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Künstler: Bildhauerei Barock & Klassizismus

Matthias Steinl

Bildhauer, Elfenbeinschnitzer, Architekt, um 1644–1727, Salzburger Raum – Wien

Kaiserlicher Kammerbeinstecher ab 1688; Elfenbein-Reiterstatuetten Leopolds I. und Josephs I., Türme in Dürnstein und Zwettl.

Matthias Steinl stammte vermutlich aus dem Salzburger Raum und ist 1682 in Breslau nachgewiesen. 1688 wurde er in Wien kaiserlicher Kammerbeinstecher, also Elfenbeinschnitzer des Hofes. Er arbeitete als Bildhauer, Schnitzer und Architekt für Hof, Stifte und Kirchen in Wien und Niederösterreich; viele seiner Bauentwürfe setzte Joseph Munggenast um. Steinl starb im April 1727 in Wien und wurde in St. Dorothea bestattet.

Für die Kunstkammer schnitzte er Reiterstatuetten Kaiser Leopolds I. und Josephs I. aus Elfenbein, die die Herrscher im Kampf gegen die Osmanen zeigen. Eine Elfenbeingruppe „Pluto entführt Proserpina“ um 1700 kam 2010 in München zur Versteigerung. Als Architekt übernahm er ab 1703 die Pfarrkirche Laxenburg und entwarf die Türme der Stifte Dürnstein (1718) und Zwettl (1722). In Wien gestaltete er Altarräume und Chorgestühle in Maria Hietzing und der Peterskirche, dazu in der Stiftskirche Klosterneuburg.

Elfenbeinarbeiten des Barock unterliegen seit 19. Jänner 2022 den Handelsbeschränkungen nach VO (EU) 2021/2280; ein Ankauf setzt die gesetzlichen Ausnahmen und die geforderten Nachweise voraus. Zuschreibungen an Steinl stützen sich auf den Vergleich mit den Statuetten der Kunstkammer, mit charakteristisch bewegten Pferden und tief unterschnittenen Gewändern. Holzbildwerke aus Kirchen werden auf ihre Herkunft geprüft.

Epochen & Stile

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