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Jugendstil & Wiener Werkstätte im 18. Bezirk, 1180 Wien

Jugendstilvillen im Währinger Cottage

Späthistorismus, Jugendstil und Zwischenkriegszeit prägen die Villen des Cottageviertels. Souterrain, Dachboden und Gartenhaus bewahren deren Einrichtung oft seit Jahrzehnten.

Der Wiener Cottage-Verein plante ab 1872 Villen mit Gärten und Bauauflagen, angelehnt an englische Vorstädte; viele Häuser mit Fachwerk, Erkern und Gärten entstanden in den Jahrzehnten um 1900. Rund um Gentzgasse und Kutschkermarkt liegen dazu große Altbauwohnungen, in Gersthof Einfamilienhäuser. Manche Bewohner – Universitätsprofessoren, Ärzte, Schriftsteller – richteten sich nach dem Geschmack der Wiener Moderne ein: Speisezimmer mit Glas und Silber der Wiener Moderne, Bücherkästen, Beleuchtung aus Messing, Gartenmöbel aus Bugholz.

Eine Werkstätte der Wiener Moderne hatte im Bezirk keinen Sitz, doch das Cottage setzt sich über die Bezirksgrenze nach Döbling fort, wo Josef Hoffmann auf der Hohen Warte baute. Arthur Schnitzler, ein Autor der Wiener Moderne, wohnte in der Sternwartestraße; das Haus Moller (1927/28) in der Starkfriedgasse zeigt Adolf Loos’ Raumplan. Das Geymüllerschlössel zeigt mit Biedermeiermöbeln jene Formenwelt, auf die sich die Entwerfer um Hoffmann beriefen.

Ab 1938 vertrieb das NS-Regime zahlreiche jüdische Familien aus dem Cottage und enteignete Häuser und Sammlungen; Rückstellungsverfahren nach 1945 betrafen zahlreiche Einrichtungen. Bei Möbeln und Objekten aus diesen Jahren wird die Herkunft geklärt, erst danach nennen wir einen Betrag. Im Souterrain und im Gartenhaus lagern oft Leuchten und Gartenmöbel; sagen Sie uns, welche Räume wir mit durchsehen sollen.

Was in Währing häufig auftaucht

  • Villenmobiliar des Späthistorismus und Jugendstils – Cottageviertel seit den 1870er-Jahren
  • Glas, Silber und Besteck der Wiener Moderne – Speisezimmer in Cottagevillen und großen Altbauwohnungen
  • Erstausgaben mit Buchschmuck der Wiener Moderne – Schriftsteller- und Gelehrtenhaushalte im Bezirk
  • Gartenmöbel aus Bugholz und Eisen – Villengärten im Cottage

Alle Künstler, Marken, Epochen und Materialien

Gold markiert: mit belegtem Bezug zum 18. Bezirk.

Künstler

64

Manufakturen & Marken

52

Epochen & Stile

11

Materialien, Techniken & Punzen

26

Fragen zu Jugendstil & Wiener Werkstätte

Soll ich angelaufenes Silber polieren?

Bitte nicht. Der originale Hammerschlag und die Oberfläche gehören zum Wert, Politur kann Details und Marken abtragen. Eine fachgerechte Reinigung ist nach dem Ankauf möglich.

Kaufen Sie auch Arbeiten von Schülerinnen der Kunstgewerbeschule?

Ja. Keramik, Stoffe, Emailarbeiten und Zeichnungen aus den Klassen von Hoffmann, Powolny oder Cizek sind gesucht, besonders mit Signatur oder Klassenvermerk.

Ich habe eine komplette Jugendstileinrichtung – wie gehen Sie vor?

Zuerst werden Fotos der Möbel, Marken und Beschläge gesichtet, danach folgt eine Besichtigung vor Ort. Einrichtungen werden möglichst geschlossen bewertet, weil die Zusammengehörigkeit den Wert stützt. Die Abholung wird gemeinsam geplant.

Mein Objekt hat eine WW-Marke – ist es damit echt?

Nicht zwingend. Marken der Wiener Werkstätte wurden häufig gefälscht und nachträglich eingeschlagen. Entscheidend sind Material, Verarbeitung, Proportionen und der Vergleich mit dokumentierten Modellen im Archiv.

Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.

Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.