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Antiquitäten Wien

Silber & Tafelsilber im 2. Bezirk, 1020 Wien

Silber in der Leopoldstadt: Praterstraße, Rennbahn und Judaica

Tafelsilber aus den Straßentrakten der Praterstraße, Rennpreise aus Krieau und Freudenau und Judaica aus Silber: Die Leopoldstadt bringt sehr verschiedene Silberbestände hervor.

An Praterstraße, Taborstraße und Unterer Augartenstraße stehen Gründerzeithäuser mit großbürgerlichen Straßentrakten, deren Speisezimmer einst mit Besteckgarnituren, Kaffee- und Teeservice und Tabletts ausgestattet waren. In den Zimmer-Küche-Kabinett-Wohnungen der Hoftrakte sind es eher einzelne Löffel, Taufbecher und Kinderbesteck. Viele Altmieter sind nie umgezogen, und in Kellerabteilen liegen Koffer mit eingewickeltem Silber. In den Neubauquartieren am Nordbahnhof stammen die Bestände meist aus Erbschaften, die von anderswo mitgebracht wurden.

Auf der Trabrennbahn Krieau, deren Tribünen Emil Hoppe und Otto Schönthal 1911 bis 1913 errichteten, und auf der Galopprennbahn Freudenau wurden über Jahrzehnte Pokale, Ehrenpreise und Plaketten vergeben; gravierte Rennpreise sind in Leopoldstädter Haushalten daher zu erwarten. Bis 1938 lebte hier eine große jüdische Gemeinde, der Leopoldstädter Tempel von Ludwig Förster wurde im November 1938 zerstört. Chanukkaleuchter, Kidduschbecher, Gewürzbüchsen und Toraschmuck aus Silber gehören zu dieser Geschichte. Otto Prutscher, Entwerfer von Silbergerät, stattete 1913 bis 1917 das 1967 abgebrochene Dianabad aus.

Judaica und Silber aus Familien, die schon vor 1938 im Bezirk lebten, prüfen wir zuerst auf ihre Herkunft; Familienunterlagen, Fotos und Erbnachweise helfen dabei. Rennpreise fotografieren Sie bitte mit der Gravur, denn Rennname und Jahr erlauben die Zuordnung. In Häusern ohne Lift im Karmeliterviertel ist Silber leicht zu transportieren, die Besichtigung dauert daher meist kurz. Einzelnes Besteck ohne Sammlerwert wiegen wir und rechnen es zum Tageswert ab.

Was in Leopoldstadt häufig auftaucht

  • Pokale, Ehrenpreise und Plaketten aus dem Pferdesport – Trabrennbahn Krieau und Galopprennbahn Freudenau.
  • Judaica aus Silber wie Chanukkaleuchter und Kidduschbecher – jüdische Geschichte des Bezirks; Herkunft wird vor dem Ankauf geklärt.
  • Kaffee- und Teeservice, Tabletts und Besteck – großbürgerliche Straßentrakte an Praterstraße und Taborstraße.

Alle Künstler, Marken, Epochen und Materialien

Gold markiert: mit belegtem Bezug zum 2. Bezirk.

Künstler

16

Manufakturen & Marken

30

Epochen & Stile

30

Materialien, Techniken & Punzen

34

Fragen zu Silber & Tafelsilber

Was ist ein gefüllter Leuchter?

Bei gefüllten Leuchtern ist der Fuß aus dünnem Silberblech mit Kitt, Pech oder Gips beschwert. Das Gesamtgewicht täuscht daher über den Silberanteil; bewertet werden Ausführung und das geschätzte Silbergewicht.

Mindern Monogramme den Wert?

Einfache Monogramme mindern meist nur leicht, weggeschliffene Gravuren dagegen stärker, weil die Wandung dünner wird. Wappen bekannter Familien und Widmungen mit Bezug zur Geschichte können das Interesse sogar erhöhen.

Was bedeutet die Zahl 800 auf meinem Besteck?

Sie gibt den Feingehalt an: 800 von 1000 Teilen sind reines Silber. 800 war um 1900 der übliche Feingehalt für deutsches und österreichisches Tafelsilber, 925 ist Sterlingsilber. Steht nur eine Zahl wie 90 oder 100 neben einer Firmenmarke, handelt es sich meist um versilberte Ware.

Was ist der Dianakopf?

Die Silberpunze Österreich-Ungarns von 1872 bis 1922 zeigt den Kopf der Jagdgöttin Diana mit einer Ziffer für den Feingehalt: 1 für 950, 2 für 900, 3 für 800 und 4 für 750 Tausendteile. Ein zusätzlicher Buchstabe nennt das Punzierungsamt, A steht für Wien.

Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.

Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.