Material: Textil & Kunststoffe
Brokat
Gemusterter Seidenstoff mit eingewebten Gold- und Silberfäden, verwendet für Messgewänder, Kleider und Möbelbezüge.
Brokat ist ein Gewebe, meist aus Seide, bei dem ein zusätzlicher Schussfaden das Muster bildet; bei kostbaren Brokaten besteht dieser Faden aus Gold- oder Silberlahn oder aus Metallgespinst um einen Seidenkern. Zentren der Brokatweberei waren Byzanz, Venedig, Lucca, Lyon und China. Brokat diente für liturgische Gewänder, Prunkkleider, Wandbespannungen und Möbelbezüge. Im 19. und 20. Jahrhundert kamen maschinell gewebte Brokate mit unechten Metallfäden in großen Mengen auf den Markt.
Brokat zeigt auf der Vorderseite erhabene, glänzende Muster, auf der Rückseite flottierende Fäden. Echte Metallfäden laufen grau oder schwarz an und zeigen unter der Lupe ein Metallband um einen Kern. Kunststofffolien in modernen Brokaten glänzen gleichmäßig und laufen nicht an. Brandprobe und Analyse gehören in Fachhände. Liturgische Gewänder tragen oft Stickereien und Borten, die getrennt zu bewerten sind. Abgewetzte Stellen an Kanten und Falten zeigen den Seidenkern der Metallfäden.
Brokate des 17. und 18. Jahrhunderts und liturgische Gewänder in gutem Zustand sind gesucht. Bei sakralen Textilien ist die Provenienz zu prüfen, weil sie aus Kirchenbesitz stammen können. Maschinenware des 20. Jahrhunderts hat geringen Wert. Brüchige Seide und Mottenschäden mindern den Wert stark.
So prüfen Sie es
- erhabene, glänzende Muster
- flottierende Fäden auf der Rückseite
- anlaufende Metallfäden mit Seidenkern
- gleichmäßiger Glanz bei Kunststofffolie
- Borten und Stickereien bei Paramenten
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