Antiquitäten WienAnkauf von Kunst und Nachlässen
Antiquitäten Wien

Material: Punzen & Marken

Russische Punzen

Russische Feingehaltsangaben in Zolotnik und die Kokoschnik-Punze mit Frauenkopf, die ab den späten 1890er-Jahren reichsweit galt.

Das Zarenreich maß Feingehalte in Zolotnik: 96 Zolotnik entsprachen reinem Metall. Für Silber waren 84, 88 und 91 Zolotnik üblich, also 875, 916 und 947 Tausendteile, für Gold 56 und 72, also 583 und 750. Bis in die 1890er-Jahre zeigten Silberstücke daneben ein Stadtwappen, etwa den heiligen Georg für Moskau, sowie Prüfer- und Meisterinitialen mit Jahreszahl. Ende der 1890er-Jahre folgte eine einheitliche Punze mit einem Frauenkopf im Kokoschnik, dem traditionellen Kopfschmuck.

Bis 1908 blickt der Kokoschnik-Kopf nach links, danach nach rechts, ergänzt um einen griechischen Buchstaben für den Prüfbezirk. Die Zolotnik-Zahl steht im Feld der Punze oder daneben. Meistermarken sind in kyrillischen Initialen geschlagen, bei großen Firmen wie Fabergé als voller Name. Unter der Lupe muss jede Marke scharf und gleichmäßig tief sein. Nach 1917 führte die Sowjetunion eigene Punzen mit metrischen Feingehalten ein.

Russisches Silber mit Email, Niello oder Vergoldung und Arbeiten bekannter Werkstätten finden starkes Interesse. Gerade deshalb ist der Bereich von Fälschungen durchsetzt: Falsche Fabergé-Marken, nachgeschlagene Kokoschnik-Punzen auf jüngerer Ware und kopierte Prüferinitialen sind verbreitet. Die Prüfung umfasst Punzenlogik, Stil und Verarbeitung.

So prüfen Sie es

  • Zolotnik-Zahl 84, 88 oder 91 bei Silber
  • 56 oder 72 bei Gold
  • Frauenkopf im Kokoschnik
  • Blickrichtung links bis 1908, danach rechts
  • kyrillische Meisterinitialen

Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.

Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.