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Material: Malerei & Grafik

Firnis

Transparente Schutzschicht über der Malerei; vergilbte Naturharzfirnisse bestimmen den Eindruck vieler alter Gemälde mit.

Der Firnis ist der abschließende, durchsichtige Überzug eines Gemäldes. Er schützt die Malschicht vor Staub und Feuchtigkeit und sättigt die Farben. Traditionell bestand er aus Naturharzen wie Dammar oder Mastix, gelöst in Terpentinöl; Öl- und Kopalfirnisse waren härter und dunkler. Seit der Mitte des 20. Jahrhunderts verwenden Restauratoren auch synthetische Harze, die weniger vergilben.

Naturharzfirnisse oxidieren, vergilben und werden spröde; ein gelbbrauner Schleier legt sich über die Farben, Blau wirkt grünlich, Weiß gelblich. Im 19. Jahrhundert entwickelte Max von Pettenkofer ein Verfahren, trübe Firnisse mit Alkoholdämpfen zu regenerieren. Heute nehmen Restauratoren vergilbte Firnisse meist ab, nachdem eine kleine Probefläche den Zustand der darunterliegenden Malschicht gezeigt hat.

Unter UV-Licht fluoresziert ein alter Naturharzfirnis grünlich-milchig; Retuschen und jüngere Schichten erscheinen darauf als dunkle Flecken. So lassen sich Restaurierungen und Übermalungen einschätzen. Ein verbräunter Firnis ist kein Mangel des Bildes selbst, mindert aber seine Wirkung; über die Reinigung entscheidet ein Restaurator. Reinigungsversuche mit Haushaltsmitteln verursachen oft bleibende Schäden.

So prüfen Sie es

  • gelbbrauner Schleier über den Farben
  • grünliche Fluoreszenz unter UV-Licht
  • dunkle Retuschen in der Fluoreszenz
  • Glanzunterschiede auf der Oberfläche
  • milchige Trübung

Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.

Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.