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Glas & Kristall im 9. Bezirk, 1090 Wien

Glas und Kristall im Alsergrund: von Kothgasser bis Forstner

Anton Kothgasser malte in der Porzellanmanufaktur in der Rossau, Leopold Forstner hatte seine Mosaikwerkstatt am Althanplatz: Der Alsergrund ist ein Bezirk der Glasmaler.

In den Gründerzeitwohnungen an Währinger Straße, Liechtensteinstraße und Berggasse, oft Wohnung und Ordination zugleich, standen Gläsergarnituren, Karaffen und Kristallschalen für ein großes Speisezimmer. In Lichtental und am Himmelpfortgrund bewahren Vorstadthäuser des Biedermeier kleinere Stücke: Ranftbecher, Freundschaftsgläser, Andenkengläser aus Karlsbad und Marienbad. Ärztehaushalte hinterlassen mitunter Apothekengefäße aus Glas, die neben dem Tafelglas in Kästen und Ordinationsschränken lagern. Stammt ein Bestand aus einer Familie, die nach 1938 enteignet oder vertrieben wurde, klären wir die Herkunft.

Anton Kothgasser arbeitete ab etwa 1784 als Maler der Wiener Porzellanmanufaktur in der Rossau, deren Standort die Porzellangasse festhält; die Transparentmalerei übertrug er später auf Ranftbecher, die zu den gesuchten Wiener Biedermeiergläsern zählen. Leopold Forstner erhielt 1908 die Gewerbeberechtigung für Glasmosaik und richtete seine Werkstatt am Althanplatz 6 ein. Johann Theodor Jaegers Strudlhofstiege von 1910 trägt Laternen im Jugendstil, und die Votivkirche Heinrich von Ferstels steht für den neugotischen Historismus.

Gerade bei Ranftbechern im Stil Kothgassers kursieren spätere Nachahmungen; Glasmasse, Schliff des Ranftes, Goldrand und Feinheit der Malerei unterscheiden das Original. Schicken Sie Fotos aus mehreren Blickwinkeln, die Besichtigung ist kostenlos. Für Bestände aus Ärzte- und Professorenhaushalten sehen wir auch Ordinationsschränke und Kästen an, in denen Glas oft hinter Akten verschwindet. Bezahlung und Abholung vereinbaren wir nach dem Angebot.

Was in Alsergrund häufig auftaucht

  • Ranftbecher mit Transparentmalerei – Kothgassers Ausbildung als Maler in der Rossauer Manufaktur
  • Gläsergarnituren und Karaffen – Speisezimmer großer Ordinationswohnungen an Währinger Straße und Berggasse
  • Andenkengläser aus Karlsbad und Marienbad – Biedermeierhaushalte in Lichtental und am Himmelpfortgrund

Alle Künstler, Marken, Epochen und Materialien

Gold markiert: mit belegtem Bezug zum 9. Bezirk.

Künstler

28

Manufakturen & Marken

45

Epochen & Stile

30

Materialien, Techniken & Punzen

28

Fragen zu Glas & Kristall

Sind Swarovski-Figuren noch gefragt?

Figuren in Originalverpackung, Jahresausgaben des Sammlerclubs und seltene, nicht mehr gefertigte Modelle haben einen Sammlermarkt. Häufige Figuren ohne Verpackung werden geringer bewertet.

Woran erkenne ich Bleikristall?

Bleikristall ist schwer, klar und bricht das Licht stark, beim Anschlagen klingt es lange nach. Nach der Richtlinie 69/493/EWG muss Bleikristall mindestens 24 Prozent Bleioxid enthalten, Hochbleikristall mindestens 30 Prozent. Unter UV-Licht zeigt es meist einen bläulichen Schimmer.

Ist altes Bleikristall noch gefragt?

Einfaches Bleikristall der Nachkriegszeit ist sehr häufig und wird nach Menge, Schliff und Zustand bewertet. Gesucht sind Stücke bekannter Hersteller, aufwendige Handschliffe und farbiges Überfangglas. Große Bestände werden gemeinsam angesehen.

Wie erkenne ich ein Lobmeyr-Glas?

Viele Lobmeyr-Gläser tragen am Boden eine kleine geätzte Marke. Ältere Gläser und Lusterbehang sind oft ungemarkt und werden nach Form, Glasmasse und Schliff zugeordnet. Das dünne Musselinglas ist für Lobmeyr typisch.

Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.

Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.