Textilien, Stickerei & Spitze im 6. Bezirk, 1060 Wien
Textilien aus Mariahilf: Haas-Stoffe und Modesalon Flöge
In Gumpendorf begann 1810 die Weberei Philipp Haas & Söhne, an der Mariahilfer Straße führten die Schwestern Flöge ab 1904 ihren Modesalon.
Gumpendorf, im 18. und 19. Jahrhundert Quartier der Seidenweber und Färber, hat in manchen Höfen Spuren davon in Familienbesitz bewahrt: Musterbücher, Stoffproben, Posamenten, Werkstattinventar. Schneiderateliers des Bezirks hinterließen Schnittmuster, Knöpfe, Futterstoffe und Stoffreste, manchmal auch Kundenbücher. In den großbürgerlich zugeschnittenen Wohnungen an Wienzeile und Mariahilfer Straße liegen dagegen Damastwäsche, Seidenvorhänge und Kleidung, die über Generationen aufbewahrt und kaum getragen wurde.
Die Weberei Philipp Haas & Söhne nahm 1810 in Gumpendorf ihren Anfang und wurde zu einem der großen Hersteller von Möbelstoffen und Teppichen der Monarchie. An der Mariahilfer Straße 1b, in der Casa Piccola, führten Emilie, Helene und Pauline Flöge ab 1904 ihren Salon für Damenmode, eingerichtet von Josef Hoffmann und Koloman Moser; auch Reformkleider entstanden dort. Mit Theater an der Wien und Raimundtheater liegen zwei große Bühnen im Bezirk, aus deren Umfeld Kostüme und Kostümentwürfe stammen können.
Musterbücher und Stoffprobenkarten bitte nicht auseinandernehmen: Vollständige Bände mit Firmenstempel und Musternummern sagen Sammlern und Archiven mehr als einzelne Blätter, auch wenn der Einband beschädigt ist. Senden Sie Fotos von Einband, einigen Seiten und Webkanten. Die kostenlose Besichtigung in Gumpendorfer Hofwohnungen stimmen wir auf die Zufahrt ab, seit die Mariahilfer Straße als Begegnungszone gestaltet ist.
Was in Mariahilf häufig auftaucht
- Möbelstoffe und Musterbücher von Philipp Haas & Söhne – Weberei mit Gumpendorfer Wurzeln
- Kleidung, Accessoires und Stoffe der Wiener Moderne – Umfeld des Modesalons Flöge und der Schneiderateliers
- Seidenstoffe, Posamenten und Werkstattinventar – frühere Weber- und Färberwerkstätten in Gumpendorfer Höfen
Mit Bezug zu Mariahilf
Künstler, Werkstätten und Stile dieser Sparte, die im 6. Bezirk gelebt, gearbeitet oder gebaut haben.
Josef Hoffmann
Gestaltete 1904 mit Koloman Moser die Einrichtung des Modesalons Schwestern Flöge.
Koloman Moser
Entwarf die vergoldeten Medaillons am Haus Linke Wienzeile 38 und Einrichtungsteile des Salons Flöge.
Emilie Flöge
Führte mit ihren Schwestern ab 1904 den Modesalon Schwestern Flöge in der Casa Piccola, Mariahilfer Straße 1b.
Philipp Haas & Söhne
Ursprung der Weberei 1810 in Gumpendorf.
Schwestern Flöge
Modesalon von Emilie, Helene und Pauline Flöge in der Casa Piccola, Mariahilfer Straße 1b (1904–1938).
Hochbarock
Mariahilfer Kirche, im späten 17. Jahrhundert von den Barnabiten errichtet.
Jugendstil
Majolikahaus und Medaillonhaus an der Linken Wienzeile von Otto Wagner.
Objektgruppen
- Paramente und Kirchentextilien
- Klöppelspitzen aus Flandern und der Monarchie
- Nadelspitzen aus Venedig, Burano und Alençon
- Plauener und Maschinenspitze
- Aussteuerwäsche mit Monogramm
- Damast-Tischwäsche
- Petit-Point-Taschen, Etuis und Bilder
- Mustertücher und Stickbilder
- Goldhauben und Trachtentextilien
- Stoffe der Wiener Werkstätte
- Möbel- und Vorhangstoffe
- Textile Musterbücher
- Kaschmir- und Paisleyschals
- Seidencarrés und Foulards
- Vereins- und Zunftfahnen
- Tages- und Bettdecken
- Osmanische Stickereien
- Chinesische und japanische Seidentextilien
- Blaudruck und Druckmodel
- Posamenten, Borten und Quasten
- Taufkleider und Taufpolster
- Theater-, Opern- und Faschingskostüme
- Künstlertextilien des 20. Jahrhunderts
- Klöppelkissen, Stickrahmen und Nähkästchen
Alle Künstler, Marken, Epochen und Materialien
Gold markiert: mit belegtem Bezug zum 6. Bezirk.
Künstler
18
- Josef Hoffmann1870–1956
- Koloman Moser1868–1918
- Dagobert Peche1887–1923
- Eduard Josef Wimmer-Wisgrill1882–1961
- Carl Otto Czeschka1878–1960
- Mathilde Flögl1893–1958
- Maria Likarz1893–1971
- Felice Rix-Ueno1893–1967
- Hilda Jesser1894–1985
- Lotte Calm1897–1974
- Ugo Zovetti1879–1974
- Josef Frank1885–1967
- Carl Witzmann1883–1952
- Raoul Dufy1877–1953
- Susanne Wenger1915–2009
- Emilie Flöge1874–1952
- Wolfgang Hutter1928–2014
- Oskar Wlach1881–1963
Manufakturen & Marken
17
- Joh. Backhausen & Söhneseit 1849
- Philipp Haas & Söhneab 1810 bis ins 20. Jahrhundert
- Ginzkeyab 1843 bis 1945
- Wiener Gobelin-Manufaktur20. Jahrhundert
- Wiener Werkstätte1903–1932
- Haus & Gartenseit 1925
- Svenskt Tennseit 1924
- Liberty & Co.seit 1875
- Hermèsseit 1837
- Burberryseit 1856
- Fendi Romaseit 1925
- Käthe Kruseseit 1911
- Knizeseit 1858
- P. & C. Habiggegründet 1862
- Schwestern Flöge1904–1938
- Steiffseit 1880
- Yves Saint Laurentseit 1961
Epochen & Stile
19
- Hochbarockum 1680–1730
- Rokokoum 1730–1770
- Chinoiserieum 1680–1790, Wiederbelebung im 19. Jahrhundert
- Biedermeier1815–1848
- Historismusum 1840–1914
- Makartstilum 1870–1890
- Arts and Craftsum 1860–1910
- Jugendstilum 1895–1914
- Stil der Wiener Werkstätte1903–1932
- Art découm 1920–1940
- Bauhaus1919–1933
- Wiener Wohnkultur der Zwischenkriegszeitum 1919–1938
- Volkskunst17.–20. Jahrhundert
- Heimatstilum 1905–1960
- Qing-Dynastie1644–1911
- Edo-Zeit1603–1868
- Directoireum 1790–1804
- Fauvismus1905–1908
- Orphismusum 1911–1914
Materialien, Techniken & Punzen
10
Fragen zu Textilien, Stickerei & Spitze
Soll ich alte Wäsche und Spitze vor dem Verkauf waschen?
Nein. Waschen, Bleichen und Stärken kann alte Fasern beschädigen und Flecken fixieren. Wir bewerten Textilien in ihrem aktuellen Zustand.
Woran erkenne ich handgeklöppelte Spitze?
Mit einer Lupe sieht man verflochtene Fadenpaare und kleine Unregelmäßigkeiten. Maschinenspitze ist völlig gleichmäßig und hat oft einen Tüllgrund aus sechseckigen Maschen.
Kaufen Sie auch einfache Bettwäsche und Tischtücher?
Ja, im Konvolut. Leinenwäsche mit Handstickerei, Damastsätze in voller Zahl und Aussteuerwäsche in gutem Zustand bewerten wir einzeln, einfache Baumwollwäsche gemeinsam.
Was ist Wiener Petit Point?
Eine sehr feine Nadelmalerei im Gobelinstich auf Stramin, mit mehreren hundert Stichen pro Quadratzentimeter, oft mit Lupe ausgeführt. Typisch sind Abendtaschen mit Metallbügel, Etuis, Puderdosen und kleine Bilder mit Blumen und Figuren.
Textilien, Stickerei & Spitze in den Nachbarbezirken
Weitere Sparten in Mariahilf
- Alte Meister
- Gemälde des 19. Jahrhunderts
- Klassische Moderne
- Zeitgenössische Kunst
- Gemälde & Ölbilder
- Grafik, Zeichnungen & Aquarelle
- Fotografie
- Skulpturen & Plastiken
- Wiener Bronzen
- Jugendstil & Wiener Werkstätte
- Design des 20. Jahrhunderts
- Antike Möbel
- Glas & Kristall
- Porzellan
- Keramik, Majolika & Fayence
- Silber & Tafelsilber
- Gold & Altgold
- Schmuck & Juwelen
- Armbanduhren
- Taschenuhren
- Pendel-, Stand- & Tischuhren
- Teppiche
- Lampen, Luster & Leuchter
- Bücher & Antiquariat
- Autographen, Handschriften & Dokumente
- Ansichtskarten & Ephemera
- Münzen & Medaillen
- Banknoten & Papiergeld
- Briefmarken
- Militaria, Orden & Uniformen
- Historische Blankwaffen & Rüstungen
- Spielzeug, Puppen & Modellbahnen
- Asiatika
- Ikonen & sakrale Kunst
- Volkskunst & Krippen
- Tribal Art & außereuropäische Kunst
- Wissenschaftliche Instrumente & Globen
- Musikinstrumente
- Grammophone, Radios, Kameras & Technik
- Zinn, Kupfer, Messing & Eisenkunst
- Dosen, Miniaturen & Objets de vertu
- Schreibgeräte, Feuerzeuge & Raucherbedarf
- Vintage-Mode, Handtaschen & Accessoires
- Klassische Fahrzeuge
- Altwaren & Hausrat mit Sammlerwert
Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.
Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.
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