippen: Die Josefstadt ist Vergleichsort für Barock und Volksfrömmigkeit.

Josefstädter Wohnungen mit Kachelöfen und Flügeltüren beherbergen häufig Sammlungen, die über Generationen gewachsen sind, und sakrale Kunst ist darin oft Volkskunst: Hinterglasbilder aus Sandl im Mühlviertel, Krippenfiguren, Votivtafeln, Klosterarbeiten. Bürgerhäuser in Langer Gasse und Piaristengasse bewahren daneben barocke Holzfiguren und Andachtsbilder. Professorenhaushalte nahe Universität und Landesgericht ergänzen das mitunter mit Ikonen und religiöser Grafik. Auch Kruzifixe aus Bein und Holz, Weihwasserkessel und gestickte Andachtsbilder kommen vor.

Die Kuppel der Piaristenkirche Maria Treu freskierte Franz Anton Maulbertsch 1752/53, sein erster großer Wiener Auftrag; der Bau selbst geht auf Pläne Johann Lukas von Hildebrandts zurück. Vor der Kirche steht auf dem Piaristenplatz eine Mariensäule. Das Volkskundemuseum im Palais Schönborn zeigt Hinterglasbilder, Krippen und Votivgaben, die als Vergleich für Volksfrömmigkeit dienen, und die Breitenfelder Pfarrkirche von Alexander Wielemans (1894–1898) vertritt die Neorenaissance.

Votivtafeln hingen ursprünglich in Wallfahrtskirchen; wir fragen deshalb, wie sie in Familienbesitz kamen, und kaufen nur mit plausibel belegtem Erwerb. Hinterglasbilder fotografieren Sie bitte im Rahmen, ohne das Glas zu lösen. Bei der kostenlosen Besichtigung sehen wir Bibliothek, Kästen und Dachbodenabteil durch; das Volkskundemuseum im Bezirk bleibt dabei unsere wichtigste Vergleichssammlung.

Was in Josefstadt häufig auftaucht

  • Hinterglasbilder, Krippenfiguren und Votivtafeln – Sammeltradition im Umfeld des Volkskundemuseums
  • Barocke Holzfiguren und Andachtsbilder – Bürgerhäuser in Langer Gasse und Piaristengasse
  • Klosterarbeiten und Hausaltäre – Wohnungen, die über Generationen in einer Familie blieben

Alle Künstler, Marken, Epochen und Materialien

Gold markiert: mit belegtem Bezug zum 8. Bezirk.

Künstler

35

Epochen & Stile

12

Materialien, Techniken & Punzen

14

Fragen zu Ikonen & sakrale Kunst

Kaufen Sie Objekte aus Kirchen oder Kapellen?

Nur wenn der rechtmäßige Erwerb belegt ist, etwa durch eine Bestätigung der Pfarre, Erbunterlagen oder alte Kaufbelege. Ohne solche Nachweise übernehmen wir kein Kirchengut. Wir sehen uns die Unterlagen gern vorab an.

Darf ich eine nachgedunkelte Ikone reinigen?

Bitte nicht. Der dunkle Firnis aus Leinöl liegt direkt auf der Malschicht, und Lösungsmittel oder Wasser zerstören sie. Abnahme und Festigung sind Aufgaben für Restauratoren; für die Bewertung reicht der jetzige Zustand.

Haben gedruckte Ikonen einen Wert?

Einen bescheidenen, der vor allem vom Beschlag abhängt. Druckikonen mit Silber- oder Emailoklad sind gefragt, Druckikonen mit Messingrahmen deutlich weniger. Auf Fotos lässt sich der Unterschied meist erkennen.

Wie gehen Sie mit Judaica um?

Mit besonderer Sorgfalt bei der Herkunft. Viele jüdische Familien in Wien wurden ab 1938 beraubt; deshalb fragen wir nach Erwerbsgeschichte und Familienunterlagen und prüfen öffentlich zugängliche Verlustdatenbanken. Gut dokumentierte Stücke übernehmen wir gern.

Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.

Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.