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Künstler: Ringstraßen-Architektur

Heinrich von Ferstel

Architekt, 1828–1883, Wien – Grinzing

Architekt der Votivkirche, der Universität, des Palais Ferstel und des Museums für Kunst und Industrie; Mitbegründer des Wiener Cottage-Vereins.

Heinrich von Ferstel studierte an der Wiener Akademie und gewann 1855 mit 27 Jahren den Wettbewerb für die Votivkirche, die bis 1879 gebaut wurde. Er lehrte an der Technischen Hochschule; Friedrich Ohmann gehörte zu seinen Schülern. 1872 gründete er den Wiener Cottage-Verein mit, der in Währing und Döbling Einfamilienhäuser nach englischem Vorbild förderte. Ferstel starb 1883 in Grinzing, kurz vor Vollendung der Universität.

Neben der neugotischen Votivkirche baute er das Bank- und Börsengebäude an der Freyung, das heutige Palais Ferstel mit dem Café Central (1856–1860), das Museum für Kunst und Industrie am Stubenring (1868–1871) und die anschließende Kunstgewerbeschule (1875–1877) sowie das Hauptgebäude der Universität (1877–1884) im Stil der italienischen Renaissance. Das Museum wurde zum Zentrum der Kunstgewerbereform, die Wiener Möbel, Glas und Silber der folgenden Jahrzehnte prägte.

Im Handel erscheinen Ferstels Werke über Entwurfszeichnungen, Lithografien, Fotografien und Ansichtskarten seiner Bauten. Möbel aus der Universität oder dem Museum sind öffentliches Eigentum und nur mit Herkunftsnachweis handelbar. Viele Objekte des Kunstgewerbes um 1870 folgen Vorlagen des Museums; ein Bezug zu Ferstel selbst ist damit nicht belegt. Die Votivkirche erscheint auf Stahlstichen und Fotografien der 1860er und 1870er Jahre.

Epochen & Stile

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