Material: Glas
Schwarzlot
Malerei mit schwarzer, eingebrannter Glasfarbe auf Glas und Porzellan, im 17. Jahrhundert in Nürnberg und im 18. Jahrhundert in Böhmen und Wien gepflegt.
Schwarzlot ist eine schwarze oder braune Malfarbe aus Glasfluss und Metalloxiden, die eingebrannt wird. Ursprünglich diente sie in der Glasmalerei für Konturen. Johann Schaper malte in Nürnberg um die Mitte des 17. Jahrhunderts feine Schwarzlotszenen auf Becher. Im 18. Jahrhundert verband Ignaz Preissler Schwarzlot mit Gold auf Glas und Porzellan; auch die Wiener Porzellanmanufaktur der Du-Paquier-Zeit und unabhängige Hausmaler bemalten Porzellan in dieser Technik.
Schwarzlotmalerei wirkt wie eine Federzeichnung oder ein Kupferstich, mit feinen Schraffuren und Lichtern, die mit der Nadel aus der Farbe gekratzt wurden. Die Farbe ist matt bis leicht glänzend und mit dem Fingernagel kaum spürbar. Goldhöhungen sind häufig. Auf Porzellan liegt Schwarzlot auf der Glasur. Abrieb zeigt sich an Kanten und Henkeln. Gedruckte Dekore späterer Zeit besitzen keine gekratzten Lichter.
Gläser und Porzellane mit Schwarzlotmalerei des 17. und 18. Jahrhunderts sind selten und gesucht, besonders mit Zuschreibung an Schaper, Preissler oder die Manufaktur Du Paquiers. Spätere Arbeiten im Stil der Zeit sind häufiger. Abgeriebene Malerei mindert den Wert, Ergänzungen lassen sich unter UV-Licht erkennen.
So prüfen Sie es
- schwarze oder braune Zeichnung wie ein Stich
- mit der Nadel gekratzte Lichter
- Goldhöhungen
- Malerei auf der Glasur
- Abrieb an Kanten und Henkeln
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