Asiatika im 2. Bezirk, 1020 Wien
Asiatika in der Leopoldstadt: Erbe der Weltausstellung 1873
Im Prater trat Japan 1873 erstmals offiziell auf einer Weltausstellung auf. Meiji-Kunsthandwerk und Exportporzellan erreichten danach auch die Wohnungen an Praterstraße und Taborstraße.
Mit der Weltausstellung im Prater begann in Wien die Mode für Japan, und die Haushalte der rasch wachsenden Leopoldstadt kauften mit: Cloisonné-Vasen, Fächer, Lackschachteln, später Satsuma und bemaltes Exportporzellan. In den Straßentrakten an Praterstraße und Untere Augartenstraße stehen solche Stücke bis heute auf Kredenzen, in Kellerabteilen und auf Dachböden liegen sie in Koffern mit Fotoalben und Briefen. In den Neubauten am Nordbahnhof stammen Asiatika eher von Reisen nach 1990.
Japan präsentierte sich 1873 im Prater mit einem eigenen Pavillon und Garten, das Wiener Publikum sah Meiji-Kunsthandwerk zum ersten Mal in großer Zahl. Im Augarten zeigt das Museum der Manufaktur Wiener Porzellan der Du-Paquier-Zeit mit Chinoiserien und erlaubt einen lehrreichen Vergleich: Was in Wien nach ostasiatischem Vorbild gemalt wurde, unterscheidet sich in Scherben, Glasur und Marke vom Original aus China oder Japan. Vor 1938 führten rund um die Taborstraße jüdische Händler Trödler- und Möbelgeschäfte, deren Bestände nach der Enteignung verstreut wurden.
Gehörte ein Stück bis 1938 einer jüdischen Familie der Taborstraße oder des Karmeliterviertels, steht seine Herkunftsprüfung vor dem Angebot. Meiji-Cloisonné erkennt man an feinen Metallstegen und polierter Oberfläche; schicken Sie Fotos von Boden und Rand. Andenken an die Weltausstellung, etwa Führer oder Medaillen, bewerten wir zusammen mit den Asiatika, weil sie die Herkunft stützen können.
Was in Leopoldstadt häufig auftaucht
- Cloisonné, Lackschachteln und Fächer der Meiji-Zeit – Japonismus nach der Weltausstellung 1873 im Prater
- Satsuma und japanisches Exportporzellan – Kredenzen und Kellerabteile in Altmieterwohnungen
- Weltausstellungsandenken mit Ostasienbezug – Führer, Medaillen und Fotografien aus Familienbesitz
Mit Bezug zu Leopoldstadt
Künstler, Werkstätten und Stile dieser Sparte, die im 2. Bezirk gelebt, gearbeitet oder gebaut haben.
Objektgruppen
- Ming-Porzellan
- Qing-Porzellan
- Chinesisches Exportporzellan
- Monochromes Porzellan und Seladon
- Cloisonné-Arbeiten
- Jadeschnitzereien
- Snuff Bottles
- Objekte vom Gelehrtentisch
- Chinesische Bronzen
- Bronze-Buddhas
- Tibetische Ritualobjekte
- Thangkas
- Rollbilder
- Lackarbeiten aus China und Japan
- Chinesische Möbel und Paravents
- Seidengewänder und Rangabzeichen
- Netsuke
- Inro
- Okimono
- Ukiyo-e-Holzschnitte
- Satsuma-Keramik
- Imari- und Kakiemon-Porzellan
- Japanisches Exportporzellan
- Japanische Bronzen der Meiji-Zeit
- Tsuba und Schwertbeschläge
- Indische Miniaturmalerei
- Skulptur aus Süd- und Südostasien
Alle Künstler, Marken, Epochen und Materialien
Gold markiert: mit belegtem Bezug zum 2. Bezirk.
Künstler
3
- Raimund von Stillfried1839–1911
- Emil Orlik1870–1932
- Zao Wou-Ki1920–2013
Manufakturen & Marken
1
- Noritakeseit 1904
Epochen & Stile
7
- Ming-Dynastie1368–1644
- Qing-Dynastie1644–1911
- Edo-Zeit1603–1868
- Meiji-Zeit1868–1912
- Shōwa-Zeit1926–1989
- Chinoiserieum 1680–1790, Wiederbelebung im 19. Jahrhundert
- Japonismusum 1860–1920
Fragen zu Asiatika
Kaufen Sie Netsuke aus Elfenbein?
Nur wenn eine der gesetzlichen Ausnahmen der VO (EU) 2021/2280 zutrifft und die erforderliche Bescheinigung vorliegt. Netsuke aus Buchsbaum, Hirschhorn oder anderen Materialien übernehmen wir ohne diese Einschränkung. Im Zweifel klären wir das Material bei der Besichtigung.
Woran erkenne ich einen originalen japanischen Holzschnitt?
Originaldrucke zeigen unter der Lupe keine Rasterpunkte, sondern Holzmaserung und satte, leicht unregelmäßige Farbflächen. Das Papier ist weich und faserig, oft mit Blindprägung. Siegel von Verleger und Zensor helfen bei der Datierung; spätere Nachdrucke sind häufig, aber ebenfalls nicht wertlos.
Haben Satsuma- und Imari-Vasen aus der Großelternzeit Wert?
Das hängt von der Qualität ab. Meiji-Exportware ist häufig; fein gemalte Satsuma aus Werkstätten wie Kinkozan oder Yabu Meizan und große Imari-Paare sind dagegen gesucht. Auf Fotos lässt sich das meist schon unterscheiden.
Spielt die Herkunftsgeschichte eine Rolle?
Eine große. Rechnungen, Händleretiketten, alte Auktionskataloge oder ein Familieninventar belegen, dass ein Stück seit Langem in Europa ist, und steigern die Nachfrage. Bitte legen Sie solche Unterlagen der Anfrage bei.
Asiatika in den Nachbarbezirken
Weitere Sparten in Leopoldstadt
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Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.
Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.
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