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Ikonen & sakrale Kunst im 10. Bezirk, 1100 Wien

Heiligenbilder und sakrale Kunst aus Favoriten

Hans Puchsbaums Spinnerin am Kreuz von 1452, die Antonskirche und Johannes Spalts Salvatorkirche: Favoriten reicht von der Spätgotik bis zum Kirchenbau der Siebziger.

Wer Vorfahren unter den böhmischen und mährischen Ziegelarbeitern am Wienerberg hat, bewahrt oft Heiligenbilder, tschechischsprachige Gebetbücher und Andenken an Wallfahrtsorte der alten Heimat. In Gemeindewohnungen, die in der Familie weitergegeben wurden, hängen Kruzifixe und Öldrucke über dem Ehebett, in Siedlungshäusern im Süden finden sich Hausaltärchen und Krippen. Hinterglasbilder aus Böhmen tauchen in solchen Beständen gelegentlich auf, ebenso Rosenkränze und Medaillen.

An der Triester Straße steht seit 1452 die Spinnerin am Kreuz, Hans Puchsbaums gotische Wegsäule und das älteste Bauwerk des Bezirks. Franz von Neumann baute die Antonskirche am Ende des 19. Jahrhunderts, Johannes Spalt 1976–1979 die Salvatorkirche am Wienerfeld, die Kirchenbau nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil vertritt. Tschechische Kirchengemeinden und Vereine prägten Favoriten bis ins 20. Jahrhundert; ihre Andachtskultur hinterließ Gebetbücher, Bilder und Medaillen.

Hinterglasbilder aus Böhmen und aus dem Mühlviertel ähneln sich; Rückseite, Glasstärke und Rahmen helfen bei der Zuordnung, fotografieren Sie daher beide Seiten. Gebetbücher mit Silberbeschlägen tragen mitunter Punzen. In den Siedlungshäusern am Laaer Berg gehören Dachboden und Keller zur kostenlosen Besichtigung. Kirchliche Ausstattungsstücke übernehmen wir nur mit Bestätigung der Pfarre oder anderem Erwerbsnachweis.

Was in Favoriten häufig auftaucht

  • Heiligenbilder, Gebetbücher und Wallfahrtsandenken aus Böhmen und Mähren – Familiengeschichte der Zuwanderung
  • Hinterglasbilder und Krippen – Siedlungshäuser im Süden des Bezirks
  • Kruzifixe und Öldrucke mit Heiligenmotiven – Gemeindewohnungen, die in der Familie blieben

Mit Bezug zu Favoriten

Künstler, Werkstätten und Stile dieser Sparte, die im 10. Bezirk gelebt, gearbeitet oder gebaut haben.

Alle Künstler, Marken, Epochen und Materialien

Gold markiert: mit belegtem Bezug zum 10. Bezirk.

Künstler

35

Epochen & Stile

12

Materialien, Techniken & Punzen

14

Fragen zu Ikonen & sakrale Kunst

Kaufen Sie Objekte aus Kirchen oder Kapellen?

Nur wenn der rechtmäßige Erwerb belegt ist, etwa durch eine Bestätigung der Pfarre, Erbunterlagen oder alte Kaufbelege. Ohne solche Nachweise übernehmen wir kein Kirchengut. Wir sehen uns die Unterlagen gern vorab an.

Darf ich eine nachgedunkelte Ikone reinigen?

Bitte nicht. Der dunkle Firnis aus Leinöl liegt direkt auf der Malschicht, und Lösungsmittel oder Wasser zerstören sie. Abnahme und Festigung sind Aufgaben für Restauratoren; für die Bewertung reicht der jetzige Zustand.

Haben gedruckte Ikonen einen Wert?

Einen bescheidenen, der vor allem vom Beschlag abhängt. Druckikonen mit Silber- oder Emailoklad sind gefragt, Druckikonen mit Messingrahmen deutlich weniger. Auf Fotos lässt sich der Unterschied meist erkennen.

Wie gehen Sie mit Judaica um?

Mit besonderer Sorgfalt bei der Herkunft. Viele jüdische Familien in Wien wurden ab 1938 beraubt; deshalb fragen wir nach Erwerbsgeschichte und Familienunterlagen und prüfen öffentlich zugängliche Verlustdatenbanken. Gut dokumentierte Stücke übernehmen wir gern.

Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.

Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.