Porzellan im 6. Bezirk, 1060 Wien
Porzellan in Mariahilf: Wiener Moderne an der Linken Wienzeile
Wo Josef Hoffmann und Koloman Moser 1904 den Salon Flöge einrichteten, finden sich bis heute Service und Figuren aus großbürgerlichen Haushalten – Porzellanankauf im 6. Bezirk.
Mariahilfs Wohnungen an Linker Wienzeile, Gumpendorfer Straße und Mariahilfer Straße sind oft hohe Altbauräume mit großen Spiegeln, Lustern und Vitrinen, in denen Porzellanfiguren, Prunkschalen und Service des Historismus standen. In den Vorstadthäusern Gumpendorfs und am Magdalenengrund lebten Handwerker; deren Biedermeiertassen, Teller mit Blumenmalerei und einfache Kaffeeservice sind kleiner im Format, aber älter. Werkstatthöfe, die heute Ateliers beherbergen, bringen gelegentlich Geschirr aus Gasthaus- und Geschäftsbetrieben hervor.
Für den Modesalon der Schwestern Flöge entwarfen Josef Hoffmann und Koloman Moser 1904 die Ausstattung; von Moser stammen auch die goldenen Medaillons an Otto Wagners Haus Nr. 38 an der Linken Wienzeile. Das Majolikahaus daneben zeigt, wie eng Architektur und Keramik um 1900 zusammengingen. Porzellan nach Entwürfen aus dem Umkreis der Wiener Werkstätte, etwa von Hoffmann und Moser, wurde von Wiener Firmen wie Josef Böck ausgeführt und ist heute ein eigenes Sammelgebiet.
Vitrinen in den Wienzeile-Wohnungen räumen wir bei der Besichtigung Fach für Fach aus und bewerten Figuren und Service getrennt. Bitte fotografieren Sie vorab je Fach eine Übersicht und von zwei, drei Stücken die Unterseite. Viele Hofwohnungen in Gumpendorf sind nur über Durchgänge erreichbar; wir packen deshalb in der Wohnung in Kisten und tragen sie selbst zum Wagen.
Was in Mariahilf häufig auftaucht
- Porzellan und Geschirr nach Entwürfen der Wiener Werkstätte – Hoffmann und Moser mit dem Salon Flöge im Bezirk.
- Figuren und Prunkschalen des Historismus – großbürgerliche Wohnungen an der Wienzeile.
- Biedermeiertassen und Blumenteller – Vorstadthäuser in Gumpendorf und am Magdalenengrund.
Mit Bezug zu Mariahilf
Künstler, Werkstätten und Stile dieser Sparte, die im 6. Bezirk gelebt, gearbeitet oder gebaut haben.
Josef Hoffmann
Gestaltete 1904 mit Koloman Moser die Einrichtung des Modesalons Schwestern Flöge.
Koloman Moser
Entwarf die vergoldeten Medaillons am Haus Linke Wienzeile 38 und Einrichtungsteile des Salons Flöge.
Fanny Elßler
Die Tänzerin wurde 1810 in Gumpendorf geboren.
Jugendstil
Majolikahaus und Medaillonhaus an der Linken Wienzeile von Otto Wagner.
Floraler Jugendstil
Majolikahaus und Medaillonhaus an der Linken Wienzeile von Otto Wagner.
Objektgruppen
- Alt-Wiener Tassen
- Alt-Wiener Porzellanfiguren
- Porzellanplatten mit Bildmalerei
- Augarten-Service
- Augarten-Figuren
- Meissner Figuren
- Zwiebelmuster-Geschirr
- Herend-Service
- Rosenthal-Figuren
- Biskuitfiguren
- Biedermeierporzellan aus Böhmen
- Böhmisches Gebrauchsporzellan
- Jugendstilfiguren aus Dux
- Kopenhagener Porzellan
- Nymphenburger Figuren
- Rokokofiguren deutscher Manufakturen
- Vasen im Sèvres-Stil
- Porzellan im Alt-Wiener Stil
- Prunkschalen und Tafelaufsätze
- Lladró-Figuren
- Hummel-Sammelfiguren
- Porzellan mit gekröntem N
- Sammeltassen
- Tierfiguren aus Porzellan
- Speiseservice aus Limoges
- Porzellan im Dresdner Stil
- Englisches Porzellan
- Serviceklassiker des 20. Jahrhunderts
Alle Künstler, Marken, Epochen und Materialien
Gold markiert: mit belegtem Bezug zum 6. Bezirk.
Künstler
28
- Anton Kothgasser1769–1851
- Moritz Michael Daffinger1790–1849
- Josef Nigg1782–1863
- Johann Baptist Drechsler1756–1811
- Franz Xaver Petter1791–1866
- Angelika Kauffmann1741–1807
- Antonio Canova1757–1822
- Johann Christian Wilhelm Beyer1725–1796
- Josef Hoffmann1870–1956
- Koloman Moser1868–1918
- Michael Powolny1871–1954
- Ena Rottenberg1893–1952
- Ida Schwetz-Lehmann1883–1971
- Vally Wieselthier1895–1945
- Kurt Ohnsorg1927–1970
- Otto Poertzel1876–1963
- James Rizzi1950–2011
- Jutta Sika1877–1964
- Therese Trethan1879–1957
- Walter Bosse1904–1979
- Stefan Dakon1904–1997
- Fanny Elßler1810–1884
- Johann Ferdinand Hetzendorf von Hohenberg1733–1816
- Jeff Koonsgeb. 1955
- Emanuel Josef Margold1888–1962
- Franz Metzner1870–1919
- Ai Weiweigeb. 1957
- Ugo Zovetti1879–1974
Manufakturen & Marken
51
- Wiener Porzellanmanufaktur1718–1864
- Wiener Porzellanmanufaktur Augartenseit 1923
- Meissenseit 1710
- KPM Berlinseit 1763
- Nymphenburgseit 1747
- Herendseit 1826
- Rosenthalseit 1879
- Hutschenreutherseit 1814
- Royal Copenhagenseit 1775
- Bing & Grøndahl1853–1987, danach Teil von Royal Copenhagen
- Sèvresseit 1740
- Havilandseit 1842
- Pirkenhammerseit 1803
- Schlaggenwaldseit 1792
- Elbogenseit 1815
- Klösterleseit 1794
- Ginoriseit 1737
- Capodimonte1743–1759, Nachfolge 1771–1806
- Fürstenbergseit 1747
- Frankenthal1755–1800
- Ludwigsburg1758–1824, Neugründung 1948
- Höchst1746–1796, Neugründung 1946
- Volkstedtseit 1760
- Sitzendorfseit 1850
- Carl Thieme Potschappelseit 1872
- Gebrüder Heubachseit 1840 (Firmenname), bis Mitte 20. Jahrhundert
- Fraureuth1866–1926
- Arzbergseit 1887
- Ernst Wahlissum 1863–1920er-Jahre
- Royal Duxseit 1853
- Goebelseit 1871
- Lladróseit 1953
- Haas & Czjzek19. Jahrhundert bis 1945, Marke später wieder aufgenommen
- EPIAG1918/1920–1945
- Josef Böck19. Jahrhundert bis 20. Jahrhundert
- Lilien Porzellan20. Jahrhundert
- Royal Worcester1751–2009
- Arabia Helsinkiseit 1873
- Armand Marseilleab 1885
- Bernhard Blochab 1871 bis ins 20. Jahrhundert
- Erste Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaftgegründet 1829
- Gustavsbergseit 1825
- k.k. priv. Südbahn-Gesellschaft1858–1923
- Kämmer & Reinhardtab 1886
- Noritakeseit 1904
- Royal Doultonseit 1815
- Rozenburg1883–1917
- Simon & Halbigab 1869
- Villeroy & Bochseit 1836
- Wedgwoodseit 1759
- Zsolnayseit 1853
Epochen & Stile
34
- Spätbarockum 1730–1770
- Rokokoum 1730–1770
- Chinoiserieum 1680–1790, Wiederbelebung im 19. Jahrhundert
- Zopfstilum 1760–1790
- Klassizismusum 1770–1840
- Louis-seizeum 1760–1792
- Empireum 1804–1830
- Wiener Empireum 1804–1820
- Biedermeier1815–1848
- Zweites Rokokoum 1830–1870
- Historismusum 1840–1914
- Neorenaissanceum 1860–1895
- Jugendstilum 1895–1914
- Floraler Jugendstilum 1895–1905
- Geometrischer Jugendstilum 1900–1915
- Wiener Moderneum 1890–1918
- Art découm 1920–1940
- Bauhaus1919–1933
- Fünfzigerjahre-Designum 1948–1962
- Skandinavisches Designum 1930–1975
- Mid-Century Modernum 1945–1970
- Postmoderneum 1970–1995
- Directoireum 1790–1804
- Edo-Zeit1603–1868
- Japonismusum 1860–1920
- Josephinischer Stilum 1780–1800
- Konstruktivismusum 1913–1935
- Meiji-Zeit1868–1912
- Ming-Dynastie1368–1644
- Naturalismusum 1870–1900
- Qing-Dynastie1644–1911
- Ringstraßenstilum 1860–1890
- Shōwa-Zeit1926–1989
- Wiener Barockum 1683–1740
Fragen zu Porzellan
Wie lassen sich Hummel-Figuren datieren?
Über die Marke von Goebel am Boden: Die frühe Kronenmarke, die volle Biene im V ab etwa 1950, danach stilisierte Bienen und ab den späten 1970er-Jahren Marken ohne Biene. Frühe Marken sind gesuchter als späte.
Was ist eine Lipizzanerfigur von Augarten?
Die Wiener Porzellanmanufaktur Augarten fertigt Figuren der Lipizzaner der Spanischen Hofreitschule in verschiedenen Lektionen, mit und ohne Reiter. Sie tragen den Bindenschild mit Krone und werden handbemalt.
Reicht ein Foto der Marke für eine Bewertung?
Für eine erste Einordnung ist die Marke wichtig, sie sagt aber allein wenig über Qualität und Zustand. Dazu braucht es Fotos der Vorderseite, der Malerei und eventueller Schäden. Die endgültige Bewertung erfolgt bei der Besichtigung.
Wie erkenne ich echtes Alt-Wiener Porzellan?
Echte Stücke tragen den Bindenschild in Unterglasurblau oder eingeprägt, ab 1783 meist zusammen mit einer eingeprägten Jahreszahl. Bis 1800 ist sie zweistellig, danach dreistellig von 800 bis 864. Ein Bindenschild in Aufglasurfarbe spricht für eine spätere Arbeit im Wiener Stil.
Porzellan in den Nachbarbezirken
Weitere Sparten in Mariahilf
- Alte Meister
- Gemälde des 19. Jahrhunderts
- Klassische Moderne
- Zeitgenössische Kunst
- Gemälde & Ölbilder
- Grafik, Zeichnungen & Aquarelle
- Fotografie
- Skulpturen & Plastiken
- Wiener Bronzen
- Jugendstil & Wiener Werkstätte
- Design des 20. Jahrhunderts
- Antike Möbel
- Glas & Kristall
- Keramik, Majolika & Fayence
- Silber & Tafelsilber
- Gold & Altgold
- Schmuck & Juwelen
- Armbanduhren
- Taschenuhren
- Pendel-, Stand- & Tischuhren
- Teppiche
- Textilien, Stickerei & Spitze
- Lampen, Luster & Leuchter
- Bücher & Antiquariat
- Autographen, Handschriften & Dokumente
- Ansichtskarten & Ephemera
- Münzen & Medaillen
- Banknoten & Papiergeld
- Briefmarken
- Militaria, Orden & Uniformen
- Historische Blankwaffen & Rüstungen
- Spielzeug, Puppen & Modellbahnen
- Asiatika
- Ikonen & sakrale Kunst
- Volkskunst & Krippen
- Tribal Art & außereuropäische Kunst
- Wissenschaftliche Instrumente & Globen
- Musikinstrumente
- Grammophone, Radios, Kameras & Technik
- Zinn, Kupfer, Messing & Eisenkunst
- Dosen, Miniaturen & Objets de vertu
- Schreibgeräte, Feuerzeuge & Raucherbedarf
- Vintage-Mode, Handtaschen & Accessoires
- Klassische Fahrzeuge
- Altwaren & Hausrat mit Sammlerwert
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Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.
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