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Ikonen & sakrale Kunst im 2. Bezirk, 1020 Wien

Judaica und sakrale Kunst aus der Leopoldstadt

An der Stelle der Synagoge entstand 1670 die Leopoldskirche, im November 1938 wurde der Leopoldstädter Tempel zerstört: Sakrale Objekte aus diesem Bezirk verlangen genaue Herkunftsprüfung.

Die Leopoldstadt ist seit 1625 mit jüdischer Geschichte verbunden, und Haushalte des Bezirks bewahren entsprechend Chanukkaleuchter, Kidduschbecher, Besamimbüchsen und Gebetbücher, oft neben katholischen Andachtsbildern und Kruzifixen aus Familien, die aus Böhmen und Ungarn zugewandert waren. Auf Dachböden und in Kellerabteilen der Zinshäuser an Taborstraße und Praterstraße liegen solche Stücke manchmal in Koffern mit Korrespondenz. Seit den 1990er-Jahren wächst um Karmelitermarkt und Augarten wieder eine jüdische Gemeinde.

1670 ließ Leopold I. die jüdische Bevölkerung des Unteren Werd vertreiben; an der Stelle der Synagoge entstand die Leopoldskirche, die dem Bezirk den Namen gab. Die Karmeliterkirche in der Karmelitergasse, im frühen 17. Jahrhundert begonnen, und das Spital der Barmherzigen Brüder an der Taborstraße mit seiner Kirche gehören zum älteren Bestand. Ludwig Försters Leopoldstädter Tempel in der Tempelgasse, die größte Synagoge der Stadt, wurde in der Pogromnacht 1938 zerstört.

Bei Judaica fragen wir nach Erbunterlagen, Familienfotos oder Rückstellungsbescheiden, denn viele Ritualobjekte des Bezirks wurden nach 1938 geraubt und zerstreut. Silberne Becher und Leuchter tragen oft Punzen, die Ort und Jahr verraten; fotografieren Sie die Unterseite. Die kostenlose Besichtigung in Altbauwohnungen an der Praterstraße umfasst Dachboden und Kellerabteil. Kirchliche Objekte übernehmen wir nur mit belegtem Erwerb.

Was in Leopoldstadt häufig auftaucht

  • Chanukkaleuchter, Kidduschbecher und Gebetbücher – jüdische Prägung des Bezirks; die Herkunft wird vor dem Ankauf geklärt
  • Andachtsbilder und Kruzifixe – Familien, die im 19. Jahrhundert aus Böhmen und Ungarn zuzogen

Alle Künstler, Marken, Epochen und Materialien

Gold markiert: mit belegtem Bezug zum 2. Bezirk.

Künstler

35

Epochen & Stile

12

Materialien, Techniken & Punzen

14

Fragen zu Ikonen & sakrale Kunst

Können geweihte Gegenstände wie Kelche verkauft werden?

Kelche, Monstranzen und andere liturgische Geräte aus Privatbesitz können verkauft werden, wenn ihre Herkunft geklärt ist. Ausgenommen sind Reliquien, deren Verkauf das Kirchenrecht untersagt. Bei Klosterarbeiten mit Reliquienpartikeln besprechen wir den Umgang im Einzelfall.

Kaufen Sie auch neu gemalte Ikonen?

Zeitgenössische Ikonen aus Griechenland, Russland oder Rumänien haben meist einen kleinen Markt. Wir sehen sie uns an, vor allem wenn sie signiert sind oder in einem größeren Bestand mitkommen.

Wie alt ist meine Ikone?

Von vorn lässt sich das selten sagen, weil Ikonen über Jahrhunderte in gleichen Formen gemalt wurden. Aussagekräftiger sind Rückseite, Holz, Querleisten, Kreidegrund und Inschriften. Schicken Sie uns deshalb immer auch ein Foto der Rückseite.

Ist eine Ikone mit Silberoklad mehr wert?

Oft ja, aber nicht immer aus demselben Grund. Bei gedruckten Ikonen trägt der Oklad häufig den größeren Teil des Werts, bei gemalten Ikonen ergänzen sich Malerei und Silber. Oklad und Ikone sollten in jedem Fall zusammenbleiben.

Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.

Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.