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Künstler: Architektur der Wiener Moderne

Otto Wagner

Architekt, Stadtplaner, Möbelentwerfer, 1841–1918, Penzing – Wien

Architekt der Stadtbahn, der Postsparkasse und der Kirche am Steinhof; seine Akademieklasse prägte ab 1894 eine Generation Wiener Baukünstler.

Otto Wagner, 1841 in Penzing geboren, studierte am Wiener Polytechnikum, an der Berliner Bauakademie und an der Akademie der bildenden Künste bei Eduard van der Nüll und August Sicard von Sicardsburg. Jahrzehntelang baute er Miet- und Geschäftshäuser im Formenkanon des Historismus. 1894 übernahm er eine Meisterschule an der Akademie und begann die Planung der Wiener Stadtbahn; 1896 erschien seine Schrift „Moderne Architektur“. 1899 trat er der Secession bei. Aus seiner Klasse kamen Jože Plečnik, Josef Hoffmann, Karl Ehn und Hubert Gessner. Wagner starb 1918 in Wien.

Die Stadtbahn (1894–1901) mit Stationen, Brücken und Geländern, die Häuser an der Linken Wienzeile (1898/99), die Postsparkasse (1904–1906, Erweiterung 1910–1912) und die Kirche am Steinhof (1904–1907) zeigen den Weg von der Fassadendekoration zur sichtbaren Konstruktion mit Aluminium, Glas und Marmorplatten. Für die Postsparkasse lieferte Jacob & Josef Kohn Fauteuils aus Bugholz nach einem Modell von Gustav Siegel; den Großteil der übrigen Einrichtung entwarf Marcel Kammerer im Wagner-Büro. Wagners Bauten erschienen ab 1890 im Mappenwerk „Einige Skizzen, Projekte und ausgeführte Bauwerke“.

Wagner selbst signierte keine Möbel. Zuordnungen stützen sich auf Herkunft aus einem seiner Bauten, auf Firmenetiketten und Brandstempel der Bugholzhersteller sowie auf Abbildungen in zeitgenössischen Publikationen. Aluminiumbeschläge an Sesseln und Hockern sind typisch für die Postsparkasse, wurden aber später nachgefertigt. Zeichnungen aus dem Büro stammen oft von Mitarbeitern; nur eigenhändige Blätter tragen seine Handschrift. Einzelblätter aus den Mappenwerken sind Lichtdrucke und keine Originalzeichnungen.

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