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Ikonen & sakrale Kunst im 20. Bezirk, 1200 Wien

Sakrale Kunst aus der Brigittenau: Brigittakapelle und Neugotik

Die Brigittakapelle von 1651, Friedrich von Schmidts neugotische Brigittakirche und Leopold Forstners spätere Werkstatt prägen die sakrale Geschichte der Brigittenau.

In den Brigittenauer Gemeindebauten an Stromstraße und Friedrich-Engels-Platz leben oft noch Kinder und Enkel der Erstmieter, und in ihren Wohnungen haben sich Kruzifixe, Andachtsbilder, Erstkommunionsbilder und Gebetbücher gehalten. Altmieter in den Gründerzeithäusern rund um Hannovermarkt und Wallensteinplatz besitzen dazu Hausaltärchen, Weihwasserkessel und Krippenfiguren, in Kellerabteilen Kisten mit Kerzenleuchtern und Heiligenfiguren aus Gips. Ältere Holzfiguren oder Ikonen sind seltener, kommen aber vor.

Rund um die Brigittakapelle von 1651, von Erzherzog Leopold Wilhelm nach der Schwedengefahr gestiftet, wuchsen Wirtshäuser und ein Kirchtag, der zum beliebten Grafikmotiv wurde. Die neugotische Brigittakirche am Brigittaplatz baute Friedrich von Schmidt zwischen 1867 und 1873. Leopold Forstner, der für Wagners Steinhofkirche und Postsparkasse Glas und Mosaik lieferte, verlegte seine Werkstatt später in die Pappenheimgasse 39; Glasmosaike und Entwürfe aus diesem Umfeld können in Bezirkshaushalten auftauchen.

Heiligenfiguren aus Gips und Serienware des 20. Jahrhunderts haben meist geringen Handelswert, ältere Holzfiguren, Glasmosaike oder signierte Glasbilder dagegen schon; Fotos von Sockel, Rückseite und Signatur helfen bei der Unterscheidung. In den Wohnhausanlagen an der Stromstraße schauen wir beim kostenlosen Termin auch ins Kellerabteil. Kirchliches Inventar übernehmen wir nur mit Erwerbsnachweis.

Was in Brigittenau häufig auftaucht

  • Kruzifixe, Erstkommunionsbilder und Gebetbücher – Gemeindebauwohnungen, die seit Jahrzehnten in einer Familie sind
  • Glasmosaike und Glasbilder – spätere Werkstatt Leopold Forstners in der Pappenheimgasse
  • Andachtsgrafik und Kirchtagsmotive – Tradition des Brigittenauer Kirchtags

Alle Künstler, Marken, Epochen und Materialien

Gold markiert: mit belegtem Bezug zum 20. Bezirk.

Künstler

35

Epochen & Stile

12

Materialien, Techniken & Punzen

14

Fragen zu Ikonen & sakrale Kunst

Wie alt ist meine Ikone?

Von vorn lässt sich das selten sagen, weil Ikonen über Jahrhunderte in gleichen Formen gemalt wurden. Aussagekräftiger sind Rückseite, Holz, Querleisten, Kreidegrund und Inschriften. Schicken Sie uns deshalb immer auch ein Foto der Rückseite.

Ist eine Ikone mit Silberoklad mehr wert?

Oft ja, aber nicht immer aus demselben Grund. Bei gedruckten Ikonen trägt der Oklad häufig den größeren Teil des Werts, bei gemalten Ikonen ergänzen sich Malerei und Silber. Oklad und Ikone sollten in jedem Fall zusammenbleiben.

Kaufen Sie Objekte aus Kirchen oder Kapellen?

Nur wenn der rechtmäßige Erwerb belegt ist, etwa durch eine Bestätigung der Pfarre, Erbunterlagen oder alte Kaufbelege. Ohne solche Nachweise übernehmen wir kein Kirchengut. Wir sehen uns die Unterlagen gern vorab an.

Darf ich eine nachgedunkelte Ikone reinigen?

Bitte nicht. Der dunkle Firnis aus Leinöl liegt direkt auf der Malschicht, und Lösungsmittel oder Wasser zerstören sie. Abnahme und Festigung sind Aufgaben für Restauratoren; für die Bewertung reicht der jetzige Zustand.

Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.

Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.