Künstler: Design 20. Jh.
Franz Singer
Architekt, Designer, 1896–1954, Wien – Berlin
Itten-Schüler am Bauhaus; mit Friedl Dicker Atelier in Wien (ab 1925), Stahlrohr- und Stapelmöbel, Tennisklubhaus und Gästehaus Hériot.
Franz Singer besuchte als Kind einen Zeichenkurs bei Alfred Roller, lernte bei Felix Albrecht Harta und ab 1917 bei Johannes Itten in Wien, dem er an das Bauhaus in Weimar folgte, wo er bis 1923 blieb. Mit Friedl Dicker gründete er 1923 in Berlin die Werkstätten Bildender Kunst und 1925 in der Wasserburggasse in Alsergrund das Atelier Singer & Dicker. 1938 konnte er von einem Auftrag in England nicht nach Österreich zurückkehren. Er starb 1954 in Berlin.
Mit Dicker richtete Singer Wiener Wohnungen ein, etwa für die Familien Moller (1927), Koritschoner (1927) und Reisner (1929), und baute das Tennisklubhaus für Hans Heller in Hietzing (1928), das Gästehaus für Auguste-Olympe Hériot an der Rustenschacherallee (1932–1934), das Gartenhaus Moller in der Starkfriedgasse (1932) und den Montessori-Kindergarten im Goethehof (1930). Typisch sind platzsparende Klapp- und Stapelmöbel: ein Stahlrohrfauteuil (1928), ein Schreibtischsessel mit umklappbarer Lehne (1929), stapelbare Stahlrohrsessel (1933) und ineinanderstellbare Holzsessel (1934).
Singer-Möbel sind meist Einzelanfertigungen oder Kleinserien ohne Marke; die Zuordnung beruht auf Fotos, Plänen und dem Nachlass der Ateliers. Viele Einrichtungen wurden 1938 aufgelöst oder zerstört, das Gästehaus Hériot 1960 abgerissen. Stapelsessel der 1930er Jahre gab es von mehreren Herstellern; Konstruktionsdetails und belegte Herkunft trennen Singer-Entwürfe von ähnlichen Industriemodellen derselben Zeit.
Epochen & Stile
Franz Singer verkaufen: in allen 23 Bezirken
Gold markiert sind Bezirke mit belegtem Bezug.
Alsergrund
Atelier Singer & Dicker in der Wasserburggasse 2 (ab 1925).
Hietzing
Tennisklubhaus für Hans Heller in der Mühlbachergasse (1928, 1935 abgerissen).
Leopoldstadt
Gästehaus Hériot an der Rustenschacherallee 30 (1932–1934, 1960 abgerissen).
Währing
Gartenhaus für Hans und Anny Moller in der Starkfriedgasse 19 (1932).
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