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Antiquitäten Wien

Epoche

Wiener Barock

Stilrichtung, um 1683–1740

Eigene Ausprägung des Barock in der Kaiserstadt mit Palästen von Fischer von Erlach und Hildebrandt, Karlskirche, Belvedere und Prunksaal.

Nach der Befreiung von 1683 entwickelte Wien binnen fünf Jahrzehnten eine eigene Barockarchitektur. Johann Bernhard Fischer von Erlach verband römische und antike Vorbilder zum sogenannten Kaiserstil, Johann Lucas von Hildebrandt brachte oberitalienische Leichtigkeit und dekorative Fülle. Unter Karl VI. entstanden Karlskirche und Hofbibliothek, Prinz Eugen ließ das Belvedere errichten. Adel, Klöster und Hof bauten in der Innenstadt und in den Vorstädten.

Fassaden kombinieren Kolossalordnungen mit gesprengten Giebeln, Atlanten und Vasen. Innenräume zeigen Stuckmarmor, vergoldetes Bandelwerk und Deckenfresken von Rottmayr, Gran und Altomonte. Wiener Möbel dieser Zeit: Schreibschränke mit Aufsatz, Kommoden mit Nussmaserfurnier und Bandelwerk-Marketerie, Konsoltische mit geschnitzten Masken. Die Wiener Porzellanmanufaktur von Claudius Innocentius du Paquier, 1718 gegründet, malte Laub- und Bandelwerk in Schwarzlot und Purpur. Silber trägt das Wiener Beschauzeichen mit Jahreszahl. Gartenskulpturen aus Sandstein, etwa von Giovanni Giuliani, bevölkern Parks und Höfe der Palais.

Die Karlskirche, 1716 bis 1737 nach Plänen Fischer von Erlachs erbaut, und der Prunksaal der Hofbibliothek mit Fresken von Daniel Gran sind Hauptwerke. Hildebrandt schuf Belvedere, Palais Schwarzenberg (mit Fischer), Palais Kinsky und Palais Schönborn. Fischer baute das Palais Trautson am Rand des Spittelbergs. Im Handel sind Kommoden, Schreibschränke, Du-Paquier-Porzellan und Kirchenplastik gesucht. Salomon Kleiners Kupferstichfolgen dokumentieren Paläste, Kirchen und Gärten dieser Jahre.

Wiener Kommoden der Zeit haben Nadelholzkorpusse mit Nussfurnier, Zinken in Handarbeit und geschmiedete Schlossbeschläge. Barockisierende Möbel der Gründerzeit tragen gleichmäßig dünne Maschinenfurniere, Sperrholz an Rückwänden und Drahtstifte. Du-Paquier-Porzellan ist meist ungemarkt und wird über Masse, Glasur und Malerei bestimmt; spätere Stücke tragen den Bindenschild. Bei Fresken- und Altarentwürfen auf Papier helfen Wasserzeichen und Sammlerstempel.

Woran man es erkennt

  • Kolossalordnung und gesprengte Giebel
  • Atlanten und Vasenbekrönung
  • Stuckmarmor und vergoldetes Bandelwerk
  • Nussmaserfurnier mit Bandelwerk-Marketerie
  • Schreibschränke mit Aufsatz
  • Schwarzlotmalerei auf Du-Paquier-Porzellan
  • Deckenfresken mit Apotheosen
  • Wiener Beschauzeichen auf Silber

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Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.