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Künstler: Architektur der Wiener Moderne

Jože Plečnik

Architekt, Entwerfer von Möbeln und liturgischem Gerät, 1872–1957, Ljubljana – Ljubljana

Slowenischer Schüler Otto Wagners; in Wien Zacherlhaus und Heilig-Geist-Kirche, danach Prager Burg und Stadtumbau von Ljubljana.

Jože Plečnik, Sohn eines Tischlers aus Ljubljana, erlernte das Tischlerhandwerk und studierte 1894–1898 bei Otto Wagner an der Wiener Akademie. Er gehörte der Secession an und arbeitete bis 1911 in Wien. Danach lehrte er an der Kunstgewerbeschule in Prag, wurde 1920 Architekt der Prager Burg unter Präsident Masaryk und übernahm 1921 eine Professur in Ljubljana, wo er Brücken, Plätze, Märkte und die Nationalbibliothek baute. Er starb 1957 in Ljubljana.

In Wien entstanden das Zacherlhaus an der Brandstätte (1903–1905) mit Granitplatten und den Atlanten von Franz Metzner, der Brunnen am Karl-Borromäus-Platz (1909) gemeinsam mit Josef Engelhart und die Heilig-Geist-Kirche in Ottakring (1910–1913), einer der frühen Sakralbauten in Stahlbeton; ihre Unterkirche mit gedrungenen Betonpfeilern ist ein eigenständiger Raum. Plečnik entwarf Möbel für Wiener Wohnungen und später Kelche, Monstranzen, Leuchter und Vasen, die Werkstätten in Prag und Ljubljana ausführten.

Möbel Plečniks tragen keine Marken; sie sind über Entwurfszeichnungen, Familienbesitz der Auftraggeber und Publikationen in „Der Architekt“ zu sichern. Liturgisches Gerät trägt die Feingehaltspunzen des Herstellungslandes, die den Ort und die Zeit eingrenzen. Bei sakralen Objekten aus Pfarren oder Klöstern wird die Herkunft geprüft. Stilistisch verraten ihn antikisierende Grundformen, kannelierte Schäfte und Kugelmotive, die er frei kombinierte.

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