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Künstler: Ringstraßen-Architektur

Ludwig Förster

Architekt, Herausgeber, 1797–1863, Bayreuth – Bad Gleichenberg

Gründer der „Allgemeinen Bauzeitung“ (1836), Architekt des Leopoldstädter Tempels und der Budapester Synagoge in der Dohány utca.

Ludwig Förster studierte in München und kam als junger Architekt nach Wien, wo er an der Akademie lehrte. 1836 gründete er die „Allgemeine Bauzeitung“, die bis 1918 erschien und zur wichtigsten Architekturzeitschrift der Monarchie wurde. 1846 holte er Theophil Hansen nach Wien, der seine Tochter heiratete. 1858 gehörte er zu den Preisträgern des Wettbewerbs für die Ringstraße. Förster starb 1863 in Bad Gleichenberg; seine Söhne Emil und Heinrich wurden ebenfalls Architekten.

In Wien baute er den Leopoldstädter Tempel in der Tempelgasse (1853–1858), die größte Synagoge der Stadt, die im November 1938 zerstört wurde, und mit Hansen das Palais Todesco in der Kärntner Straße (1861–1864). In Budapest entstand die Synagoge in der Dohány utca (1854–1859). Försters Bauzeitung brachte Pläne, Schnitte und Details als Kupfer- und Stahlstiche, die heute als Einzelblätter gehandelt werden.

Jahrgänge der „Allgemeinen Bauzeitung“ bestehen aus Textband und Atlas mit Tafeln; vollständige Atlanten sind seltener als herausgelöste Blätter. Tafelnummer, Jahrgang und Stecher sind am Rand vermerkt. Abbildungen des Leopoldstädter Tempels sind wichtige Dokumente des zerstörten Baus; bei Objekten aus jüdischem Gemeindebesitz wird die Provenienz geprüft. Auch Hansens frühe Wiener Bauten sind in der Bauzeitung dokumentiert.

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