Antiquitäten WienAnkauf von Kunst und Nachlässen
Antiquitäten Wien

Glas & Kristall im 10. Bezirk, 1100 Wien

Glas in Favoriten: böhmisches Glas, Pressglas, Bleikristall

Familien aus Böhmen und Mähren brachten ihr Glas mit, Gemeindebauten und Siedlungshäuser bewahren Bleikristall und Pressglas aus mehreren Jahrzehnten.

Mit den Arbeiterfamilien aus Böhmen und Mähren, die seit etwa 1850 zu den Ziegelwerken am Wienerberg und den Bahnwerkstätten kamen, gelangte böhmisches Glas nach Favoriten: Andenkenbecher, geschliffene Vasen, Überfangglas mit Rubin- oder Kobaltschicht. In den Arbeiterzinshäusern mit Bassena und den großen Gemeindebauten folgten Pressglas, Bleikristall und Gläsersätze aus drei Nachkriegsjahrzehnten. Da Mietverträge im Gemeindebau häufig an die nächste Generation gehen, steht mitunter Glas aus vier Generationen im selben Kasten.

Carl Unger schuf die Mosaikwand „Das himmlische Jerusalem“ in der Kirche am Puchsbaumplatz; seine Glasfenster und Mosaiken finden sich in mehreren Wiener Kirchen der Nachkriegszeit. Das Amalienbad am Reumannplatz, 1923–1926 von Otto Nadel und Karl Schmalhofer gebaut, zeigt Art-déco-Dekor aus Fliesen und Glas. Die Per-Albin-Hansson-Siedlung, ab 1947 errichtet, steht für jene Nachkriegsjahre, in denen Pressglas und erstes Bleikristall die Wohnungen füllten. Tschechische Vereine, Schulen und Kirchen hielten die Bindung an Böhmen bis ins 20. Jahrhundert lebendig.

Klebeetiketten und Ätzmarken helfen bei der Datierung: „Made in Czechoslovakia“ verweist auf die Zeit nach 1918, „Austria“ auf böhmischem Glas meist auf die Jahre davor. Fotografieren Sie deshalb auch Böden und Etiketten. In Siedlungshäusern in Oberlaa und Rothneusiedl sehen wir Keller und Dachboden bei der kostenlosen Besichtigung mit an. Gezahlt wird bar oder per Überweisung, ganz wie Sie es wünschen.

Was in Favoriten häufig auftaucht

  • Böhmisches Überfangglas und Andenkenbecher – Familiengeschichte der Zuwanderung aus Böhmen und Mähren
  • Pressglas und Gläsersätze der Nachkriegszeit – Erstausstattung in Gemeindebauten und Per-Albin-Hansson-Siedlung
  • Bleikristall in Etuis – Geschenke zu Hochzeit und Jubiläum in Facharbeiterhaushalten

Alle Künstler, Marken, Epochen und Materialien

Gold markiert: mit belegtem Bezug zum 10. Bezirk.

Künstler

28

Manufakturen & Marken

45

Epochen & Stile

30

Materialien, Techniken & Punzen

28

Fragen zu Glas & Kristall

Meine Loetz-Vase ist nicht signiert – ist sie trotzdem echt?

Die meisten Loetz-Vasen sind unsigniert, signiert wurden vor allem Stücke für den Export. Form, Dekor und Irisierung lassen sich mit Musterbüchern vergleichen. Eine Signatur allein beweist dagegen wenig, da Fälschungen häufig signiert sind.

Ist Uranglas gefährlich?

Uranglas enthält geringe Mengen Uranoxid und gibt eine sehr schwache Strahlung ab. Es wurde lange als Gebrauchsglas verwendet und wird heute gesammelt. Unter UV-Licht leuchtet es grün.

Kaufen Sie auch unvollständige Trinkservice?

Ja, auch Restbestände und einzelne Gläser bekannter Hersteller werden bewertet. Für Lobmeyr-Service, deren Modelle oft noch gefertigt werden, finden sich Käufer zur Ergänzung.

Wie werden zerbrechliche Gläser abgeholt?

Gläser werden bei der Besichtigung einzeln in Papier gewickelt und in Kartons verpackt. Das Verpackungsmaterial bringen wir mit, größere Bestände werden in mehreren Fahrten abgeholt.

Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.

Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.