Manufaktur: Porzellan
Sèvres
Vincennes, ab 1756 Sèvres bei Paris, seit 1740
Französische Staatsmanufaktur, 1740 in Vincennes gegründet, 1756 nach Sèvres verlegt; Weichporzellan mit Fondfarben, Biskuitfiguren und Jahresbuchstaben.
Die Manufaktur entstand um 1740 im Schloss Vincennes und zog 1756 auf Betreiben der Marquise de Pompadour nach Sèvres; 1759 übernahm sie Ludwig XV. Zunächst wurde Weichporzellan gefertigt, ab 1769/70 auch Hartporzellan aus Kaolin von Saint-Yrieix bei Limoges. Die Manufaktur überstand Revolution, Kaiserreich und Republik als Staatsbetrieb und arbeitet bis heute als nationale Manufaktur in Sèvres. Zur Manufaktur gehört heute das Musée national de céramique.
Charakteristisch sind farbige Fonds wie Bleu céleste und Rose Pompadour, Reliefgold, Vogel- und Blumenmalerei sowie Vasen in Prunkformen. Biskuitfiguren nach Modellen von Étienne-Maurice Falconet und Louis-Simon Boizot wurden unglasiert belassen. Im 19. Jahrhundert schuf Sèvres Prunkvasen und Service für Napoleon und die Könige, um 1900 Jugendstilgefäße mit Laufglasuren, in den 1920er-Jahren Art-déco-Vasen. Für den Hof entstanden ganze Tafelservice, die als diplomatische Geschenke an europäische Fürsten gingen.
Im 18. Jahrhundert besteht die Marke aus verschlungenen L, ab 1753 mit Jahresbuchstaben (A für 1753), dazu Malerzeichen. Nach der Revolution folgen Marken mit „RF“, unter Napoleon „M. Imp.le de Sèvres“, unter Louis-Philippe „LP“. Kaum eine Marke wurde so oft gefälscht: Zahlreiche Pariser und deutsche Werkstätten des 19. Jahrhunderts setzten aufglasurblaue L-Marken auf eigene Ware, häufig mit unpassenden Buchstaben. Biskuitfiguren tragen häufig eingeritzte oder eingeprägte Zeichen.
Entwerfer & Personen
- Madame de Pompadour
- Étienne-Maurice Falconet
- Louis-Simon Boizot
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Sparten
Ebenfalls: Porzellan
- Arzbergseit 1887
- Bing & Grøndahl1853–1987, danach Teil von Royal Copenhagen
- Capodimonte1743–1759, Nachfolge 1771–1806
- Carl Thieme Potschappelseit 1872
- Elbogenseit 1815
- EPIAG1918/1920–1945
- Ernst Wahlissum 1863–1920er-Jahre
- Frankenthal1755–1800
- Fraureuth1866–1926
- Fürstenbergseit 1747
- Ginoriseit 1737
- Goebelseit 1871
- Haas & Czjzek19. Jahrhundert bis 1945, Marke später wieder aufgenommen
- Havilandseit 1842
- Herendseit 1826
- Gebrüder Heubachseit 1840 (Firmenname), bis Mitte 20. Jahrhundert
- Höchst1746–1796, Neugründung 1946
- Hutschenreutherseit 1814
- Josef Böck19. Jahrhundert bis 20. Jahrhundert
- Klösterleseit 1794
- KPM Berlinseit 1763
- Lilien Porzellan20. Jahrhundert
- Lladróseit 1953
- Ludwigsburg1758–1824, Neugründung 1948
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